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Vera Drebusch / Florian Egermann: Interwoven

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Ausstellung in Glasmoog, Raum für Kunst & Diskurs, an der Kunsthochschule
für Medien Köln (KHM)
Ausstellungseröffnung: Dienstag, 17. Mai, 19 Uhr
Artist Talk: Sonntag, 12. Juni, 14 Uhr (im Rahmen von AIC ON 2022)
AIC ON 2022*: Sa/So 11./12. Juni, 12–18 Uhr
Ausstellungsdauer bis 26. Juni 2022
Filzengraben 2, 50676 Köln, Eintritt frei

„Interwoven“ ist ein neues gemeinsames Projekt der Künstler*innen Vera
Drebusch und Florian Egermann in GLASMOOG an der Kunsthochschule für
Medien Köln. Die beiden Künstler*innen übersetzen Twitter-Daten per
„computational knitting“ in alltäglich anmutende und zugleich auratische
Strickwerke. Die mehrteilige Installation reflektiert den ambivalenten
Umgang mit den zunehmenden Informationsströmen, die unseren Alltag prägen.
Desinformationen und Verschwörungsmythen verstricken – katalysiert durch
die sozialen Medien – Familien und Freundeskreise in teils kontroverse
Diskussionen.

Eine Serie von sechs gestrickten Wolldecken (160 x 70 cm) zeigt die
fließenden Gezeiten der „Informationskriege“ seit dem ersten Höhepunkt der
COVID-19-Pandemie. Jede Decke inkorporiert die Fieberkurve der Tweets, die
als (falsche) Informationen aus einem Monat der Pandemie markiert wurden.
Die in binäre Muster übersetzten Twitter-Daten verwandeln sich in
„Gravitationskräfte“ mit wechselnden Einwirkungsfeldern. Information und
Fehlinformation werden auf diese Weise untrennbar in scheinbar trivialen
Objekten miteinander verwoben. „Interwoven“ setzt sich nicht mit dem
Wahrheitsgehalt der verarbeiteten Aussagen auseinander, sondern befasst
sich mit den emotionalen Landschaften der Menschen.

Ausgangspunkt von Vera Drebuschs und Florian Egermanns künstlerischen
Arbeiten ist immer wieder die Verdichtung alltäglicher wie
gesellschaftlicher Ereignisse in Installationen, Performances oder – wie
in ihrer aktuellen Arbeit für GLASMOOG – Textilien. Eines ihrer jüngeren
gemeinsamen Projekte war beispielsweise die Mixed-Media-Installation
„prepared“, in der sie sich mit dem Kosmos der sogenannten „Prepper“
auseinandersetzen, der von Praktiken antikapitalistischer Selbstversorgung
bis in die Untiefen rechter Verschwörungstheorien reicht, und die in den
Ausstellungen „The Alt-Right Complex“ (2019) im HMKV in Dortmund sowie
„Beyond States – Über die Grenzen von Staatlichkeit“ (2021) im Zeppelin
Museum Friedrichshafen zu sehen war.

Vera Drebusch, lebt und arbeitet in Köln und Hamburg, studierte an der
Kunsthochschule für Medien Köln (Abschluss 2015), an der Universidad
Nacional de Colombia in Bogotá und als Gast an der Hochschule für Künste
Bremen und der Kunsthochschule Kassel. Sie wurde 2015 mit dem Förderpreis
für junge Künstlerinnen und Künstler des Landes NRW und 2016 mit dem
Stipendium für Medienkünstlerinnen des Ministeriums für Kultur und
Wissenschaft des Landes NRW ausgezeichnet. Drebusch ist Mitbegründerin des
Ausstellungsraums GOLD+BETON am Ebertplatz und kuratierte für den
Westdeutschen Künstlerbund Ausstellungen im In- und
Ausland.http://www.veradrebusch.de/

Florian Egermann, lebt und arbeitet in Köln, ist Medienkünstler, Gestalter
und Aktivist. Er graduierte 2009 an der Kunsthochschule für Medien Köln
mit Schwerpunkt auf Surveillance Architecture, Interventionen im
öffentlich Raum und ortsbezogenen Arbeiten. Neben zahlreichen weiteren
Initiativen ist Egermann Gründungsmitglied des Vereins wielebenwir e.V.,
der an Projekten „rund um die (Re-)Organisation des Stadtraums, Modellen
für Bildung und Mobilität“ arbeitet. Er betreibt gemeinsam mit Almut
Elhardt den Projektraum Idyll in Köln-Kalk. https://fleg.de/



Originalpublikation:
https://www.khm.de/termine/news.5345.vera-drebusch-florian-egermann-
interwoven/