Online-Casinos im Trend? Rechtslage & Popularität in der Gesellschaft
Der 1. Juli 2021 wird in die Geschichte des deutschen Online-Glücksspiels eingehen. Während die 16 Bundesländer in ihren ersten Verhandlungsrunden auf keinen gemeinsamen Nenner kommen konnten, fand man nach Druck der Branche und vielen Expertengruppen dann doch einen Konsens. Gesetzlich beschloss man die novellierte Form des deutschen Glücksspielvertrags. Doch was genau hat dieser eigentlich gebracht? Hat das neue Gesetz dem Markt in Deutschland nachhaltig geschadet?
Schaut man sich dazu in den sozialen Netzwerken genauer um und sieht in das eigene YouTube-Konto, so wird man eher den gegenteiligen Eindruck erhalten können. Wie es aktuell in Deutschland um die Online-Casinos bestellt ist und welchen Stellenwert diese in der gesellschaftlichen Mitte einnehmen - all das wird im nachfolgenden Artikel detailliert behandelt.
H2: Dank Casino-Streamer - Das Online-Glücksspiel ist weiterhin im Trend
Im ersten Absatz muss direkt angemerkt werden, dass der neue deutsche Glücksspielvertrag zwar viele Highroller getroffen hat, die Popularität der Online-Casinos jedoch nicht nachhaltig verringert wurde. Das Online-Glücksspiel ist nicht nur aufgrund der neuartigen Spielmechanismen und innovativen Provider im Trend, vor allem muss man sich weiterhin bei den vielen Casino-Streamer bedanken.
Die Casino-Streamer sind es, die inzwischen der jüngeren Zielgruppe die Spielrunden in den Online-Casinos näherbringen. Aus Zuschauersicht macht dies auch sehr viel Spaß. Nicht nur gehen die Casino-Streamer mit hohen Einsätzen bei Online-Casinos aus Curacao an den Start, auch tragen sie gerne Bonus-Hunts oder Slot-Turniere aus und inkludieren dabei oftmals ihre Zuschauer mit hohen Preisen.
Einen kleinen Dämpfer hat die Szene jedoch wegen des Verbots von Online-Glücksspiel auf Twitch erleiden müssen. Zum Ende des Jahres 2022 beschloss die populäre Streaming-Plattform, dass man sämtlichen Content vom Online-Glücksspiel von seiner Webseite entfernen wird. Dies hatte zur Folge, dass viele der größten Streamer ihre Kanäle entweder anderweitig nutzen oder nach neuen Wegen des Streamings suchten.
Schnell konnte man sich dabei auf einen neuen Weg auf Kick - einer neuen Streaming-Plattform im Twitch-Look - entscheiden. Die meisten jungen Leuten schauen ihren favorisierten Streamer jedoch weiterhin auf YouTube oder Instagram Shorts zu. Gerade bei YouTube ist die Lukrativität der Casino-Streamer erkennbar, da selbst Drittkanäle von den Erfolgen der Top-Streamer berichten und eigene Highlight-Videos zusammenstellen.
H2: Große Reichweite dank Casino-Sponsoring
Egal um welchen bekannten Casino-Streamer es sich auch handeln mag, alle bekannten Gesichter der Szene sind mit exklusiven Verträgen ausgestattet worden. Die meisten Online-Casinos haben erkannt, wie viel Potenzial bei der direkten Vermarktung des eigenen Produkts in den sozialen Medien und den Streaming-Portalen liegt, weswegen in den vergangenen Jahren viele Casino-Streamer mit hoch dotierten Verträgen ausgestattet wurden.
Mehr oder weniger bezahlt man die Casino-Streamer dafür, dass man das erhaltene Geld direkt im Online-Casino auf den Kopf stellt und die Spielrunden live auf Kick oder YouTube überträgt. Damit auch was für die Casino-Streamer übrig bleibt, erhalten diese einen prozentualen Betrag aller möglichen Gewinne.
Ohne dieses aggressive Sponsoring wären Casinos ohne LUGAS, wie zum Beispiel Stake, niemals so populär in Deutschland und anderen Teilen der Welt geworden. Doch nicht nur innerhalb der Szene versuchen die Online-Casinos durch aggressives Sponsoring ihren Namen ins Gespräch zu bringen, auch sind in den vergangenen 10-15 Jahren immer mehr Glücksspielanbieter im Bereich des Sports aktiv geworden.
Was zunächst mit Sportwettenanbietern, wie zum Beispiel bet365 oder Bwin begann, ist inzwischen auch Online-Casinos nachhaltig gelungen. Nicht selten wird man daher die Namen der Gauselmann-Gruppe in den deutschen Stadien sehen oder die Namen von Stake, Casumo und 32Red auf den Trikots der englischen Spitzenclubs erkennen können. Diese großangelegten Deals lassen sich die Glücksspielunternehmen auch einiges kosten.
H2: Die Rechtslage von Online-Casinos in Deutschland
Vergleicht man dabei die Lage in Deutschland mit Großbritannien oder anderen europäischen Ländern, so wird man spätestens seit dem Sommer 2021 deutliche Unterschiede erkennen können. Gefühlt sind in Deutschland die glorreichen Jahre im Bereich des Casino-Sponsorings vorbei, da die Bundesregierung durch ihr neues Glücksspielgesetz den Markt drakonisch eingeschränkt hat.
Aktive Werbung betreiben dürfen demnach nur noch lizenzierte Sportwetten- und Glücksspielanbieter, die den Auflagen des neuen Glücksspielvertrags folgen. Aus Sicht der Spieler hat dies zwar den Vorteil, dass Spielrunden im Online-Casino nun endlich als legal tituliert werden können, dafür aber deutliche Limitierungen bei den Einzahlungen und den Spielrunden hingenommen werden müssen.
Seit dem 1. Juli 2021 gelten demnach verschiedene neue Regeln. Die wohl nachhaltigste Neuerung ist das Inkrafttreten eines Spielsperrsystems, welches den Namen OASIS trägt. Die OASIS sorgt dafür, dass Spieler bei Verstößen gegen die Spielregeln oder Sperrungen von Drittpersonen vom legalen Online-Glücksspiel in Deutschland ausgeschlossen werden können. Dies gilt sowohl für Online-Casinos als auch für Sportwettenanbieter.
Neben der OASIS kommt auch die LUGAS zum Einsatz. Die LUGAS ist ein länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem. Dieses sorgt dafür, dass Kunden in Deutschland nicht mehr als 1.000 Euro im Monat für Sportwetten oder im Online-Casino einzahlen dürfen. Aufgrund des langen Zögerns der deutschen Bundesregierung sind jedoch weiterhin ein paar Schlupflöcher vorhanden, durch welche Online-Casinos aus Curacao oder Malta weiterhin erreicht werden können.
H2: Neue Technologien in den Online-Casinos
Dass die Popularität und das Interesse an Online-Casinos auch in den kommenden Jahren nicht stärker abnehmen wird, dafür sorgen die neuartigen Technologien, welche so langsam aber sicher ihren Weg in die Online-Casinos finden. Was vor vielen Jahren zum Beispiel noch das mobile Online-Casino war, sind heutzutage ein möglicher VR-Mode, Gamification-Elemente oder Kryptowährungen.
Die Provider sind seit vielen Jahren stark daran interessiert, mit neuen Wegen den Umsatz der Spieler anzukurbeln. Und dies gelingt zweifellos. Belegen können dies zum Beispiel die neuwertigen Gameshows im Live-Casino. Nicht nur kann man an diesen beliebten TV-Shows, wie zum Beispiel Deal or No Deal, nacheifern, auch sind erste Gameshows im VR-Mode spielbar. Tendenz steigend.
Im Zahlungsbereich haben die Kryptowährungen auch dafür gesorgt, dass der Zahlungsverkehr schneller und auch für eine komplett neue Zielgruppe attraktiver wird. Momentan sind in Europa zwar keine Glücksspielanbieter lizenziert, die Kryptowährungen anbieten, dafür ist die Glücksspielbehörde auf Curacao schon einen Schritt voraus.
Bereits seit einigen Jahren können Kunden dort mit diversen Kryptowährungen ein- und auszahlen. Wie die kommenden Jahre ausfallen werden? Das ist aktuell noch nicht ganz genau vorauszusehen. Die aktuellen Bestrebungen der Provider und Online-Casinos gehen aber klar in die Richtung des VR-Modes und verstärkten Gamification-Elementen.
H2: Fazit - Casinos sind reguliert, aber der Markt bleibt dynamisch
Viele Fragezeichen sind durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland entstanden, doch abschließend kann klar angemerkt werden, dass sich die schlimmsten Befürchtungen glücklicherweise nicht bewahrheitet haben. Zwar ist das Online-Glücksspiel in Deutschland seit dem 1. Juli 2021 reguliert worden und weist einige harte Einschränkungen auf, dennoch sind durch das lange Zögern der Bundesländer und der deutschen Bundesregierung weiterhin ein paar Lücken nutzbar.
Will man daher weiterhin ohne das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde agieren, so ist dies auch nach dem Sommer 2021 möglich. Der Markt bleibt somit dynamisch und für alle Spielertypen mit verschiedenen finanziellen Voraussetzungen zugänglich.
