Strahlenschutz leistet wichtigen Beitrag zur inneren Sicherheit
Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt,
Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz und des Bundesamtes
für Strahlenschutz
Radioaktive Stoffe werden in unterschiedlichen Verwendungen zum
allgemeinen Nutzen eingesetzt. Zum Beispiel zur Bestrahlung von
Krebstumoren oder zur Werkstoffprüfung in der Industrie. Doch trotz
vielfältiger Sicherheitsvorkehrungen entstehen immer wieder rechtswidrige
oder gefährliche Situationen durch Diebstahl, illegalen Handel oder
gezielten Missbrauch.
In solchen Fällen ist ein kompetenter staatlicher Strahlenschutz ein
wesentlicher Bestandteil der Gefahrenabwehr. Darauf wiesen Stefan Tidow,
Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare
Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), und Inge Paulini, Präsidentin des
Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), im Rahmen einer Fachveranstaltung
des BfS in Berlin hin, die sich mit der Behördenzusammenarbeit in
biologischen, chemischen, radiologischen und nuklearen polizeilichen
Gefahrenlagen befasste.
Strahlenschutz ist wichtige Sicherheitsaufgabe
BMUV-Staatssekretär Tidow: „Strahlenschutz betrifft nicht nur die
Sicherheit von Nuklearanlagen oder von Patienten bei medizinischen
Anwendungen. Ein kompetenter und gut ausgestatteter Strahlenschutz ist
wesentlich für die innere Sicherheit Deutschlands. Das
Bundesumweltministerium nimmt diese Aufgabe sehr ernst. Mit dem Bundesamt
für Strahlenschutz verfügt es über eine erfahrene und kompetente
Fachbehörde, die die staatlichen Stellen der Gefahrenabwehr bei Bedarf mit
einem Pool von Spezialistinnen und Spezialisten für nuklearspezifische
Gefahrenabwehr unterstützt.“
Fachleute des BfS unterstützen Bundes- und Landesbehörden
BfS-Präsidentin Paulini: „Als Bundesamt für Strahlenschutz übernehmen wir
mit unserer Nuklearspezifischen Gefahrenabwehr seit Langem Verantwortung
für die Bewältigung radiologischer Bedrohungssituationen. In der
Vergangenheit geschah das in enger Kooperation mit Bundeskriminalamt und
Bundespolizei, seit Juni 2021 als Partner im UnterstützungsverBund CBRN.
Unsere Fachleute werden aber auch zur Unterstützung anderer Bundes- und
Landesbehörden sowie im Rahmen internationaler Kooperationen tätig.“
UnterstützungsverBund CBRN
Im UnterstützungsverBund CBRN hat der Bund seine Kompetenzen zur
Bewältigung polizeilicher Einsatzlagen, bei denen chemische (C),
biologische (B), radiologische (R) und nukleare (N) Gefahren oder
Kombinationen daraus bestehen, zusammengeführt.
Unter einheitlicher Koordinierung durch die Bundespolizei arbeiten darin
Spezialkräfte von Bundespolizei, Bundeskriminalamt, Bundesamt für
Strahlenschutz, Robert Koch-Institut, Wehrwissenschaftlichem Institut für
Schutztechnologien – ABC Schutz und ABC Abwehrkommando der Bundeswehr
zusammen.
Bei Bedrohungen durch chemische oder biologische Substanzen oder
radioaktive Stoffe ergänzt der UnterstützungsverBund CBRN auf Anfrage die
Kapazitäten und Fähigkeiten der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern.
Der Beitrag des BfS zum UnterstützungsverBund
Das BfS stellt dem Verbund die Kompetenzen seiner Nuklearspezifischen
Gefahrenabwehr zur Verfügung: In einem Einsatzfall bewertet das BfS die
radiologische Situation und berät die Einsatzleitung zur Vorgehensweise
und zu Fragen des Strahlenschutzes. Das BfS unterstützt die Suche,
Detektion und Identifikation radioaktiver Stoffe mit Personal und
Messtechnik und gewährleistet den Strahlenschutz der Einsatzkräfte.
Bundesamt für Strahlenschutz
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) arbeitet für den Schutz des
Menschen und der Umwelt vor Schäden durch Strahlung. Das BfS informiert
die Bevölkerung und berät die Bundesregierung in allen Fragen des
Strahlenschutzes. Die über 550 Beschäftigten bewerten Strahlenrisiken,
überwachen die Umweltradioaktivität, unterstützen aktiv im radiologischen
Notfallschutz und nehmen hoheitliche Aufgaben wahr, darunter im
medizinischen und beruflichen Strahlenschutz. Ultraviolette Strahlung und
strahlenrelevante Aspekte der Digitalisierung und Energiewende sind
weitere Arbeitsfelder. Als wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde
betreibt das BfS Forschung und ist mit nationalen und internationalen
Fachleuten vernetzt. Weitere Informationen unter www.bfs.de.
