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Qualität von Zertifikaten zur CO2-Kompensation: neues interaktives Bewertungstool online

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Die Carbon Credit Quality Initiative (CCQI) stellt heute ein neues Online-
Tool vor, mit dem Userinnen und User die Qualität von
Emissionszertifikaten bewerten können. Damit können sie fundiertere
Entscheidungen beim Kauf solcher Zertifikate treffen, was die Qualität der
gehandelten Gutschriften insgesamt verbessern soll.

Das Bewertungstool vergibt Punkte für die Qualität von drei häufig
genutzten Projekttypen bei der Klimakompensation – Deponiegas, Aufforstung
und effiziente Kochherde – und schließt die vier größten Programme für
Emissionsgutschriften ein: den Clean Development Mechanism (CDM), die
Climate Action Reserve, den Gold Standard und den Verified Carbon
Standard. Es wurde gemeinsam vom Environmental Defense Fund, dem World
Wildlife Fund (WWF USA) und vom Öko-Institut entwickelt und steht seit
heute kostenlos unter www.carboncreditquality.org zur Verfügung.

Qualitätsverbesserung nötig

Der Markt für Emissionszertifikate ist in den letzten Jahren rasant
gewachsen. Immer mehr Organisationen und Unternehmen haben sich
Nullemissionsziele gesetzt und nutzen Zertifikate, um einen Teil ihrer
Emissionen auszugleichen oder Klimaschutzmaßnahmen andernorts zu
finanzieren. Die Qualität der bisherigen Zertifikate ist allerdings sehr
durchwachsen.
Die ersten Auswertungen der CCQI zeigen, dass Zertifikate oft in einigen
Bereichen gut, in anderen jedoch schlecht abschneiden. So weisen
beispielsweise effiziente Kochherdprojekte erhebliche Mängel bei der
konkreten Berechnung der Emissionsreduzierung auf. Außerdem wird nicht
gewährleistet, dass der dadurch gespeicherte Kohlenstoff zu einem späteren
Zeitpunkt nicht wieder an die Atmosphäre abgegeben wird. Auf der anderen
Seite weisen sie jedoch oft einen hohen sozialen Nutzen auf.
"Die erste Bewertungsrunde der CCQI zeigt klar, dass es auf dem Markt für
Emissionsgutschriften sowohl Weizen als auch Spreu gibt", fasst Pedro
Martins Barata, Senior Director of Climate beim Environmental Defense
Fund, zusammen. "Das Wichtigste ist, dass Verbraucherinnen und Verbraucher
den Unterschied erkennen können. Unser kostenfreies Bewertungstool kann
die Qualität im Markt erhöhen, indem es Käufern hilft, die Qualität von
Emissionsgutschriften zu bewerten."

Strenge Qualitätskriterien der CCQI-Methode

Die Emissionszertifikate werden nach einer eigens entwickelten Methode
bewertet, bei der sie auf einer Skala von eins bis fünf anhand mehrerer
Qualitätsziele eingestuft werden. Dazu gehören neben einer robusten
Quantifizierung der Treibhausgasemissionen, dass die Emissionsminderung in
den Klimaschutzprojekten zusätzlich erfolgt, dass der Kohlenstoff
möglichst dauerhaft gespeichert wird und dass die Emissionsgutschriften
nicht doppelt gezählt werden. Darüber hinaus wird geprüft, ob die Projekte
anspruchsvollen ökologischen und sozialen Anforderungen genügen müssen und
die Technologien zum Übergang in eine emissionsfreie Zukunft der
Gastgeberländer beitragen.
"Um gute Qualität zu haben, müssen Zertifikate gleich eine ganz Reihe von
Anforderungen erfüllen", sagt Dr. Lambert Schneider, Forschungskoordinator
für internationale Klimapolitik am Öko-Institut. "Wir haben unser Online-
Tool so konzipiert, dass Nutzerinnen und Nutzer einen differenzierten
Blick auf die verschiedenen Qualitätsmerkmale von Emissionsgutschriften
erhalten können.“

„Wenn Käuferinnen und Käufer den Kompensationsmarkt kennenlernen, sind sie
manchmal überrascht, dass es keine detaillierten und öffentlich
zugängliche Hilfestellungen gibt“, sagt Brad Schallerts, Leiter
Kohlenstoffmärkte und Luftfahrt beim WWF USA. „Mit dieser Initiative
hoffen wir diese Lücke zu schließen. Unser Tool kann ein wichtiger Schritt
bei der Prüfung der Qualität von Zertifikaten sein.“

Zur Website und der Bewertungstool der Carbon Credit Quality Initiative
von Environmental Defense Fund, dem World Wildlife Fund (WWF USA) und Öko-
Instituts: https://carboncreditquality.org/