Aufbrechen“ - Lesung und Gespräch mit der Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga
Mittwoch, 22. Juni 2022, 19.30 Uhr
Lichtburg Essen, Kettwiger Str. 36, 45127 Essen
Tsitsi Dangarembga ist die bekannteste Autorin Simbabwes, Filmemacherin
und Drehbuchautorin. Sie ist politische Aktivistin und gilt als eine der
radikalsten Stimmen des afrikanischen Kontinents.
Ende der 1980er Jahre wurde sie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie
Berlin ausgebildet und kehrte anschließend in ihre Heimat Simbabwe zurück.
Sie ist Direktorin des „Creative Arts of Progress in Africa Trust“,
Gründerin und Direktorin des „International Images Film Festival for
Women“ in Harare und Mitglied der Organisation „Women Filmmakers of
Zimbabwe“. Tsitsi Dangarembga ist Mitglied der Internationalen Jury 2022
der Internationalen Filmfestspiele Berlin.
Ihr Debütroman „Aufbrechen“ wurde von der BBC in die Liste der 100 Bücher
aufgenommen, die die Welt verändert haben. Sie wurde 2021 mit dem PEN
International Award für Meinungsfreiheit und dem PEN Pinter Prize
ausgezeichnet. Ebenfalls im letzten Jahr erhielt sie den Friedenspreis des
deutschen Buchhandels.
Der erste Teil der Trilogie „Nervous Conditions“ aus dem Jahr 1988 wurde
kürzlich unter dem Titel „Aufbrechen“ (Orlanda Verlag, 2019) neu
übersetzt. Darin kämpft die junge und starke Tambudzai um höhere Bildung
und eine Chance, sich aus den patriarchalischen Strukturen ihres Dorfes zu
befreien. Der Roman zählt für die BBC zu den 100 Büchern, „die die Welt
geprägt haben“ und erhielt den Commonwealth Writers Prize.
In „Überleben“ (Orlanda Verlag, 2021), dem dritten Teil der Trilogie, ist
Tambudzai nun jenseits der Dreißig und arbeitslos. Mit wenig Geld und
geringem Selbstrespekt schlägt sie sich in Harare durch. Es gelingt ihr,
bei einer Witwe unterzukommen, wo sie jedoch die Übergriffe eines
Mitbewohners fürchten muss. Nicht nur in ihrem Leben scheint einiges
schiefgegangen zu sein. Nach der Unabhängigkeit haben Korruption,
Rassenkonflikte und Willkür die Unterdrückungsmechanismen des
Kolonialismus in Simbabwe fortgesetzt. Obwohl sie noch einen Job als
Biologielehrerin annehmen kann, scheitert ihr Überlebenskampf; der
schmerzhafte Kontrast zwischen der Zukunft, die sie sich vorgestellt hatte
und ihrer Alltagsrealität treibt sie in die Verzweiflung und an einen
Wendepunkt. Der Roman stand 2020 auf der Longlist zum Booker Prize.
Der zweite Teil der Trilogie „Verleugnen“ erscheint – ebenfalls im Orlanda
Verlag – im September 2022.
REFERENTIN
Tsitsi Dangarembga, Autorin
MODERATION
Antje Deistler, Journalistin und Leiterin des Literaturbüro Ruhr
LESUNG AUS DER DEUTSCHEN ÜBERSETZUNG
Davina Donaldson, Schauspielerin
TEILNAHME
Karten ausschließlich bei der Lichtburg. Entweder täglich an der
Lichtburg-Kasse, oder auf der Lichtburg-Homepage.
Eintritt: € 15,- | Schüler/Studenten/Arbeitslose (gg. Bescheinigung) € 8,-
VERANSTALTER
Eine gemeinsame Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr e.V. /
Literaturzeitschrift Schreibheft / Essener Filmkunsttheater / EXILE e.V. /
stimmen afrikas / Literaturbüro Ruhr / FLIP – Frauenliebe im Pott
(Partnerschaft mit Simbabwe) / Kulturwissenschaftliches Institut Essen
(KWI) / Orlanda Verlag / und der Buchhandlung Proust.
Über das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI):
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist ein
interdisziplinäres Forschungskolleg für Geistes- und Kulturwissenschaften
in der Tradition internationaler Institutes for Advanced Study. Als
interuniversitäres Kolleg der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen
Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen arbeitet das
Institut mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern seiner
Trägerhochschulen und mit weiteren Partnern in NRW und im In- und Ausland
zusammen. Innerhalb des Ruhrgebiets bietet das KWI einen Ort, an dem die
Erträge ambitionierter kulturwissenschaftlicher Forschung auch mit
Interessierten aus der Stadt und der Region geteilt und diskutiert werden.
Derzeit stehen folgende Forschungsschwerpunkte im Mittelpunkt:
Kulturwissenschaftliche Wissenschaftsforschung, Kultur- und
Literatursoziologie, Wissenschaftskommunikation sowie ein „Lehr-Labor“.
Fortgesetzt werden außerdem die Projekte im Forschungsbereich
Kommunikationskultur sowie Einzelprojekte. www.kulturwissenschaften.de
