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Waagerechte Bäume: Bundesgartenschau eröffnet mit surrealer Fassade aus Hohenheim

Bäume, die aus der Wand wachsen: Noch wartet der vertikale Garten auf das Frühlingserwachen. Im Laufe der Bundesgartenschau wird hier eine grüne Fassade sprießen.  Oliver Graf
Bäume, die aus der Wand wachsen: Noch wartet der vertikale Garten auf das Frühlingserwachen. Im Laufe der Bundesgartenschau wird hier eine grüne Fassade sprießen. Oliver Graf
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Bäume, die aus der Wand wachsen: Noch wartet der vertikale Garten auf das Frühlingserwachen. Im Laufe der Bundesgartenschau wird hier eine grüne Fassade sprießen.  Oliver Graf
Bäume, die aus der Wand wachsen: Noch wartet der vertikale Garten auf das Frühlingserwachen. Im Laufe der Bundesgartenschau wird hier eine grüne Fassade sprießen. Oliver Graf

Drei rotierende Bäume, mitten in einem vertikalen Garten: Die
Bundesgartenschau begrüßt ihre Besucher:innen mit einer Technik des
Hohenheimer Startups Visioverdis 2.0

Am Eingangstor der Bundesgartenschau wächst ein Garten aus der Wand. Darin
drei waagrechte Bäume, die sich um die eigene Achse drehen: GraviPlants.
Die Konstruktion wurde bereits vor der Eröffnung angebracht und wartet auf
die staunenden Blicke der Besucher:innen. Entwickelt wurde der vertikale
Garten von dem Startup Visioverdis 2.0, mit Unterstützung der Universität
Hohenheim in Stuttgart. Nun hat die Gründerin Alina Schick mit ihrem
Beratungsunternehmen pli verda die grüne Fassade für die Bundesgartenschau
entworfen. Neben dem optischen Effekt zeigt die Installation, wie Städte
auch auf wenig Fläche begrünt werden können – und damit nicht nur die Luft
verbessern, sondern auch als grüne Klimaanlage wirken.

Eine besondere Perspektive direkt am Eingangstor der Bundesgartenschau:
Auf etwa fünf mal zehn Meter wächst den Besucher:innen ein vertikaler
Garten entgegen. Die Fläche zeigt einen kleinen Ausschnitt des
Gartenschau-Geländes. Aus der Wand ragen drei etwa zwei Meter hohe,
rotierende Hochstämmchen, sogenannte GraviPlants.

Die surreale Installation stammt von Dr. Alina Schick. Sie entwickelte die
Hightech-Pflanzen und gründete das Startup Visioverdis an der Universität
Hohenheim. Die Philosophie dahinter: Ein modernes, attraktives Stadtbild
gestalten – und die Luftqualität verbessern.

„Horizontal wachsende Bäume, das ist ein toller Blickfang direkt am
Eingang der Bundesgartenschau“, freut sich Dr. Alina Schick. Die
GraviPlants sind nicht nur bei der Bundesgartenschau heiß begehrt – die
Systeme sind auch international gefragt. „Das Bedürfnis, Fassaden zu
begrünen, ist groß. Wir erhalten Anfragen von privaten Hausbesitzern
ebenso wie für öffentliche Bauprojekte im In- und Ausland“, so Schick.
Besonders für Großstädte bieten die GraviPlants neben dem optischen Effekt
ganz reale Vorteile für Luft und Klima.

Hightech-Pflanzen verbessern die Luft und wirken als grüne Klimaanlage

Die Bäumchen wachsen aus einem Hightech-Beet: In ihm stecken LAN-, Wasser-
und Stromleitungen, mit denen die Pflanzen verbunden sind. Sensoren messen
die Bodenfeuchte, gleichen sie mit Wetterdaten ab und steuern die
Bewässerung und die Rotation.

Die Technologie erlaubt es zudem, Fassaden in mehreren Schichten zu
begrünen. So sind sie wesentlich dicker als herkömmliche
Fassadenbegrünung. Der Vorteil: Sie spenden mehr Schatten und kühlen die
Fassade – mit deutlich weniger Energiekosten als Klimaanlagen.

Grüne Fassaden-Systeme entwickeln sich ständig weiter

Mittlerweile wachsen auch Wacholder, Kirschlorbeer oder Zierkirschen in
der waagerechten Variation. Aktuell vertreibt Visioverdis 2.0 bereits die
dritte Generation der GraviPlants. „Kleiner, leichter, leistungsstärker –
Visioverdis 2.0 sammelt ständig Erfahrungen und setzt diese direkt um“,
fasst Alina Schick zusammen.

Visioverdis 2.0 bietet zudem weitere Systeme an, um kleine Flächen oder
ganze Gebäude und urbane Räume zu begrünen. Alina Schick hat mittlerweile
die Beratungsfirma pli verda Beratung (Esperanto = grünere Beratung)
gegründet, die bei der Gestaltung und Umsetzung großer Begrünungsprojekte
unterstützt.

Uni Hohenheim lässt grüne Startups wachsen

Bei der Entwicklung der GraviPlants und der Gründung von Visioverdis wurde
Dr. Alina Schick durch die Gründungsförderung der Universität Hohenheim
unterstützt. „Dank dieser Beratung haben wir 2016 das erste Gründungs-
Stipendium durch das Exist-Programm des Bundes bekommen“, berichtet Dr.
Schick. Die Visioverdis 2.0 ist aus der ursprünglich gegründeten
Visioverdis hervorgegangen und umfasst heute ein wesentlich größeres
Gründungsteam mit vielen Fachkompetenzen.

Das InnoGreenhouse der Universität Hohenheim unterstützt Studierende und
Wissenschaftler:innen dabei, die ihre Gründungsideen wachsen lassen. Das
von Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Projekt
bündelt die Gründungsaktivitäten an der Universität Hohenheim.