Tina Turner setzte sich für die Prävention von Nierenkrankheiten ein, deren Ursache oft Bluthochdruck ist
Gestern Abend erschütterte die Nachricht vom Tode Tina Turners die Welt.
Auch die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) trauert um die
Künstlerin, die sich erst im März dieses Jahres für die Prävention von
Nierenerkrankungen eingesetzt hat. Tina Turner hob hervor, dass ihr der
Zusammenhang zwischen hohem Blutdruck und Nierengesundheit nicht klar
gewesen war, und wollte sich für mehr Aufklärung einsetzen. Denn
Bluthochdruck ist noch immer einer der Hauptrisikofaktoren für eine
chronische Nierenkrankheit, dabei gut behandelbar.
Die Sängerin berichtet auf https://www.showyourkidneyslov
2023 von ihrer Bluthochdruckerkrankung, die Jahre später zu einem Verlust
ihrer Nierenfunktion führte. Tina Turner musste an die Dialyse. Wie sie
erzählt, hatte sie ihre hohen Blutdruckwerte nicht ernst genommen und auch
nicht konsequent behandelt, da sie sich fit und gesund fühlte.
„Das sehen wir leider oft, dass Menschen zwar wissen, dass sie zu hohe
Blutdruckwerte haben, auch Medikamente verschrieben bekommen, diese dann
aber gar nicht oder nur unregelmäßig einnehmen. Einfach, weil sie nicht
wissen, welche Folgen ein unbehandelter Blutdruck haben kann“, erklärt
Prof. Dr. Julia Weinmann-Menke, Pressesprecherin der DGfN. Wie sie
ergänzt, ist allein ein Drittel aller Fälle an der Dialyse, immerhin
insgesamt rund 80.000 Patientinnen und Patienten in Deutschland, auf
Bluthochdruck zurückzuführen. „Viele Betroffene sind überrascht, wenn sie
erfahren, dass der Bluthochdruck ihre Nieren bereits geschädigt hat, es
herrscht noch immer ein großes Informationsdefizit.“
Rückblickend führte Tina Turner im März aus, dass auch sie nicht wusste,
dass ein Zusammenhang zwischen hohem Blutdruck und der chronischen
Nierenkrankheit besteht und dass die Nierenkrankheit auch als „silent
killer“ bezeichnet wird, da sie über eine sehr lange Zeit ohne Symptome
bleibt. Auch dass eine Nierenkrankheit, wenn sie früh genug entdeckt wird,
mittlerweile gut behandelbar ist, wissen die meisten Menschen nicht. Tina
Turner, die zwischenzeitlich eine Lebendnierenspende von ihrem Ehemann
erhalten hatte, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Wissen in die
Öffentlichkeit zu tragen. Die Website
https://www.showyourkidneyslov
Sprache über die chronische Nierenkrankheit, erklärt Hintergründe und
Symptome – und wie man vorbeugen kann.
Warum schädigt Bluthochdruck die Nieren? Die Nieren bestehen aus kleinsten
Gefäßknäueln, die das Blut filtern – und Bluthochdruck schädigt die
Gefäße. Alles, was die Gefäße gesund hält, hält auch die Nieren fit, also:
Bewegung, gesunde Ernährung, Vermeiden von Übergewicht und Nichtrauchen.
Des Weiteren sollte von der längerfristigen Einnahme von freiverkäuflichen
Schmerzmitteln (sog. NSAR) abgesehen werden, auch sie schädigen die
Nieren. Menschen mit Bluthochdruck sollten ihre Blutdruckwerte gut
einstellen, um die Nierengesundheit zu erhalten, meist ist dafür die
Einnahme von Blutdrucksenkern erforderlich.
„Blutdruckmedikamente sind Nierenschützer, sie werden daher auch Menschen
mit Nierenkrankheit verschrieben, selbst wenn sie keinen Bluthochdruck
haben. Sie können den Funktionsverlust der Nieren verlangsamen. Auch
verschiedene neue Medikamentenklassen, z.B. SGLT2-Inhibitoren, können das
Fortschreiten der Nierenkrankheit eindämmen und werden zusätzlich gegeben.
Diese wirken aber nur, wenn die Nierenfunktion noch nicht zu weit
eingeschränkt ist. Das ist meist, bevor Symptome entstehen. Deswegen ist
die Überprüfung der Nierenfunktion (Blut- und Urinuntersuchung) beim
Hausarzt wichtig“, erklärt Prof. Dr. Julia Weinmann-Menke, DGfN-
Pressesprecherin.
