Erster Kulmbacher Bierrechtstag der Universität Bayreuth
„Bier und Nachhaltigkeit – Was bringt der europäische Green Deal?“ - unter
diesem Titel laden der Lehrstuhl für Lebensmittelrecht am neuen Campus in
Kulmbach und die Forschungsstelle für Lebensmittelrecht (FLMR) der
Universität Bayreuth gemeinsam mit dem Bayerischen Brauereimuseum im
Kulmbacher Mönchshof ein, um über Nachhaltigkeitstrends in der Bierbranche
zu diskutieren. EU-, Bundes- und Landesebene werden vertreten sein, wenn
am 29. Juli 2022 Expert*innen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft die
Konsequenzen des Green Deal erörtern.
Es sind ehrgeizige Ziele, die die EU-Kommission im Dezember 2019
formuliert hat: Sie will in der EU „den Übergang zu einer modernen,
ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft schaffen, die bis
2050 keine Netto-Treibhausgase mehr ausstößt, ihr Wachstum von der
Ressourcennutzung abkoppelt, niemanden, weder Mensch noch Region, im Stich
lässt“. Der Aufschrei vor allem in der Automobil- und Energiewirtschaft
war groß. Doch der Green Deal berührt weit mehr Bereiche, als bislang
öffentlich diskutiert wurde. Welche Konsequenzen ergeben sich zum Beispiel
für die heimische Brauwirtschaft und die damit zusammenhängende
Landwirtschaft, die Industrie und den Handel? Dem wird sich erstmals eine
Tagung widmen, die jetzt auf Initiative der Universität Bayreuth etabliert
und vom Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V. veranstaltet wird: der 1.
Kulmbacher Bierrechtstag.
„Der Brausektor ist essenziell für Oberfranken, Bayern, Deutschland und
Europa. Um ihn in seiner Vielfalt nachhaltig und zukunftsfest zu machen,
brauchen wir einen intelligenten Rechtsrahmen. Daran wollen wir beim
ersten Kulmbacher Bierrechtstag arbeiten“, sagt Prof. Dr. Kai Purnhagen,
Inhaber des Lehrstuhls für Lebensmittelrecht und Direktor der
Forschungsstelle für Lebensmittelrecht der Universität Bayreuth (FLMR).
Diese Tagung ist die erste ihrer Art, die sich speziell mit rechtlichen
und politischen Fragen des Brausektors beschäftigt und dabei die gesamte
Wertschöpfungskette in den Blick nimmt: Anbau, Verarbeitung, Brauen,
Vertrieb, Handel und Konsum spielen bei der Tagung gleichermaßen eine
Rolle. In Kulmbach erhalten Akteur*innen aus Politik und Verwaltung die
Chance, aktuelle Initiativen bekannt zu machen und mit der Praxis zu
diskutieren. Diese wiederum erhält die Chance, sich mit der Wissenschaft
zu vernetzen und so Innovationen auf den Weg zu bringen. „Wir freuen uns
sehr, dass wir den 1. Kulmbacher Bierrechtstag zusammen mit dem neuen
Campus in Kulmbach der Universität Bayreuth bei uns im Bayerischen
Brauereimuseum durchführen werden. Wir sehen uns einerseits der Tradition
der Brau- und Bierkultur verpflichtet, beschäftigen uns andererseits auch
mit deren Fortschreibung: ohne Tradition keine Innovation“, betont Dr.
Helga Metzel, Geschäftsführerin der Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V.,
dessen Zweck in der Bewahrung und Pflege der Lebensmittelkultur besteht.
Über das Programm:
Am Vormittag stehen Beiträge des Bayerischen Brauerbunds e. V., des
Bundeslandwirtschaftsministeri
und des Europaparlaments auf dem Programm. Die neuen Ziele und
Regulierungsinstrumente werden von Forschenden der Universität Bayreuth
wissenschaftlich bewertet. Am Nachmittag kommt die Praxis zu Wort:
Vertreter*innen von Brauereien, Brautechnikunternehmen und Handel
präsentieren Best Practices, z.B. wie Nachhaltigkeit in Brauereien
gefördert und gemessen werden kann. Eine Paneldiskussion zum Thema „Bier
und Nachhaltigkeit - wo wollen wir hin?“ rundet den Tag ab.
Über die Veranstalter:
Die Tagung geht zurück auf eine Idee des Lehrstuhls für Lebensmittelrecht
an der neuen Fakultät für Lebenswissenschaften: Ernährung, Lebensmittel
und Gesundheit der Universität Bayreuth in Kulmbach. Hier werden
naturwissenschaftliche Perspektiven, methodische Revolutionen in den
Biowissenschaften und moderne Konzepte der Wirtschafts-, Rechts-, Sozial-
und Verhaltenswissenschaften auf völlig neue Art verknüpft. Zu diesem
deutschlandweit einzigartigen Ansatz gehört es auch, sich nicht nur für
einzelne Forschungsprojekte Partner*innen außerhalb des
Wissenschaftsbetriebs zu suchen. Diese finden die Mitglieder der neuen
Fakultät direkt vor der Haustür: eine Mischung aus Mittelstand und Global
Player der Lebensmittelindustrie, aus Tradition und Innovation. Die
Forschungsstelle für Deutsches und Europäisches Lebensmittelrecht (FLMR)
der Universität Bayreuth, deren Direktor Prof. Dr. Kai Purnhagen, Inhaber
des Lehrstuhls für Lebensmittelrecht ist, unterstützt die Tagung
wissenschaftlich. Der Museen im Mönchshof e.V. mit dem Bayerischen
Brauereimuseum veranstaltet den 1. Kulmbacher Bierrechtstag.
Über den Ort:
Der Mönchshof gilt als kulturhistorisches Schaufenster des
Lebensmittelstandorts Kulmbach. Er beherbergt unter anderem das Bayerische
Brauereimuseum, das Bayerische Bäckereimuseum und das Deutsche
Gewürzmuseum sowie ein den Museen angeschlossenes museumspädagogisches
Zentrum. Mit über 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ist das
Bayerische Brauereimuseum eines der größten Spezialmuseen rund um Bier.
Die herausragende Bedeutung des „flüssigen Goldes“ in Bayern, Franken und
insbesondere Oberfranken wird dort aus gesellschaftlicher,
wirtschaftlicher und historischer Sicht ebenso dargestellt wie das
Handwerk des Bierbrauens. Wertvolle Exponate wie alte Bierkrüge, Sudhäuser
und bibliophile Kleinode finden sich hier, unter anderem eine rund 3.000
Jahre alte Bieramphore aus einem Hügelgrab bei Kasendorf im Landkreis
Kulmbach, die als ältestes Indiz für das Bierbrauen in Deutschland gilt.
Partner:
Der Bayerische Brauerbund e.V., die BRAUWELT und das Cluster Ernährung am
Kompetenzzentrum für Ernährung KErn sind Partner des 1. Kulmbacher
Bierrechtstags. Unterstützt wird die Tagung von der Kulmbacher Brauerei
AG.
