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Steinbach: "Ausbau der erneuerbaren Energien wichtiger denn je"

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Klimafreundliche Transformation der brandenburgischen Wirtschaft ist
zentrales Thema beim 22. Brandenburger Energietag in Cottbus

"Der Klimawandel mit seinen negativen Auswirkungen auf unser Leben und
unsere Umwelt erfordert eine schnelle und umfassende Transformation zu
einem klimaneutralen, zuverlässigen, umweltverträglichen, wirtschaftlichen
und gesellschaftlich akzeptierten Energieversorgungssystem. Mit der
Energiestrategie 2030 hat Brandenburg diese Transformation sehr früh
eingeleitet und setzt diese nun mit der in Arbeit befindlichen
Energiestrategie 2040 fort. Um das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 zu
erreichen, müssen Photovoltaik und Wind, Wasserkraft und Bioenergie ihren
Beitrag leisten. Die Energiewende hin zur Klimaneutralität schaffen wir
nur, wenn wir verstärkt auf erneuerbare Energien setzen. Deren Ausbau ist
vor dem Hintergrund der aktuellen energiepolitischen Lage wichtiger denn
je.“ Das erklärte Energieminister Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach heute beim
Energietag.

Im Mittelpunkt der Tagung stand die Frage, wie eine klimafreundliche
Transformation der brandenburgischen Wirtschaft gelingen kann. Ausrichter
des Energietages war das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie
des Landes Brandenburg in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen
Technischen Universität Cottbus-Senftenberg sowie den märkischen
Industrie- und Handelskammern.

Prof. Dr. Gesine Grande, Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg, betonte:
"Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg ist eine
junge Universität, die den Strukturwandel in der Lausitz aktiv
mitgestaltet und wissenschaftlich begleitet. In unseren vier Profillinien,
darunter 'Energiewende und Dekarbonisierung', werden praxisrelevante
Lösungen für die Gestaltung der großen globalen Themen erarbeitet – hin zu
einer nachhaltigen und klimagerechten Zukunft. Wir freuen uns sehr, den
22. Brandenburger Energietag als Mitveranstalterin auszutragen, die
Fachbranche an der BTU willkommen zu heißen und die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer über unsere Forschungs- und Strukturwandelprojekte zur
Energiewende informieren zu können."

Stellvertretend für die Brandenburger Industrie- und Handelskammern sagte
Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus: "Das Motto des
Energietags beschreibt zutreffend die Herausforderungen, vor der
Wirtschaft und Gesellschaft stehen. Dabei zeigt das Programm, wie man
diesen mit vollem Engagement regional und überregional bereits begegnet
durch konkrete Projekte und Vorhaben zur klimaneutralen Transformation. Es
ist wichtig, dass auch die Lausitz in diesem Zusammenhang Impulse setzt,
damit innovative Wirtschaftskraft und Klimaneutralität künftig noch besser
zusammenpassen."

Minister Steinbach führte aus, dass noch nicht absehbar sei, welche
konkreten Maßnahmen der Klimaplan Brandenburg für die Industrie vorsehe.
„Doch muss sich die Industrie darauf einstellen, dass sich die
Anforderungen, ihre Treibhausgas-Emissionen erheblich zu reduzieren, in
den kommenden Jahren verschärfen werden. Es wird darum gehen, die
Energieeffizienz zu verbessern und energie- sowie prozessbedingte
Emissionen zu vermeiden. Die Industrie sollte sich bereits heute auf
steigende Anforderungen einstellen und alle Möglichkeiten der
Energieeffizienz, Treibhausgas-reduzierter Technologien und innovativer
Fertigungsprozesse nutzen", appellierte der Energieminister.

Steinbach verwies darauf, dass die Landesregierung bereits 2012 die
Sektorenkopplung und Power-to-X-Technologien in der Energiestrategie
verankert habe. "Denn die Sektorenkopplung ist unerlässlich für den Erfolg
der Energiewende und mehr Klimaschutz. Power-to-X-Technologien, die aus
erneuerbaren Energien klimaneutralen Wasserstoff erzeugen, können der
Schlüssel für den Erfolg der Energiewende sein. Denn Wasserstoff
ermöglicht die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme, Verkehr und Industrie",
sagte der Minister. Steinbach weiter: "Es geht um innovative Technologien
mit großen industriepolitischen Chancen für Brandenburg. Das kann
zusätzliche regionale Wertschöpfung und Beschäftigung bedeuten – also
genau das, was für eine erfolgreiche Strukturentwicklung des Landes
dringend benötigt wird. Deshalb treiben wir unsere Bemühung für den Aufbau
einer Wasserstoffwirtschaft seit einiger Zeit sehr gezielt weiter voran
und haben dies auch mit unserer Wasserstoffstrategie untersetzt."

Vor dem Hintergrund der nationalen und europäischen Beschlüsse zur
Klimaneutralität stehe Brandenburg mehr denn je vor der Herausforderung,
auch seine Wärmenetze zu dekarbonisieren, betonte Steinbach. "Der
Wärmesektor – Raumwärme, Warmwasser, Prozesswärme – spielt mit einem
Anteil von rund 40 Prozent an den energiebedingten CO2-Emissionen eine
wesentliche Rolle für die Erreichung der Klimaziele. Dabei geht es neben
energieeffizienterer Heiztechnik und Gebäudedämmung auch um die stärkere
Einbeziehung klimaverträglicher Energiequellen", sagte der Minister.

Für den bevorstehenden Transformationsprozess werde es auch im Wärmesektor
keine "One-Size-fits-all-Lösung" geben, machte er deutlich. "Vielmehr sind
individuelle Konzepte und Technologien für verschiedene Anwendungsbereiche
notwendig, die die regional unterschiedlichen Voraussetzungen
berücksichtigen. Dabei wird es zentrale und dezentrale Lösungen, aber auch
Insellösungen geben“, erläuterte der Minister. Im Vergleich zu anderen
Bundesländern habe Brandenburg als Flächenland mit gutem Potenzial für
erneuerbare Energieerzeugung günstige Ausgangsbedingungen für die
Dekarbonisierung der Wärmenetze.