Kinder-Erziehung beim Essen
Wie wird in Kindertageseinrichtungen das Essen von Kindern geregelt?
Welche Erziehungsaufgaben übernehmen die Einrichtungen – welche die
Eltern? Und wie gestaltet dies das Aufwachsen der Kinder? Dr. Friederike
Schmidt erforscht das in einem Projekt der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG). Sie hat die Professur für Allgemeine
Erziehungswissenschaft mit Berücksichtigung der Genderperspektive an der
Fakultät für Bildungswissenschaften der Universität Duisburg-Essen (UDE)
angenommen.
Kinder wachsen immer öfter in Kindertageseinrichtungen (KiTa) auf,
vermehrt ganztags. Damit wird dort auch für ihre Nahrungsversorgung
gesorgt. „Wir erforschen, wie Kindertageseinrichtungen aufs Essen der
Kinder Bezug nehmen, wann es eine Rolle spielt – z.B. beim Frühstück oder
an Geburtstagen – und wie es pädagogisch bearbeitet wird“, erläutert die
Erziehungswissenschaftlerin. Dafür untersucht Schmidt im Team über
teilnehmende Beobachtung den Essalltag in vier ost- und westdeutschen
KiTas und führt kurze Interviews mit Betreuenden, Kindern und Eltern.
„Gesundes Essen für Kinder ist ein Politikum geworden. Insofern
interessiert uns auch, wie die Einrichtungen auf die Eltern eingehen.
Besonders auf Mütter, die vielfach als zentrale Verantwortliche bei der
Erziehung gelten“, so die 46-Jährige. Die DFG fördert die Studie bis 2026
mit über 235.000 Euro.
An der UDE befasst sich Schmidt zudem mit der weiblichen Jugendphase. Dazu
möchte sie empirisch das Fast Food Restaurant als mädchenspezifischen Raum
erforschen und wie Mädchen in diesem Raum interaktiv eine eigene Kultur
ausbilden. Zugleich geht sie Fragen zur Bildung pädagogischen Wissens
nach: Welche Bilder vom Menschen prägen die Pädagogik? Wer oder was rückt
in ihre Aufmerksamkeit? Wie bildet sich dabei Beobachtung als Praktik zur
Gewinnung pädagogischen Wissens aus?
Nach dem Pädagogikstudium (2002) an der Uni Bielefeld arbeitete Friederike
Schmidt mehrere Jahre in sozialpädagogischen Einrichtungen in Bielefeld
(2003-05) und Berlin (2006-09). Neben Lehraufträgen an der FU Berlin
(2010-13) und HSU Hamburg (2011) untersuchte sie an der Uni Trier
(2011-13), welche Rolle das Essen von Kindern beim Übergang von KiTa in
die Grundschule haben kann. An der Uni Bielefeld forschte sie von 2013 bis
2019 historisch und empirisch zum Gegenstandsbereich von Pädagogik. Danach
folgte ein Buchprojekt zu Vorsorge und Ungleichheit in der Corona-Pandemie
(2020-22) an der Uni Siegen. Bevor sie an die UDE kam, vertrat sie
Professuren an den Unis Bielefeld (2018/219), Lüneburg (2019/20) und
Koblenz-Landau (2022).
