Halle Lectures: Philippe Büttgen spricht über „Kant und die Kirche“
Welchen Einfluss hatte Immanuel Kant auf die Theologie des 18.
Jahrhunderts? Was lässt sich heute mit Blick auf die Religion von seiner
berühmten Streitschrift "Was ist Aufklärung?" lernen? Mit diesen Fragen
befasst sich der Pariser Religionsphilosoph Prof. Dr. Philippe Büttgen in
seinem Vortrag im Rahmen der "Halle Lectures", der am Mittwoch, 8. Juni,
um 18 Uhr stattfindet. Organisiert wird die Reihe von der Martin-Luther-
Universität Halle-Wittenberg (MLU) und den Franckeschen Stiftungen. Der
Vortrag ist sowohl in Präsenz als auch online zu verfolgen.
Welchen Einfluss hatte Immanuel Kant auf die Theologie des 18.
Jahrhunderts? Was lässt sich heute mit Blick auf die Religion von seiner
berühmten Streitschrift "Was ist Aufklärung?" lernen? Mit diesen Fragen
befasst sich der Pariser Religionsphilosoph Prof. Dr. Philippe Büttgen in
seinem Vortrag im Rahmen der "Halle Lectures", der am Mittwoch, 8. Juni,
um 18 Uhr stattfindet. Organisiert wird die Reihe von der Martin-Luther-
Universität Halle-Wittenberg (MLU) und den Franckeschen Stiftungen. Der
Vortrag ist sowohl in Präsenz als auch online zu verfolgen.
Seit Habermas und Foucault konzentriert sich die Debatte um die Aktualität
der Aufklärung auf die Interpretation von Kants Schrift "Was ist
Aufklärung?" von 1784. Meistens, so Büttgen, liest man von ihr jedoch nur
die ersten Zeilen: "Sapere aude" - "Habe Mut, Dich Deines eigenen
Verstandes zu bedienen". In seinem Vortrag "Kant und die Kirche. 'Was ist
Aufklärung?' neu lesen" fordert er stattdessen dazu auf, die komplette
Schrift zu lesen und zu kontextualisieren: als eine Streitschrift, die wie
kaum eine andere die Theologie ihrer Zeit unterlief. Kant gelte als
Erfinder einer alternativen Pastoraltheologie; er habe sämtliche
Leitbegriffe dieser typischen Ausrichtung der Aufklärungstheologie - Amt,
Kirche, Bekenntnis - einer drastischen Transformation unterzogen. Die
Diskussion um "Aufklärung heute" werde erst wieder relevant, wenn man den
religionskritischen Ansatz im Sinn behält, den Kant anhand seiner
Auseinandersetzung mit der Macht der Pfarrer entwickelt hat.
Büttgen, Jahrgang 1970, zählt zu den renommiertesten Aufklärungs- und
Religionsforschern Frankreichs. Seit 2011 ist er Professor für
Religionsphilosophie an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne.
In den "Halle Lectures" referieren jährlich zwei herausragende,
international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die
Vorträge richten sich sowohl an Forschende und Studierende als auch an die
breite Öffentlichkeit. Die Reihe findet in Kooperation der
Interdisziplinären Zentren für Pietismusforschung (IZP) und für die
Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA), der Alexander von
Humboldt-Professur für Neuzeitliche Schriftkultur und europäischen
Wissenstransfer, der Franckeschen Stiftungen zu Halle und des
Landesforschungsschwerpunkts "Aufklärung-Religion-Wissen" statt.
Philippe Büttgen: Kant und die Kirche. "Was ist Aufklärung?" neu lesen
Mittwoch, 8. Juni 2022, 18 Uhr
Bibliothek des IZEA
Franckeplatz 1, Haus 54
06110 Halle (Saale)
Und online unter: https://www.izea.uni-halle.de/
Eine Anmeldung ist bis zum 6. Juni möglich unter:
