CineScience: „A psychotic would have a ball here“ – Modernismus und Brutalismus als Wohnwelten im Film
Ein Abend in der CineScience-Reihe „Architektur + Film“
Dienstag, 14. Juni 2022, 20.00 Uhr
Filmstudio Glückauf, Rüttenscheider Str. 2, 45128 Essen
Die Veranstaltung findet im Rahmen des 4. Essener Wissenschaftssommers und
als Teil des KWI-Semesterschwerpunkts „Wohnen | Dwelling“ statt
Brutalismus ist für viele nicht nur eine Architekturbezeichnung, sondern
ein lautmalerischer Ausdruck: Obwohl der Begriff vom französischen
Ausdruck für Sichtbeton („béton brut“) stammt, ist das ‚brutale‘ dieser
Architekturen oft Ausdruck dystopischer Erzählungen – von Stanley Kubricks
„A Clockwork Orange“ bis zu Ben Wheatleys „High Rise“.
In starkem Kontrast zu den meist negativ konnotierten Inszenierungen der
„Betonmonster“ stehen die gesellschaftlichen Diskurse und Visionen zur
Bauzeit, die ebenfalls anhand von Filmausschnitten umrissen werden. Ob der
häufig beobachtbare Verfall von Bauten, die ursprünglich für das
Gemeinwohl erdacht worden waren, tatsächlich am Baumaterial Beton liegt
oder eher am fehlerhaften Umgang mit diesen Bauten durch Politik und
Stadtplanung, wird sich abschließend kaum beantworten lassen. Die
Kunsthistorikerin Christin Ruppio (Lehmbruck Museum) und der Künstler Maik
Ronz (TU Dortmund) möchten diese Frage gerne mit dem Publikum diskutieren.
REFERENT*INNEN
Christin Ruppio, Lehmbruck Museum
Maik Ronz, Technische Universität Dortmund
LEITUNG
Armin Flender, KWI-Geschäftsführer
Anja Schürmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am KWI
TICKETS
Karten können Sie hier online buchen oder wie üblich an der Abendkasse,
oder unter: 0201 43 93 66 33. Eintritt: 5,- € | erm. 3,- €
HYGIENEMASSNAMEN
Bitte beachten Sie die Hygienemaßnahmen des Filmstudios Glückauf.
VERANSTALTER
Eine Veranstaltung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) in
Kooperation mit dem Filmstudio Glückauf im Rahmen des 4. Essener
Wissenschaftssommers.
ÜBER CINESCIENCE „ARCHITEKTUR + FILM“:
Das Kino ist ein guter Ort, um der Sehnsucht nach dem Leben anderer
Menschen nachzugehen. In Autos, Gebäuden, auf der Straße oder in sich
selbst können diese Menschen wohnen. Die „vier Wände“ sind dabei nicht nur
in der Ausstattung entscheidend: Architektur im Film kann – von den
monumentalen Kollektivbauten in Science-Fiction Filmen bis in
unterirdische Maulwurfsgänge – die Bedingungen ihrer filmischen
Darstellbarkeit transparent machen. Welche Räume stehen dem Film zur
Verfügung und wie werden sie ästhetisch und erzählerisch genutzt, fragen
sich Wissenschaftler*innen des KWI und ihre Gäste. Anhand ausgewählter
Filmausschnitte werden diese Fragen auch mit dem Publikum diskutiert.
Die CineScience-Abende sind Teil des Semesterthemas „Wohnen – zwischen
Obdach und Design“. Im Sommersemester 2022 erforscht das KWI in
vielfältigen Formaten mit Gästen und mit Beiträgen aus eigenen Reihen
diverse Phänomene des Wohnens, Obdachsuchens und Gestaltens.
Über das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI):
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist ein
interdisziplinäres Forschungskolleg für Geistes- und Kulturwissenschaften
in der Tradition internationaler Institutes for Advanced Study. Als
interuniversitäres Kolleg der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen
Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen arbeitet das
Institut mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern seiner
Trägerhochschulen und mit weiteren Partnern in NRW und im In- und Ausland
zusammen. Innerhalb des Ruhrgebiets bietet das KWI einen Ort, an dem die
Erträge ambitionierter kulturwissenschaftlicher Forschung auch mit
Interessierten aus der Stadt und der Region geteilt und diskutiert werden.
Derzeit stehen folgende Forschungsschwerpunkte im Mittelpunkt:
Kulturwissenschaftliche Wissenschaftsforschung, Kultur- und
Literatursoziologie, Wissenschaftskommunikation sowie ein „Lehr-Labor“.
Fortgesetzt werden außerdem die Projekte im Forschungsbereich
Kommunikationskultur sowie Einzelprojekte.
