Aber Wo ist Fritz? – Das FritZine. Absolventen der Hochschule für Künste veröffentlichen Magazin über Fritz Levy
Fritz Levy war einer der bekanntesten Jeveraner, der insbesondere durch
seine Erfahrungen während der NS-Diktatur und seinem Engagement nach dem
Krieg Bekanntheit erlangte. Ariane Litmeyer und Jan Charzinski, Alumni/ae
der Hochschule für Künste (HfK) Bremen, haben im Mai 2022 ein Magazin über
sein Leben und Wirken veröffentlicht.
„Das Zine ‚Aber wo ist Fritz‘ ist Teil einer künstlerischen
Auseinandersetzung mit der Jeverschen Zeit- und Stadtgeschichte anhand der
Biografie von Fritz Levy“, sagt Ariane Litmeyer, Alumna der HfK, die Freie
Kunst studiert hat. „Uns war besonders wichtig die Symbolkraft Levys für
die Stadt- und Regionalgeschichte darzustellen und die Bedeutung von
Erinnerungskultur anhand seiner Person zu thematisieren“, so Litmeyer, die
in Jever aufgewachsen ist. Das Magazin soll als Diskussionsgrundlage für
die Umsetzung eines Denkorts im Jeverschen Stadtraum dienen.
„Fritz Levy war Jeveraner, Jude, Lebemensch und Melancholit, Viehhändler
und Stadtrat. Ein Revoluzzer wider Willen. Kind seiner Zeit und dabei der
Zeit voraus“, so HfK-Alumnus Jan Charzinski, der Integriertes Design
studiert hat. „Wir sind davon überzeugt, dass ein Ort der
Erinnerungskultur wichtig für die Stadt Jever ist. Die Frage, wo Fritz
Levy ist, wo die Erinnerungskultur heute einen Platz hat, muss wieder mehr
diskutiert werden“, so Charzinski.
Die Publikation wurde am 8.Mai 2022, am Tag der Befreiung und zwei Tage
nach Levys 121-jährigen Geburtsjubiläums, vorgestellt. Die Präsentation
des Magazins und eine Lesung fanden im GröschlerHaus Jever, dem Zentrum
für jüdische Geschichte und Zeitgeschichte der Region, statt, welches die
Veranstaltung gemeinsam mit dem Jeverländischen Altertums- und
Heimatverein e.V. organisierte.
„Fritz Levy hat polarisiert. Und gerade deswegen ist und bleibt er eine
Person, die untrennbar mit Jever verbunden ist. Sein Lebenswerk bewegt die
Menschen auch heute noch. Das hat man während der Lesung gespürt“, so
Charzinski.
Litmeyer und Charzinski haben für die Vorbereitung des Zines intensive
Recherchen und Gespräche mit den Menschen Jevers geführt. Durch eine
Fassaden- und Schaufenstergestaltung eines zentral gelegenen Gebäudes in
der friesischen Kleinstadt wurde auf die Frage „Aber wo ist Fritz?“
aufmerksam gemacht und die Bevölkerung dazu aufgerufen Geschichten,
Anekdoten und Kommentare zur Person Levy zu teilen. Die beiden erhielten
auf diesem Wege viele Informationen und Einsendungen, welche in Teilen im
Magazin abgedruckt wurden.
Neben diesen Beiträgen sind auch eigene Texte Levys, biografische Fakten
und Artikel verschiedener Autor:innen im Magazin zu finden. So auch von
Elianna Renner, HfK Alumna der Freien Kunst, die gemeinsam mit der
Kuratorin Nicole Giese-Kroner vom Syker Vorwerk einen Textbeitrag
vorbereitet hat.
Die Publikation wurde gefördert und unterstützt durch das GroeschlerHaus
Jever, den Jeverländischen Altertums- und Heimatverein e.V., die Stadt
Jever, den Landkreis Friesland, den Senator für Kultur Bremen, die
Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und dem Niedersächsischen
Landesbeauftragten gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen
Lebens.
„Aber wo ist Fritz? – Das FritZine“ ist erhältlich im GröschlerHaus Jever,
der Bücherstube Jever, der Küstenschmiede Jever und dem „Alles
Ohne“-Unverpacktladen Jever.
Weitere Informationen: Auf der Homepage www.woistfritz.de ist das Zine
als PDF downloadbar.
Über die Hochschule für Künste Bremen
Die Hochschule für Künste Bremen ist die führende Kunsthochschule in
Nordwestdeutschland. Mit mehr als 1.000 Studierenden, 87 Professor:innen
und 162 Lehrbeauftragten bietet die HfK Bremen ein einzigartiges Portfolio
von Lehrveranstaltungen und garantiert eine individuelle Förderung der
Studierenden in Werkstätten, Laboratorien und Studios sowie Übungsräumen
und Konzertsälen. Zentrale Qualität der HfK Bremen ist die
interdisziplinäre Verbindung der unterschiedlichen Disziplinen zwischen
Kunst, Design und Musik, die in gemeinsamen Projekten entwickelt wird. Die
HfK Bremen hat zwei Standorte, der eine befindet sich in einem
historischen Speichergebäude der Überseestadt, den ehemaligen Docklands
von Bremen, der andere in einem klassizistischen Gebäude im historischen
Zentrum der Stadt.
Die Hochschule und ihre Aktivitäten von Ausstellungen, Interventionen im
öffentlichen Raum bis zu Konzerten und Festivals ist eine Säule des Bremer
Kulturangebots (rund 400 Veranstaltungen der HfK Bremen) und bietet den
Studierenden viele Möglichkeiten, die eigenen Kompetenzen vor Publikum zu
erproben.
Bremen als historische Hansestadt hat in Jahrhunderten
Bürger:innenengagement, demokratische Traditionen, Eigenheiten und
Eigenständigkeiten entwickelt und gilt in Deutschland als Pionier- und
Experimentierstadt, die dem Neuen gegenüber aufgeschlossen ist. Bei den
Studierenden ist Bremen als Lebensumfeld sehr beliebt.
