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Trainingsanpassung zur Prävention vor Überlastung und Verletzung

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Viele Freizeit- und Profisportler haben mit überlastungsbedingten
Sportverletzungen an der oberen und unteren Extremität zu kämpfen. Durch
sogenannte Mikrotraumen entstehen zum Beispiel Tendinopathien oder auch
Stressreaktionen und -frakturen . Ob und wie man herausfinden kann, welche
Überlastungen individuell durch welche Trainingsbelastungen entstehen,
dazu referiert Prof. Dr. rer. nat. Matthias W. Hoppe, Leiter der Professur
für Bewegungs- und Trainingswissenschaft an der Sportwissenschaftlichen
Fakultät der Universität Leipzig, auf dem GOTS-Kongress am 19. und 20. Mai
in Berlin.

Es ist heute bereits möglich, die Trainingsbelastung (in „real-time“) zu
quantifizieren und dann in Modelle zu überführen, die erste Ansätze dafür
liefern, wie das Training präventiv angepasst werden kann.

Hoppe: „Der Trainingsreiz wird dazu unterteilt in den sog. „external und
internal load“. Dies ist so wichtig, weil bei gleicher „äußerer-
mechanischer“ Trainingsbelastung, die „innere-physiologisch-biomechanische
Beanspruchung zum Teil sehr individuell in Abhängigkeit von den
körperlichen Voraussetzungen ist, was im Rahmen der Rehabilitation und
Prävention von Sportverletzungen berücksichtigt werden muss.“

So kann auf externaler Ebene zum Beispiel ein Monitoring per GPS erfolgen,
während auf internaler Ebene auf die Herzfrequenz, Keratinkinase-
Aktivität, Laktat-Konzentration und das subjektive Empfinden
zurückgegriffen werden kann. Neuerdings werden auch gewebsspezifische
molekulargenetische Biomarker (micro-RNAs) herangezogen.

Im Modell des „Acut to chronic work load ratio“ (ACWR) können beide
Komponenten, die innere und äußere, miteinander verknüpft werden und zur
Trainingssteuerung dienen. Erste Übersichtsarbeiten dazu zeigen
interessante Ergebnisse – auch zur Prävention von überlastungsbedingten
Sportverletzungen.

Diese Art des Monitorings bzw. Steuerung des Trainings ist vor allem für
Aktive in den Spielsportarten, wie zum Beispiel Fußball, Handball,
Basketball interessant. Viele Richtungswechsel sorgen hier für besonders
hohe Belastungen und Beanspruchungen des Bewegungsapparates.