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Feuerfest, witterungsstabil, nachhaltig: Baumaterialien aus namibischem Akazienholz

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Die Ausbreitung von invasiven Akazien stellt in Namibia ein großes Problem
dar. Durch die Verbuschung werden Weideflächen vernichtet, der
Grundwasserspiegel sinkt und Pflanzen und Tiere werden aus ihrem
natürlichen Lebensraum verdrängt. In einem Projekt mit der Universität von
Namibia (UNAM) verwerten Forscher des INM – Leibniz-Institut für Neue
Materialien das Akazienholz zu nachhaltigen Baumaterialien, die feuerfest
und witterungsstabil sind. Den neuen Baustoff und seine speziellen
Eigenschaften stellt das INM vom 30.05. – 02.06.2022 auf der Hannover
Messe vor.

Mit der über die GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale
Zusammenarbeit GmbH) und das Saarland geförderten Initiative „Namibia
Material Institute Competence Development“ (NaMiComp) begann 2016 die
Zusammenarbeit zwischen dem INM und der UNAM. „Zunächst haben wir unseren
namibischen Partnern hier bei uns vermittelt, mit welchen Methoden und
Geräten die Hölzer, Bindemittel und Zusatzstoffe im Hinblick auf
Baumaterialien untersucht werden, die sich für den nachhaltigen und
kostengünstigen Hausbau (low-cost housing) im südlichen Afrika eignen.
Inzwischen ist in Namibia ein materialwissenschaftliches Labor
eingerichtet, in dem die namibischen Partner die Komponenten vor Ort
selbst analysieren und verarbeiten können“, erläutert Projektleiter
Carsten Becker-Willinger. Als nächster Schritt sei der Einstieg in eine
industrielle Fertigung in Namibia geplant. „Wir suchen gemeinsam und in
enger Abstimmung mit dem lokalen Entbuschungsprogramm der GIZ in Namibia
(„Bush Control and Biomass Utilisation Project") nach industriellen
Kooperationspartnern aus Deutschland und Europa über die gesamte
Wertschöpfungskette hinweg, die diesen Schritt mit uns gehen und sich auch
beim Produktionsaufbau in Namibia engagieren wollen“, führt Becker-
Willinger weiter aus.

Was ist nun das Besondere an der verwendeten Technologie? Als Komponenten
für die Holzfaserplatten dienen Akazienspäne und ein wasserbasierter
anorganischer Binder (Namibinder®), der frei von gesundheitsschädlichem
Formaldehyd ist und eine CO2-Bilanz aufweist, die um den Faktor 4 geringer
ist als bei Zement. Zudem sind die Bauplatten nicht brennbar. Dies
beweisen Feuerfestigkeitstests bei Temperaturen von bis zu 1100 °C über
einen Zeitraum von mehr als einer Stunde. Die Platten sind für tragende
Bauteile geeignet und witterungsstabil. Durch ein spezielles Verfahren
sind sie regenfest und daher auch zum Bau von Dächern geeignet.

Die Vorteile der Produktion von Baumaterialien aus heimischen Ressourcen
für Namibia selbst liegen auf der Hand: Zum einen werden Arbeitsplätze
geschaffen. Zum anderen ist das Baumaterial so kostengünstig, dass eine
wesentlich größere Zahl von Menschen sich ein Haus leisten kann. Die
Vorzüge der Holzplatten machen sie aber auch für den europäischen Markt
interessant, z.B. in der Bau- und Möbelindustrie.

Wir freuen uns, Ihnen unsere Technologie am Stand B28 in Halle 2
(Gemeinschaftsstand Saarland) zu präsentieren.