Wo ist der Baumschläfer? - Helfen Sie uns bei der Suche! (gemeinsame PM mit dem Landesamt für Umwelt LfU)
Er schläft viel, lebt zurückgezogen vor allem im
Bergwald: der Baumschläfer. Seit über zehn Jahren wurde der streng
geschützte und extrem seltene Bilch in Bayern nicht mehr gesichtet. Bei
der Suche nach dem kleinen Kletterkünstler mit den Knopfaugen brauchen wir
ihre Unterstützung! Sind Sie der Glückspilz, der den Baumschläfer
entdeckt?
Einen Baumschläfer zu beobachten, ist nicht so einfach. Die kleinen,
seltenen Bergwaldbewohner verstecken sich am Tag meist in Baumhöhlen,
Nistkästen, in Nischen von Holzschuppen oder in dichten Sträuchern. Der
kleine Bilch mit den großen Augen, der typischen Gesichtsmaske und dem
langen buschigen Schwanz hält sich bevorzugt in kühlfeuchten Bergwäldern
auf und benötigt neben einer krautigen Bodenvegetation auch Sträucher und
die Nähe von Gewässern (z.B. Bachläufe). Demzufolge lohnt es sich vor
allem im bayerischen Alpenraum die Augen nach ihm offen zu halten.
Baumschläfer sind an die Jahreszeiten sehr gut angepasste Allesfresser und
ernähren sich u.a. von Insekten, Beeren, Samen und Vogeleiern. Mit einem
ausgedehnten Winterschlaf von Oktober bis April macht er dem Namen
„Schläfer“ alle Ehre.
Aktuell ist also die beste Zeit, diesen ganz besonderen Bilch direkt nach
dieser langen Winterruhe zu Gesicht zu bekommen. Das Bayerische Landesamt
für Umwelt (LfU) und die Bayerische Landesanstalt für Wald und
Forstwirtschaft (LWF) wollen mit Unterstützung der Öffentlichkeit in einem
gemeinsamen „citizen-science-Projekt“ nun Antworten auf wichtige Fragen
zum Schutz des Baumschläfers finden. „Besonders interessiert uns, wo sich
der Baumschläfer in Bayern aktuell aufhält und wie weit er bei uns
verbreitet ist“, so Andreas Geisler Mitarbeiter der Abteilung
Biodiversität und Naturschutz an der LWF.
Hierzulande wurde zum letzten Mal im Jahr 2010 ein Baumschläfer
beobachtet. Aber aufgepasst! Denn es besteht Verwechslungsgefahr mit
seinen drei nahen Verwandten, der noch kleineren Haselmaus, dem
Gartenschläfer und vor allem mit dem deutlich häufigeren Siebenschläfer.
Deshalb hat die LWF ergänzende Hinweise und Informationen sowie bebilderte
Beispiele zur Unterscheidung in einem neuen Faltblatt zum Baumschläfer
zusammengestellt –
siehe: www.lwf.bayern.de/fb_baumschla
Hier ist auch ein QR-Code zu finden, der die Meldung von Sichtungen
vereinfacht. Gemeldet werden kann auch direkt und bequem unter
www.baumschlaefer.de. Wichtig ist, dass Sie Ihrer Sichtung ein Foto
beigelegen. Nur so können die am Projekt beteiligten Forscher die Hinwiese
beurteilen und Rückmeldung geben, ob wirklich ein Baumschläfer entdeckt
wurde.
In Deutschland kommt der Baumschläfer ausschließlich in Bayern vor und
wird hier in der Roten Liste gefährdeter Tierarten als „vom Aussterben
bedroht“ eingestuft. Als Anhang IV Art der europäischen Fauna-Flora-
Habitat-Richtlinie (FFH-RL) ist er nicht nur streng geschützt, sondern
gleichzeitig von gemeinschaftlichem Interesse. Die LWF teil sich mit dem
LfU den Schutz der FFH-Anhang-Arten in Bayern und ist dabei für das
Monitoring der sogenannten „FFH-Waldarten“ zuständig. Beide Behörden
erstellen dazu den bayerischen Beitrag zum Erhaltungszustand dieser Arten
für den nationalen FFH-Bericht, der alle sechs Jahre an die Europäische
Union übermittelt wird. Seit 2019 hat das LfU gezielt mit Wildkameras nach
dem Baumschläfer gesucht. Bislang hat sich keines der scheuen Tiere
gezeigt. Nun zählen wir, die LWF und das LfU, auf ihre tatkräftige
Unterstützung!
