Ulf Müller-Ladner steht DGIM vor
Der Gießener Internist, Rheumatologe und Immunologe Professor Dr. med. Ulf
Müller-Ladner ist neuer Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft
für Innere Medizin e. V. (DGIM). Damit tritt er die Nachfolge des
Münchener Gastroenterologen Professor Dr. med. Markus M. Lerch an. Müller-
Ladner ist Professor für Innere Medizin mit Schwerpunkt Rheumatologie an
der Justus-Liebig-Universität Gießen, Campus Kerckhoff Bad Nauheim. Der
neue Vorstandsvorsitzende ist zugleich Kongresspräsident des 129.
Internistenkongresses, der vom 22. bis 25. April 2023 zum Schwerpunktthema
„Systemisch Denken – Individuell Therapieren“ stattfinden wird.
Als zentrale Themen seiner Amtszeit betrachtet der neue DGIM-Vorsitzende
unter anderem die weitere Vernetzung der verschiedenen internistischen
Schwerpunkte sowie den Austausch und die Einbindung des medizinischen
Nachwuchses. „Wie fruchtbar das kollegiale Gespräch und der direkte
Austausch sind, haben wir vergangene Woche auf dem Internistenkongress
erneut erleben dürfen“, sagt Müller-Ladner. Außerdem wolle er weiterhin
die von seinem Amtsvorgänger Professor Dr. med. Markus M. Lerch
adressierten Probleme beim Datenschutz und der Digitalisierung
weiterverfolgen und mit den politisch Verantwortlichen zu notwendigen
Änderungen in eine konstruktive Diskussion eintreten. „Es geht um eine
wissenschaftsorientierte Anpassung des Datenmanagements, damit wir Daten
und Bioproben, die derzeit in zahlreichen Rechenzentren und
Tiefkühlschränken lagern, auch für die klinische Forschung nutzbar machen
können. Nur so können daraus Erkenntnisse zur Krankheitsprävention, aber
auch innovative, durch die Akademia initiierte klinische Studien oder neue
Therapiestrategien entwickelt werden – zugunsten unserer Patientinnen und
Patienten“, so der Experte.
Ulf Müller-Ladner studierte von 1983 bis 1990 Medizin an der
Eberhard‐Karls‐Universität Tübingen, wo er 1991 auch promovierte. Von 1992
an absolvierte er seine internistische Weiterbildung als Arzt im Praktikum
am Universitätsklinikum Ulm sowie als Assistenzarzt an der Klinik und
Poliklinik für Innere Medizin I der Universität Regensburg. Von 1994 bis
1996 forschte er mit einem DAAD Forschungsstipendium in der Division of
Clinical Immunology and Rheumatology der University of Alabama in
Birmingham (USA).
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland folgten 1999 die Facharztanerkennung
für Innere Medizin sowie die Habilitation, zugleich erteilte ihm die
medizinische Fakultät der Universität Regensburg die Lehrbefugnis für das
Fach Innere Medizin. Fortan arbeitete Müller-Ladner als Oberarzt an der
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I der Universität Regensburg.
2004 folgte er dem Ruf der Justus-Liebig-Universität Gießen, die ihn zum
ordentlichen Professor für Innere Medizin mit Schwerpunkt Rheumatologie
ernannte. Seit 2005 leitet er zudem als Ärztlicher Direktor die Abteilung
Rheumatologie und Klinische Immunologie an der Kerckhoff-Klinik Bad
Nauheim und ist Sprecher des Regionalen Rheumazentrums Gießen-Bad Nauheim.
Von 2015 bis 2016 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Rheumatologie.
In seinen Forschungsarbeiten legt der 58-Jährige einen Schwerpunkt auf
rheumatische Erkrankungen, insbesondere die rheumatoide Arthritis, die
systemische Sklerose sowie Fibroblasten. Müller-Ladner hat über 600
Arbeiten veröffentlicht und ist Mitherausgeber mehrerer Fachzeitschriften.
Zudem setzt er sich in diversen Organisationen und Gremien wie etwa der
Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die internistische Forschung
ein und ist als Mitglied unter anderem der Leopoldina und der European
Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR) in der nationalen und
internationalen Forschungslandschaft vernetzt. Seit 2007 ist er Mitglied
der DGIM und seit 2018 gehört er dem Senatsausschuss Evaluierung der
Leibniz Gemeinschaft an.
Für den DGIM-Kongress 2023 hat Müller-Ladner das Leitthema „Systemisch
Denken – Individuell Therapieren“ gewählt. „COVID-19 hat uns einmal mehr
vor Augen geführt, dass bei jeder inneren Erkrankung eine kontinuierliche
Interaktion zwischen dem einzelnen betroffenen Organ und dem
Gesamtorganismus stattfindet“, sagt Müller-Ladner. „Auf der Suche nach den
Ursachen und Einflussfaktoren von Krankheiten müssen wir Internistinnen
und Internisten das gesamte Organsystem im Blick behalten, um Patientinnen
und Patienten individuell behandeln zu können“, beschreibt er das
Kongressmotto. Bei der Diagnostik und Therapie sei daher zunehmend die
Expertise aller internistischen Fachgebiete gefragt, so Müller-Ladner.
Mit dem 128. Internistenkongress endete auch die Amtszeit von Professor
Dr. Markus M. Lerch aus München als erstem Vorsitzenden der DGIM.
Professor Dr. med. Sebastian M. Schellong aus Dresden, der turnusmäßig aus
dem DGIM-Vorstand ausgeschieden wäre, wurde vom Vorstand am 28.04.2022 für
das von ihm zu betreuende Thema „Klug entscheiden“ in den Vorstand der
DGIM kooptiert. Zum neuen 3. Stellvertretenden Vorsitzenden und damit auch
Kongresspräsidenten 2025 wählten die DGIM-Mitglieder den Nephrologen
Professor Dr. med. Jan Galle aus Lüdenscheid.
Dem Vorstand der DGIM gehören im Zeitraum 2022/2023 folgende Personen an:
Prof. Dr. med. Ulf Müller-Ladner, Bad Nauheim, Vorsitzender
Prof. Dr. med. Markus Lerch, München, 1. Stellvertretender Vorsitzender
Prof. Dr. med. Andreas Neubauer, Marburg, 2. Stellvertretender
Vorsitzender
Prof. Dr. med. Jan C. Galle, Lüdenscheid, 3. Stellvertretender
Vorsitzender
Prof. Dr. med Georg Ertl, Würzburg, Generalsekretär
Prof. Dr. med. Christoph Sarrazin, Wiesbaden, Kassenführer
Kooptierte Vorstandsmitglieder:
Prof. Dr. med. Claus Vogelmeier, Marburg, Sonderbeauftragter für das Thema
„Digitale Medizin“
Prof. Dr. med. Sebastian Schellong, Dresden, Sonderbeauftragter für das
Thema “Klug entscheiden“
Weitere Informationen:
<https://www.dgim.de/fileadmin
Ladner_DGIM_2020_01.pdf>
<https://www.dgim.de/ueber-uns
