Neues Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung in Stuttgart gegründet
Das Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung (ITG) der Dualen
Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) setzt einen wichtigen Akzent in der
Wissenschaftslandschaft in Baden-Württemberg und weit darüber hinaus.
Mit seinem Forschungsschwerpunkt widmet sich das ITG
gesundheitswissenschaftlichen Fragestellungen vor dem Hintergrund
zunehmender Globalisierung und der Multikulturalität der Gesellschaften.
Dafür arbeiten Forscher*innen verschiedener Fachdisziplinen zusammen,
insbesondere aus der Psychologie, den Sozialwissenschaften und den
Gesundheitswissenschaften.
Neben der Forschung zu grundlegenden Themen, wie zu den Ursachen von
Gesundheit und Krankheit unter Berücksichtigung sozialer und
umweltbedingter Einflussfaktoren, werden auch Bedarfe in der
medizinischen, psychotherapeutischen und psychosozialen Versorgung erhoben
und kultur- und migrationssensible Versorgungskonzepte und Interventionen
auf nationaler wie auch internationaler Ebene entwickelt und erprobt.
Durch die Berücksichtigung verschiedener kultureller Konzepte von
Gesundheit und Krankheit wird ein wechselseitiger Erkenntnisgewinn
ermöglicht.
Geleitet wird das ITG vom international renommierten Psychologen,
Psychotherapeuten und Traumaexperten Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan,
Gründungsdekan des Instituts für Psychotherapie und Psychotraumatologie an
der Universität Duhok/Irak.
Prof. Dr. Martina Klärle, Präsidentin der DHBW:
„Wir alle tragen in Zeiten von Krieg und Vertreibung gesellschaftliche
Verantwortung. Besonders prekär ist die Situation, wenn Vertriebene
zugleich krank sind. Damit auch Menschen mit Zuwanderungsgeschichte
angemessen versorgt und wirksam behandelt werden können, benötigen wir
fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Zusammenhängen von
Migration, Kultur und Gesundheit. Unser neu gegründetes Institut für
Transkulturelle Gesundheitsforschung leistet mit der Bündelung
interdisziplinärer und internationaler Expertise einen wertvollen Beitrag,
damit diese Menschen nicht nur in Deutschland ankommen, sondern auch
gesunden können. Zugleich unterstreicht die Gründung dieses
Forschungsinstituts die Bedeutung transferorientierter Forschung an der
DHBW, die mit ihren Erkenntnissen unmittelbar dem gesellschaftlichen
Fortschritt dient.“
Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan, Leiter des ITG:
„Mit der Gründung des ITG wurde an der DHBW eine nachhaltige Infrastruktur
geschaffen, um dem großen Bedarf an wissenschaftlichen Erkenntnissen im
Bereich der transkulturell orientierten Gesundheitsforschung Rechnung zu
tragen. Nicht erst die aktuellen geopolitischen Ereignisse in der Ukraine
zeigen, wie dringend es ist, sich mit den Folgen von Flucht und Migration,
mit den unterschiedlichen kulturell geprägten Vorstellungen von
Gesundheit, Krankheit und Heilung und den Konsequenzen für die
gesundheitliche und psychosoziale Versorgung auseinanderzusetzen. Ich
freue mich sehr, dass es uns nun möglich ist, durch Forschung, Entwicklung
von Konzepten für die Praxis sowie Fortbildungen und Lehre letztendlich
die gesundheitliche und psychosoziale Versorgung von zugewanderten
Menschen sowie Menschen in Krisenregionen wesentlich zu verbessern.“
Das ITG mit Sitz in Stuttgart arbeitet eng mit den Fachbereichen
Sozialwesen und Gesundheit der DHBW sowie mit Wissenschaftler*innen
anderer, auch internationaler Hochschulen zusammen. Durch
Kooperationsprojekte mit nationalen und internationalen psychosozialen,
gesellschaftlichen und politischen Akteur*innen wird eine Verzahnung von
Forschung und Praxis der psychosozialen Gesundheit gewährleistet, wie sie
grundlegendes Merkmal der DHBW ist.
Über die Duale Hochschule Baden-Württemberg
Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) mit Sitz in Stuttgart ist
die erste duale, praxisintegrierende Hochschule in Deutschland. Mit
derzeit rund 34.000 Studierenden, 9.000 kooperierenden Unternehmen und
sozialen sowie gesundheitsnahen Einrichtungen und über 200.000
Absolvent*innen ist die Duale Hochschule Baden-Württemberg die größte
Hochschule des Bundeslandes. Die DHBW verfügt über eine
Organisationsstruktur auf zentraler und örtlicher Ebene. Dabei bilden die
neun Standorte und drei Campus in Heidenheim, Heilbronn, Karlsruhe,
Lörrach, Mannheim, Mosbach, Stuttgart, Ravensburg und Villingen-
Schwenningen bzw. Bad Mergentheim, Friedrichshafen und Horb mit ihren
Kompetenzen und ihrer engen Vernetzung mit den regionalen Unternehmen und
sozialen sowie gesundheitsnahen Einrichtungen die tragenden Säulen der
DHBW.
Die Gründung des ersten hochschuleigenen Forschungsinstituts an der Duale
Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) ist ein deutliches positives Signal
für die Stärkung ihres Auftrags als forschende Hochschule und für die
Stärkung der Baden-württembergischen Forschungslandschaft mit
internationalem Renommee.
