PTB auf der Hannover Messe: Digitale Infrastruktur für die Wasserstoffwirtschaft
Die Forschungsinitiative QI-Digital präsentiert an mehreren Beispielen,
wie eine moderne digitale QI zu mehr Qualität und Sicherheit führt.
Auf der Hannover Messe 2022, die dieses Jahr vom 30. Mai bis zum 2. Juni
stattfindet, präsentieren die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
und die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) die
Initiative Qualitätsinfrastruktur (QI)-Digital. An zwei praxisnahen
Beispielen – Wasserstofftankstelle und additive Fertigungskette – können
Besucherinnen und Besucher erleben, wie eine moderne digitale QI zu einer
verbesserten Qualitätssicherung, neuen Sicherheitsstandards und mehr
Wirtschaftlichkeit beiträgt. Die Initiative QI-Digital wird finanziell vom
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) unterstützt.
„Die Qualität deutscher Produkte genießt einen ausgezeichneten Ruf“, sagt
Prof. Dr. Cornelia Denz, Präsidentin der PTB. „Damit dieses
Qualitätsversprechen der deutschen Wirtschaft auch in einer
digitalisierten Welt gilt und Vertrauen in neue Technologien entsteht,
brauchen wir eine digitale Qualitätsinfrastruktur. Daran arbeiten wir mit
Hochdruck.“
Sichere Wasserstofftankstellen mit fairer Abrechnung
Am Messestand werden die Qualitätsinfrastruktur und deren Digitalisierung
praktisch begreifbar: An einem virtuellen 3D-Modell zeigen Expertinnen und
Experten, wie eine sichere und verlässliche Wasserstoffindustrie
gewährleistet werden kann. Grundlage dafür ist ein abgestimmtes System,
bestehend aus der Messkompetenz der PTB, die Expertise der BAM sowie den
Beiträgen von Normung, Akkreditierung, Konformitätsbewertung und
Marktüberwachung. Dabei wird deutlich, wie die Initiative QI-Digital die
Digitalisierung dieses als Qualitätsinfrastruktur bekannten Zusammenspiels
vorantreibt.
Dazu entwickeln PTB und BAM am Beispiel einer Wasserstofftankstelle neue
digitale Werkzeuge, um einen effizienten und sicheren Betrieb zu
ermöglichen. Aufgabe der PTB im Projekt ist es, die Ausstellung gesetzlich
geforderter Zertifikate für den Betrieb einer Wasserstofftankstelle (z. B.
Explosionsschutz) und die faire Abrechnung (Mess- und Eichgesetz) auch im
digitalen Zeitalter zu realisieren. Dazu entwickelt die PTB digitale,
maschinenlesbare Dokumente, die den automatischen Datenaustausch zwischen
verschiedenen Systemen ermöglichen. Das führt zu mehr Transparenz und
erlaubt so diversen Nutzenden und auch den Marktüberwachungsbehörden den
einfachen und schnellen Zugriff auf Informationen. Der Datenzugriff muss
dabei den Kernprinzipien Datensouveränität, Sicherheit und Datenschutz
genügen. Dazu entwickelt die PTB gemeinsam mit der BAM eine digitale
Plattform, über die Daten und Zertifikate sicher vorgehalten und
ausgetauscht werden können.
Die Überführung der etablierten Qualitätsinfrastruktur in das digitale
Zeitalter ist letztendlich nur durch die gebündelte Kompetenz aller
beteiligten Projektpartnerinnen und Partner von QI-digital möglich: die
Messkompetenz der PTB, die langjährige Erfahrung der BAM im Bereich der
Sicherheitstechnik, die Abbildung der Wünsche von Regelsetzern und
Verbrauchern durch Normen (DIN/DKE) sowie deren Nutzung durch (DAkkS-)
akkreditierte Laboratorien und Konformitätsbewertungsstellen (z. B. TÜV,
DEKRA, Prüfstellen).
Podiumsdiskussion zum Thema digitale Qualitätsinfrastruktur
Abgerundet wird das Programm der QI-Initiative durch eine
Podiumsdiskussion am 01.06.2022 um 15:30 Uhr am Stand des BMWK (C34).
Unter dem Titel „QI-Digital: Qualitätsinfrastruktur als Vertrauensanker in
der Digitalen Transformation“ diskutieren die zentralen Akteurinnen und
Akteure des Projekts über die Herausforderungen und Lösungen für eine
digitale QI, und wie diese im Projekt entwickelt werden.
So finden Sie uns auf der Hannover Messe
Am Messestand des BMWK in der Halle 2, C34 können sich Interessierte
umfassend über die Forschung der PTB und der BAM zum Thema QI-Digital
informieren.
Über QI-Digital
Qualitätsinfrastruktur Digital (QI-Digital) ist eine gemeinsame
Forschungsinitiative der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), der
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), des Deutschen
Instituts für Normung (DIN), der Deutschen Kommission Elektrotechnik,
Elektronik & Informationstechnik (DKE) sowie der Deutschen
Akkreditierungsstelle (DAkkS). Zusammen mit Partnerinstitutionen und
Industrieunternehmen erarbeiten sie praxisnahe Lösungen für eine moderne,
agile und digitale Qualitätsinfrastruktur. Ziel ist es, etablierte
Strukturen und Prozesse der Qualitätssicherung zu digitalisieren, um die
Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft langfristig zu sichern.
Über die PTB
Die PTB ist das nationale Metrologieinstitut Deutschlands und technische
Oberbehörde des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Sie ist
damit oberste Instanz bei allen Fragen des richtigen und zuverlässigen
Messens. An den Standorten Braunschweig und Berlin sind insgesamt mehr als
2100 Mitarbeitende beschäftigt. Sie forschen an grundlegenden Fragen zu
den physikalischen Einheiten, kalibrieren Messgeräte für höchste
Genauigkeitsansprüche und führen Konformitätsbewertungen durch, unter
anderem für Messgeräte und im Bereich des Explosionsschutzes. Gemeinsam
mit anderen Akteuren arbeitet die PTB an einer digitalen und
zukunftsorientierten Qualitätsinfrastruktur.
