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Sechs Millionen Euro für das Else Kröner Fresenius Zentrum für Ernährungsmedizin der TUM

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Seit fast 20 Jahren verbindet das Else Kröner Fresenius Zentrum für
Ernährungsmedizin (EKFZ) der Technischen Universität München (TUM) moderne
Ernährungswissenschaften mit medizinischer Spitzenforschung. Dass dieses
Konzept erfolgreich ist, zeigen wegweisende Studien zu Themen wie
Ernährung in der Schwangerschaft, Erkrankungen von Verdauungsorganen oder
braunen Fettzellen. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) und die
Technische Universität München haben nun einen Vertrag über eine weitere
Förderung in Höhe von sechs Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre
unterzeichnet.

„Das EKFZ schlägt eine fruchtbare Brücke zwischen der TUM School of Life
Sciences und den Fakultäten für Medizin und Sport- und
Gesundheitswissenschaften, welche ab Oktober 2023 die neue TUM School of
Medicine and Health begründen werden. Das EKFZ ist damit ein Ausdruck des
innovativen Ansatzes, moderne Ernährungswissenschaften mit medizinischer
Spitzenforschung und neuen Präventionsansätzen zu verbinden“, sagt TUM-
Präsident Thomas Hofmann bei der Vertragsunterzeichnung mit der Stiftung.
„Ich freue mich, dass unsere langjährige Zusammenarbeit mit der Else
Kröner-Fresenius-Stiftung weitergeführt wird und wir mit ihr einen
verlässlichen Partner haben.“

Die EKFS hatte zur Jahrtausendwende den Aufbau des EKFZ initiiert und mit
elf Millionen Euro finanziert. 2018 schloss sich eine weitere Förderung
für fünf Jahre mit insgesamt fünf Millionen Euro an. Das EKFZ ist
mittlerweile eine national und international anerkannte Einrichtung auf
dem Gebiet der Ernährungsmedizin. Nun wird es für weitere fünf Jahre mit
sechs Millionen Euro gefördert.

Der Stiftungsratsvorsitzende Dr. Dieter Schenk konstatiert: „Die Stiftung
sieht es als ihre Aufgabe an, das Wissen um Ursache, Diagnostik und
Therapie von Erkrankungen zum Wohle der Patientinnen und Patienten zu
mehren.“ Der Vorstandsvorsitzende der EKFS, Prof. Michael Madeja, betont:
„Die EKFS ist eine der größten privaten Förderorganisationen der Medizin
in Deutschland. Die Ernährungsmedizin war der Stiftung schon früh ein
Anliegen. Und so unterstützen wir die Weiterförderung und den damit
verbundenen Ausbau des Else Kröner Fresenius Zentrums für
Ernährungsmedizin an der TUM als wichtigen Baustein einer kurativ wie
präventiv ausgerichteten Gesundheitsversorgung.“

Projekte in der klinischen, pädiatrischen und molekularen
Ernährungsmedizin

Derzeit forschen drei Professoren am EKFZ in Projekten, die durch die
Stiftung gefördert werden. Hans Hauner, Professor für Klinische
Ernährungsmedizin, untersucht beispielsweise, mit welchen
Ernährungsstrategien Adipositas und seine Konsequenzen wie Typ 2 Diabetes
am besten behandelt beziehungsweise vermieden werden können. Welchen
Einfluss eine gesunde Lebensweise in der Schwangerschaft auf den
Schwangerschaftsverlauf, die Geburt und die Gesundheit von Mutter und Kind
hat, ist Forschungsschwerpunkt der GeliS-Studie („Gesund leben in der
Schwangerschaft"). „Wir beobachten die kindliche Entwicklung bis zum Ende
des fünften Lebensjahres. Dadurch wird es möglich sein, weitere
Erkenntnisse hinsichtlich der Bedeutung des Gewichtsmanagements
beziehungsweise des Lebensstils schwangerer Frauen für das
Adipositasrisiko ihrer Kinder zu gewinnen. Hieraus könnten sich neue
Perspektiven für eine Prävention im Mutterleib ergeben“, erläutert Hauner.

Die Arbeitsgruppe von Heiko Witt, Professor für Pädiatrische
Ernährungsmedizin, beschäftigt sich mit Krankheiten der
Bauchspeicheldrüse, die zu einer Störung der Verdauungsfunktion führen.
Mittels genetischer und zellbiologischer Untersuchungen sollen die
Mechanismen aufgeklärt werden, die zu einer Fehlfunktion des Organs
führen. „Dies soll auch das Verständnis der normalen Funktionsweise des
Organs fördern, da viele Prozesse innerhalb der Pankreaszellen bislang nur
unzureichend verstanden sind“, erklärt Prof. Witt.

Am Lehrstuhl für Molekulare Ernährungsmedizin von Prof. Martin Klingenspor
werden die Forschungsarbeiten zur Funktion der Wärmebildung in Fettzellen
für die Regulation des Energiehaushalts fortgeführt und vertieft. Eine
zentrale Frage ist, wie solche wärmebildenden „thermogenen“ Fettzellen
nicht nur den Energieverbrauch steigern, sondern auch Hunger und Sättigung
beeinflussen. „Dazu erforschen wir die molekularen Mechanismen der
Kommunikation zwischen den thermogenen Fettgeweben und dem Gehirn“, sagt
Prof. Klingenspor.

Eine Verstärkung erfährt das EKFZ durch die Berufung von zwei weiteren
Professoren, die in naher Zukunft auf dem Gebiet der klinischen und der
translationalen Ernährungsmedizin an der TUM forschen und lehren werden.
Zusätzlich wird die Verwaltung des EKFZ erweitert und professionalisiert
und wird ein wissenschaftlicher Beirat installiert, in dem auch externe
Experten anderer Hochschulen und Forschungsinstitute an der Zukunft und
Evaluierung des Zentrums mitwirken. Universitätsübergreifend kooperiert
das EKFZ-Team zudem mit dem Else Kröner Seniorprofessor Prof. Berthold
Koletzko von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), dessen
Forschungsschwerpunkt im Bereich von Stoffwechsel- und Ernährungsfragen im
frühen Kindesalter liegt.