Reform der professionellen Tanzausbildung steht dringend an: Symposium »Tanzausbildung im Wandel« stellt Programm vor
Beim internationalen Symposium »Tanzausbildung im Wandel«, das am 25. und
26. November 2022 in München und in digitaler Form geplant ist, tauschen
sich die Spitzen der internationalen Ballett- und Tanzausbildung über die
Zukunft der professionellen Ausbildung aus. Ihre Teilnahme am Symposium
haben u.a. bereits zugesagt: Martin Schläpfer, Mavis Staines, Élisabeth
Platel, Mariama Diagne. Das Symposium ist eine Initiative der Ballett-
Akademie der Hochschule für Musik und Theater München und des Dachverband
Tanz Deutschland e. V..
„Die zukunftsweisende Reform professioneller Ballett- und Tanzpädagogik an
Hochschulen steht dringlich an: Es gilt, den Menschen ganzheitlich ins
Zentrum der Betrachtung zu stellen, die Auszubildenden zu mündigen
Partner*innen der Community zu erheben, sich von tradiertem autoritärem
pädagogischem Verhalten zu lösen und ethischen Grundsätzen zu
verpflichten.“ Mit diesem Statement stellte das Kurator*innen-Team des
hybriden, internationalen Symposiums „Tanzausbildung im Wandel“ in der
vergangenen Woche das Programm des Symposiums vor.
Das Symposium findet am 25. und 26. November 2022 in hybrider Form (vor
Ort in München und digital) statt und wird von der Ballett-Akademie der
Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) in Kooperation mit dem
Dachverband Tanz Deutschland (DTD) veranstaltet.
Im Zentrum steht der internationale Austausch über die Zukunft
professioneller Tanzausbildung. An zwei Tagen werden u. a.
Spitzenvertreter*innen der internationalen Ausbildungsinstitute in Ballett
und Tanz gemeinsam mit Tanzschaffenden aus Pädagogik, Medizin,
Wissenschaft, Theaterwelt und nicht zuletzt Studierenden und Lehrenden
eine Bestandsaufnahme professioneller Tanzausbildung an Hochschulen im 21.
Jahrhundert vornehmen. Dabei beleuchten sie nicht nur Gegenwart und
Realität, sondern versuchen auch, Visionen für die Zukunft zu erarbeiten.
Als Vortragende und Mitwirkende an verschiedenen Panels konnte das
Symposium u.a. gewinnen:
Martin Schläpfer (Wiener Staatsballett), Mavis Staines (Canada’s National
Ballet School),
Élisabeth Platel (Ballettschule der Opéra national de Paris), Frédéric
Olivieri (Ballettschule der Accademia Teatro alla Scala), Christopher
Powney (Royal Ballet School / London), Julian MacKay (San Francisco
Ballet) sowie aus Deutschland Jason Beechey (Palucca Hochschule für Tanz
Dresden), Gigi Hyatt (Ballettschule des Hamburg Ballett), Nik Haffner
(Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin) und Dieter Heitkamp
(Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main), Mariama
Diagne (Gesellschaft für Tanzforschung) wie auch Osiel Gouneo und Shale
Wagman (Bayerisches Staatsballett).
Außerdem werden als Ehrengäste u. a. alle drei Direktoren der Ballett-
Institutionen in München vertreten sein: Laurent Hilaire (Bayerisches
Staatsballett), Ivan Liška (Bayerisches Junior Ballett München) und Karl
Alfred Schreiner (Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz).
Eine Anmeldung/Ticketkauf ist ab sofort unter www.tanzausbildung-im-
wandel.de möglich.
Zum Symposium
Untrennbar verbunden mit der tänzerischen Berufsausbildung sind heute
Gesichtspunkte wie psychologische und tanzmedizinische Betreuung,
Ernährungsberatung sowie wissenschaftliche Verankerung, die bereits in die
Berufswelt vorausweisen. Tanz, Kunst und Kultur werden wieder zunehmend
als interdisziplinäre Entitäten und in größeren Zusammenhängen stehend
begriffen. Die Tanzwelt selbst hat sich verändert und durch eine
neugewonnene Mobilität ist diese so international und multikulturell wie
nie zuvor. Dies stellt für angehende Tänzer*innen Chance und
Herausforderung zugleich dar: In einer prägenden Lebensphase gilt es sie
bestmöglich zu unterstützen und auf ihre Berufswirklichkeit vorzubereiten.
Eine zentrale Frage wird daher abschließend sein: Wie kann tänzerische
Exzellenz nicht nur entwickelt werden, sondern vor allem auch langfristig
erhalten bleiben – und zwar in einem körperlich wie mental gesunden Körper
einzigartiger Künstler*innen.
Als Kurator*innen der Veranstaltung zeichnen verantwortlich:
Anna Beke, HMTM
Jan Broeckx, HMTM
David Russo, HMTM
Andrea Sangiorgio, HMTM
Claudia Feest, DTD
Michael Freundt, DTD
Zur Ballett-Akademie der HMTM
Die Ballett-Akademie der Hochschule für Musik und Theater München ist die
einzige staatliche Ausbildungsstätte für professionellen Bühnentanz in
Bayern und wird seit 2010 von Prof. Jan Broeckx geleitet. Jedes Jahr
trainieren in den Gebäuden in der Wilhelmstraße in München zwischen 40 und
50 Studierende im Bachelor-Studiengang Tanz (verteilt auf drei Jahrgänge)
sowie ca. 70 Jungstudierende, die noch während ihrer Schulzeit ihrer
besonderen Begabung im Ballett folgen. Ausgangspunkt der Ausbildung ist
die Waganowa-Methode, seit Oktober 2020 bildet das pädagogische Konzept
der Ballett-Akademie, das die ganzheitliche Wahrnehmung der jungen
Tänzerinnen und Tänzer in seinen Mittelpunkt stellt, die verbindliche
Grundlage der gesamten Ausbildungsarbeit.
Die Ballett-Akademie wurde 1995 von Konstanze Vernon, der unvergessenen
Münchner Ballerina und ehemaligen Leiterin des Bayerischen Staatsballetts,
gegründet. Als Kooperation der Ballett-Akademie, des Bayerischen
Staatsballetts und der Heinz Bosl-Stiftung ist das Bayerische Junior
Ballett München die wichtige Schnittstelle zur Arbeit in einer
professionellen Kompagnie.
Zum Dachverband Tanz Deutschland e. V.
Der Dachverband Tanz Deutschland (DTD, gegründet 2004 als Ständige
Konferenz Tanz) arbeitet seit 2006 als bundesweite Plattform des
künstlerischen Tanzes in Deutschland. Gegründet aus dem Bewusstsein der
Akteur*innen, dass der Tanz in der politischen Landschaft der
Bundesrepublik mit einer Stimme sprechen muss, fungiert der DTD heute als
Verbund der herausragenden Verbände und Institutionen für den
künstlerischen Tanz in Deutschland – übergreifend über ästhetische
Differenzen, unterschiedliche Produktionsweisen und spezifische
Berufsfelder.
Der DTD erarbeitet Positionspapiere und Konzeptionen für die Förderung des
Tanzes in Deutschland, er realisiert Kampagnen und Initiativen und setzt
diese in seinen Projekten um. Seit 2016 ist er an den bundesweiten
Förderprogrammen TANZPAKT Stadt-Land-Bund, Tanzland-Fonds für
Gastspielkooperationen und Kreativ-Transfer beteiligt. Seit 2018 ist er
Träger und Veranstalter des Deutschen Tanzpreises. Seit 2020 führt er im
Rahmen von NEUSTART KULTUR, die Förderprogramme DIS-TANZEN, tanz:digital
und DIS-TANZ-START (für Absolvent*innen im Tanz) durch. Des Weiteren
unterstützt der DTD den Verbund Deutscher Tanzarchive in der
kontinuierlichen Zusammenarbeit und beteiligt sich am intensiven Diskurs
um Fragen der Tanzpädagogik. Mit der Gesellschaft für Tanzforschung e.V.
pflegt er eine enge Kooperation und im Jahr 2019 fand der erste Runde
Tisch Tanzmedizin statt.
Die Projekte des DTD werden gefördert durch die Beauftragte der
Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung des Bundes, das
Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, die Kulturstiftung
der Länder sowie Stiftungen, Sponsoren und Spender*innen.
