Einwanderung und Armut: Brauchen Großwohnsiedlungen mehr soziale Mischung? Regionalgespräch und Pressetermin am 8.6.22
Großwohnsiedlungen haben in den letzten Jahren verstärkt Zuzüge
einkommensschwacher Haushalte verzeichnet, unter ihnen auch viele
Migrant*innen. Entsprechend mehren sich Beiträge, die die „soziale
Mischung“ in diesen Gebieten unter Gefahr sehen und die sich für eine
„ausgeglichenere“ Belegungspolitik aussprechen. Andere Beiträge
kritisieren das Konzept der sozialen Mischung generell und warnen vor
Diskriminierung. Das 52. Brandenburger Regionalgespräch des Leibniz-
Instituts für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) diskutiert diese Fragen
am 8.6. (hybrid). Vorab steht Stadtforscher Matthias Bernt für Fragen zur
Verfügung. Das Gespräch nimmt u.a. Bezug auf das Forschungsprojekt
StadtumMig.
Als 2015 zahlreiche Geflüchtete nach Deutschland kamen, fanden sie
angesichts angespannter städtischer Wohnungsmärkte vor allem in
Großwohnsiedlungen Wohnraum. Insbesondere in Ostdeutschland bedeutete
dies, dass "Plattenbaugebiete" nun zu Ankunftsorten der Migration wurden.
Mit der Ankunft ukrainischer Geflüchteter wiederholt sich diese Dynamik.
In den vergangenen Jahren wurden zudem ärmere Haushalte zunemend aus den
Innenstädten verdrängt. Auch sie fanden überwiegend in den
Großwohnsiedlungen an den Rändern der Städte neue Wohnungen.
52. Brandeburger Regionalgespräch
Vor diesem Hintergrund diskutiert das 52. Brandenburger Regionalgespräch
des IRS am 08.06.2022 ab 14 Uhr die folgende Fragen:
- Welche Bedeutung hat „soziale Mischung“ für die Entwicklung von
Großwohnsiedlungen?
- Welche Erfahrungen werden vor Ort mit dem Zusammenleben
unterschiedlicher Bewohnergruppen gemacht?
- Wann wirkt eine Belegungspolitik diskriminierend und wie sollte eine
moderne Belegungspolitik aussehen?
Es diskutieren:
- PD Dr. Matthias Bernt | IRS, Erkner
- Helene Böhm | GESOBAU, Berlin
- Susen Engel | QMGebiet Falkenhagener Feld Ost, Berlin
- Ralf Protz | Kompetenzzentrum Großsiedlungen, Berlin
- JörnMichael Westphal | ProPotsdam GmbH, Potsdam
- Prof. Dr. Sybille Münch | Leuphana Universität Lüneburg
Alle online Teilnehmenden können sich mit Fragen und Anmerkungen an der
Diskussion beteiligen. Die Möglichkeit zur Anmdelung besteht hier:
https://us06web.zoom.us/meetin
tqz4sG91xpdEgioqfzyz2Q9cU1KV3
Pressetermin zum Regionalgespräch
Ebenfalls am Mittwoch dem 8.6.2022 ab 11 Uhr gibt IRS-Stadtforscher
Matthias Bernt interessierten Medienvertreter*innen online einen Überblick
über das Thema des Regionalgesprächs und steht für Fragen zur Verfügung.
Interessierte melden sich bitte per E-Mail an unter felix.mueller@leibniz-
irs.de.
Forschung zu Großwohnsiedlungen in Halle, Cottbus und Schwerin
Im Forschungsverbund „Vom Stadtumbauschwerpunkt zum Einwandererquartier?
Neue Perspektiven für periphere Großwohnsiedlungen“, kurz „StadtumMig“,
hat das IRS gemeinsam mit dem Institut für ökologische Raumentwicklung
(IÖR) in Dresden, dem Berliner Institut für empirische Integrations- und
Migrationsforschung der Humboldt-Universität zu Berlin (BIM) und der
Brandenburgischen Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und
Modernisierung mbH (B.B.S.M.) in Potsdam vier Großwohnsiedlungen unter der
genanntenFragestellung in den Blick genommen: Mueßer Holz und Neu-
Zippendorf in Schwerin, Sandow in Cottbus und Südliche Neustadt in Halle
(Saale). Weitere Informationen finden Sie unter https://stadtummig.de/.
Magazin IRS aktuell gibt Überblick über Forschungsergebnisse
Das Magazin IRS aktuell bereitet in seiner 98. Ausgabe (Juni 2022)
zentrale Ergebnisse des StadtumMig-Projekts und weiterer
Forschungsprojekte zur aktuellen Entwicklung von Großwohnsiedungen
verständlich auf. Es ist online abrufbar unter: https://leibniz-
irs.de/medien/irs-aktuell
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
PD Dr. Matthias Bernt
03362 793 275
Originalpublikation:
IRS aktuell Nr. 98 (1/2022): Orte der Ankunft – Großwohnsiedlungen in
Ostdeutschland. https://leibniz-irs.de/medien/
ankunft-grosswohnsiedlungen-in
