Ab sofort elektrisch: Formula Student-Team der h_da startet mit dem „F22“ in die neue Rennsaison
Neuer Antrieb, neuer Look, neue Herausforderungen: Das Formula Student-
Team (FaSTDa) der Hochschule Darmstadt (h_da) startet mit seinem neuen
Elektrorennwagen „F22“ in die studentische Rennsaison. Schon vor zehn
Jahren wurde ein erster E-Bolide gebaut, seitdem aber wieder mit
Verbrennern gefahren. Ab sofort geht es nur noch elektrisch auf die Piste.
Zugleich feiert FaSTDa in diesem Jahr Jubiläum: Das studentische h_da-
Rennteam besteht seit 15 Jahren.
Für die h_da-Studierenden ist der Umstieg auf die neue elektrische
Antriebstechnologie eine Zeitenwende. Ein Reset. An ganz vielen Stellen
musste das Team seinen Rennwagen neu denken. So ist der Verbrenner-Motor
im Heck passé, dafür sitzen vier Elektromotoren mit selbst entwickelten so
genannten Planetengetrieben direkt in den Rädern. Statt dem Motor findet
im Heck nun der Akku Platz, der kompakter ist, so dass der „F22“ erstmals
ein Voll-Monocoque hat: Die Fahrerzelle umspannt den Rennwagen somit bis
ins Heck. „Dadurch ändert sich auch der Look des F22, der ein Stück weit
minimalistischer wirkt“, sagt FaSTDa-Projektleiter Jonas Acker.
Vieles neu auch für die Fahrenden: Keine Schaltung mehr, keine Kupplung,
bloß noch Gas und Bremse. „Hinzu kommt, dass ein Elektromotor aus dem
Stand die volle Leistung abgeben kann“, erläutert Jonas Acker. „Die
Beschleunigung für den Fahrer ist somit deutlich stärker. Wir rechnen
damit, dass der Wagen in 2 bis 3 Sekunden auf 100 beschleunigen kann statt
in bislang gut 4 Sekunden.“ Mit 108 PS hat der „F22“ fast 40 PS mehr
Leistung als sein Verbrenner-Vorgänger.
Mit dem Umstieg auf den E-Antrieb leistete das FaSTDa-Team im vergangenen
Jahr viel Grundlagenarbeit und war zudem angewiesen auf Studierende aus
einschlägigen Studiengängen. „Elektrotechnik-Studierende sind natürlich
gefragt, mit Blick auf unser geplantes autonomes System aber zum Beispiel
auch Studierende aus Studiengängen wie Optotechnik und Bildverarbeitung“,
sagt Jonas Acker. Damit studentischer Nachwuchs nicht ausbleibt,
präsentiert sich das interdisziplinär zusammengesetzte FaSTDa-Team neuen
Studierenden unter anderem in Erstsemestereinführungen oder bei
gemeinsamen Grillabenden auf dem Campus.
„Technisch stand das Team vor einem kompletten Neuanfang“, sagt Faculty
Advisor Prof. Dr. Florian Van de Loo vom Fachbereich Maschinenbau und
Kunststofftechnik, der die Studierenden betreut. „Aber das Team, das sich
seit nunmehr 15 Jahren zu einer begeisterten Gemeinschaft von Studierenden
entwickelt hat, hat es einmal mehr mit großem Zusammenhalt, ungeheurer
Dynamik und unermüdlichem Einsatz geschafft, in beeindruckender Weise auch
diese Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Reif für den
Berufseinstieg? Ohne jeden Zweifel.“
In der vergangenen Saison hatten die Rennwagenbegeisterten gleich mehrfach
Grund zum Feiern: Platz 5 im Gesamtranking bei den Formula Student-Rennen
am Hockenheimring und in Spanien und Platz 1 für den Businessplan bei den
Rennen in Spanien und Tschechien bescherten dem h_da-Team laut Jonas Acker
eine der erfolgreichsten Rennsaisons in der 15jährigen FaSTDa-Geschichte
und einen erfolgreichen Abschluss der Verbrenner-Ära. Mit dem neuen
Elektro-Boliden wollen die Studierenden ab Sommer am Hockenheimring sowie
in Italien, Spanien und Ungarn antreten.
Hintergrund
Das FaSTDa-Team der Hochschule Darmstadt besteht seit 2007 und aktuell aus
gut 60 Studierenden aus 16 Studiengängen der h_da. Einige von ihnen
bringen einschlägige Vorerfahrungen aus technischen Berufen oder dem semi-
professionellen Rennsport in die Arbeit ein. Betreut und beraten wird das
Team von Prof. Dr. Florian Van de Loo und weiteren Kollegen vom
Fachbereich Maschinenbau und Kunststofftechnik. Das Renn-wagen-Projekt
wird von einer Reihe von Unternehmen gesponsert. Eine Liste der
beteiligten Förderer und weitere Informationen zum Team und Projekt finden
sich auf der Projekt-Website https://fastda-racing.de, auf Facebook
https://www.facebook.com/fastd
