Nur Innovationen sichern die Zukunft Deutschlands
Wirtschaftsorganisationen und -experten einig, im Koalitionsvertrag
zugesichert und als wirkungsvoll evaluiert: Innerhalb der aktuellen
mehrfachen Krisen muss das Budget des Förderprogramms Industrielle
Gemeinschaftsforschung (IGF), das dem deutschen Mittelstand Forschung
zugunsten von Klimaschutz, Energieeinsparung und Weltmarktfähigkeit
ermöglicht, signifikant aufgestockt werden
Wenige Tage vor dem Haushaltsbeschluss 2022 des Deutschen Bundestages
mahnt auch der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) in seinen
aktuellen
„Empfehlungen für die Forschungs- und Innovationspolitik zur Umsetzung des
3,5-Prozents-Ziels“ vom 18. Mai 2022 dringend eine stärkere
Innovationsförderung für mittelständische Unternehmen, dem Fundament der
deutschen Wirtschaft, an: „Aufgrund des starken Hebels zusätzlicher
Forschungsfördermittel im Bereich der forschenden KMU müssen budgetäre und
strukturelle Anpassungen des ZIM-Programms vorgenommen werden. Dazu muss
das bereits in den Vorjahren nicht ausreichende und auch 2021
überzeichnete Budget von 620 Millionen Euro idealerweise verdoppelt
werden, um alle förderfähigen Anträge annehmen und eine schrittweise
Ausweitung antragsberechtigter Unternehmen auf bis zu 3.000 Mitarbeitende
umsetzen zu können. Auch die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) ist
durch eine Budgetverdoppelung auf 400 Millionen Euro zu stärken“, heißt es
darin deutlich.
AiF-Präsident Professor Sebastian Bauer, der kürzlich in den Vorstand des
BDI- Ausschusses für Forschungs-, Innovations- und Technologiepolitik
(FIT) wiedergewählt wurde, erklärt: „Nur Innovationen sichern die Zukunft
Deutschlands. Angesichts der multiplen, inzwischen für manche
existenzbedrohende Krisensituation müssen die Innovationsaktivitäten der
mittelständischen Unternehmen unbedingt umfangreicher unterstützt werden.
Mehr Investitionen in die Industrielle Gemeinschaftsforschung stärken den
Mittelstand, weltmarktfähig zu bleiben, erhebliche Energieeinsparungen
zeitnah und dauerhaft zu realisieren sowie den notwendigen
Transformationsprozess der deutschen Wirtschaft fortzuführen“. In
aktuellen Projekten der IGF, deren Forschungsergebnisse bereits nach
durchschnittlich zwei Jahren in der Wirtschaft branchenübergreifend
angewandt werden können, gibt es Beispiele für Ressourcen-Einsparungen von
bis zu 80 Prozent. Die AiF begleitet und koordiniert die IGF im Auftrag
des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Im Jahr 2021
stellte das BMWK für die IGF rund 200 Millionen Euro für herausragende
Forschungsprojekte und die Netzwerkbildung zwischen mittelständischen
Unternehmen und Forschungseinrichtungen bereit.
Im ersten Quartal 2022 wurden so viele Anträge auf eine IGF-Förderung wie
nie zuvor in der Geschichte dieses weltweit einmaligen
Forschungsförderungsprogramms gestellt. Dieses Potenzial dürfe auf keinen
Fall versanden – erst recht nicht in der aktuell extrem herausfordernden
Zeit. „Mehr Innovationen, die wir nachweisbar über IGF-Vorhaben effizient
auslösen und intensivieren können, schaffen Arbeitsplätze, mehren das
Steueraufkommen, reduzieren den Energiebedarf, bringen Digitalisierung und
KI-Nutzung sowie die Förderung des Nachwuchses in Deutschland voran und
stärken damit nicht zuletzt die soziale Sicherung unserer Gesellschaft“,
so Bauer weiter.
In einer Anfang des Jahres veröffentlichten Evaluationsstudie des
Bundeswirtschaftsministeriums ist die IGF als „effektives Instrument der
Forschungsförderung mit hohem Alleinstellungscharakter“ bewertet worden.
Bauer verweist darüber hinaus auf die Empfehlung der Expertenkommission
Forschung und Innovation
(EFI), die in ihrem aktuellen Jahresgutachten 2022 die Bereitstellung
„ausreichender und verlässlicher finanzieller Mittel für die Förderung von
Forschung und Innovation“ einforderte.
Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung wurde klar die Absicht
formuliert, gerade im Rahmen der bestehenden Förderstrukturen die
Entwicklungsschritte bis hin zum Markteintritt wirkungsvoll zu
unterstützen.
Gleichzeitig wiederholt der AiF-Präsident seine Forderung nach einem
Aufwuchs des IGF-Budgets im Haushalt 2022 gegenüber den 200 Millionen Euro
im Vorjahr: „Laut aktueller Beschlussempfehlung des Haushaltsausschusses
zum Bundeshaushaltsentwurf 2022 ist für das Zentrale Innovationprogramm
Mittelstand ZIM ein Ansatz von 620 Millionen Euro und für die IGF 186,5
Millionen Euro vorgesehen. Damit blieben beide Programme deutlich unter
dem Vorjahresniveau. Das wäre ein fatales Signal an den forschenden
Mittelstand“. Weiter bekräftigt er seinen Vorschlag für eine
„Innovationsoffensive Mittelstand“. Analog zum „Pakt für Forschung und
Innovation“ solle dabei ein mehrjähriges Budget mit jährlich dynamisiertem
Aufwuchs für die mittelstandsorientierten Forschungsförderprogramme wie
IGF, INNO-KOM und ZIM angesetzt werden, das allen Beteiligten im System
Planbarkeit und Kontinuität gibt.
Die Verabschiedung des Bundeshaushaltsgesetztes 2022 steht derzeit für
Anfang Juni 2022 auf der Tagesordnung des Bundesrats.
Über die AiF
Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von
Guericke“ e.V. ist das Forschungsnetzwerk für den deutschen Mittelstand.
Sie fördert Forschung, Transfer und Innovation. Als Dachverband von 100
gemeinnützigen Forschungsvereinigungen mit mehr als 50.000 eingebundenen
Unternehmen und über 1.200 beteiligten Forschungseinrichtungen leistet sie
einen wichtigen Beitrag, die Volkswirtschaft Deutschlands in ihrer
Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Die AiF als gemeinnütziger
Verein organisiert die Industrielle Gemeinschaftsforschung und betreut
über die AiF Projekt GmbH und die AiF F∙T∙K GmbH, ihre
einhundertprozentigen Tochtergesellschaften, weitere Förderprogramme der
öffentlichen Hand. Im Jahr 2021 setzte die AiF über 557 Millionen Euro an
öffentlichen Fördermitteln ein. Seit ihrer Gründung im Jahr 1954 lenkte
sie rund 13,5 Milliarden Euro öffentliche Fördermittel in neue
Entwicklungen und Innovationen und brachte mehr als 245.000
Forschungsprojekte auf den Weg.
Pressekontakt
AiF e.V., Frauke Frodl, presse(at)aif(.)de, Telefon: +49 30 64475 215
Originalpublikation:
BDI-Empfehlungen für die Forschungs- und Innovationspolitik zur Umsetzung
des 3,5-Prozents-Ziels Download:
https://www.aif.de/fileadmin/u
Einstiege/Presse/Presseinfos/2
Ziel.pdf
Evaluationsstudie des Bundeswirtschaftsministeriums Download:
https://www.bmwk.de/Redaktion/
gemeinschaftsforschung-igf-202
EFI-Jahresgutachten 2022 Download:
https://www.e-fi.de/fileadmin/
