Zum Hauptinhalt springen

Forschungsdaten der Geschichtswissenschaften langfristig öffentlich zugänglich machen

Pin It

Freie Universität Berlin wirkt im Rahmen von „4Memory“ am Aufbau der
Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) mit

Die Freie Universität Berlin ist seit Mai 2023 Mitglied des
geschichtswissenschaftlichen Konsortiums „4Memory“. Damit beteiligt sich
die Hochschule am Aufbau der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur
(NFDI), die künftig Forschungsdaten bundesweit auffindbar, zugänglich und
nachnutzbar machen soll. Die NFDI umfasst bislang 27 Konsortien, die
jeweils von fachwissenschaftlichen Communities gebildet werden. „4Memory“
(https://4memory.de) vertritt die historisch arbeitenden Wissenschaften
und wird in den kommenden Jahren Forschungsdaten wie etwa historische
Dokumente, Zeitzeugeninterviews oder Statistiken digital für andere
Forschende zugänglich machen. Projektbeteiligte der Freien Universität
Berlin sind die Universitätsbibliothek (Abteilung Forschungs- und
Publikationsservices), das Lateinamerika-Institut, Abteilung Geschichte
(Prof. Stefan Rinke) und das Friedrich-Meinecke-Institut, Arbeitsbereich
Didaktik der Geschichte (Prof. Martin Lücke).

Durch die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte
Beteiligung an „4Memory“ kann die Freie Universität Berlin zukünftige
digitale Forschungs-, Lehr- und Informationsinfrastrukturen für die
historisch arbeitenden Wissenschaften aktiv mitgestalten. In den kommenden
fünf Jahren werden die Projektbeteiligten der Freien Universität in den
Arbeitsfeldern von „4Memory“ zu Data Connectivity, Data Services, Data
Literacy sowie Data Culture in Expertengremien mitwirken,
Trainingsmaterialien erarbeiten, als Datenprovider fungieren und aktiv
Maßnahmen mitgestalten.

Die Universitätsbibliothek der Freien Universität unterstützt „4Memory“
mit ihrer Expertise in den Bereichen Data Literacy in
geisteswissenschaftlichen Kontexten und E-Learning (Dr. Brigitte Grote),
ihrer Expertise zu Forschungsdaten in den Area Studies mit Fokus auf
Forschungsdaten in nicht-lateinischen Schriften (Dr. Cosima Wagner) sowie
ihrer Erfahrung mit Lern- und Forschungsumgebungen für audiovisuelle
Forschungsdaten der Oral History (Verena Nägel, Dr. Cord Pagenstecher,
Dorothee Wein).

Das Lateinamerika-Institut der Freien Universität stützt sich auf seine
Erfahrung mit digitalen Geschichtsprojekten zu Oral History und
historischer Datenkompetenz, darunter das Projekt „Colonia Dignidad. Ein
deutsch-chilenisches Oral-History-Archiv“ (https://www.cdoh.net,
Projektleiter: Prof. Dr. Stefan Rinke).

Die Geschichtsdidaktik der Freien Universität, vertreten durch Prof. Dr.
Martin Lücke und Dr. Daniel Brandau, wird ihre umfassenden Vorarbeiten in
den Bereichen Digitalisierung in Forschung und Lehre und Nutzung digitaler
Daten für die empirische Geschichtsdidaktik einbringen und an der
Entwicklung eines domänenspezifischen Kompetenzmodells zu Data Literacy
mitarbeiten.

Die NFDI will dezentral, projektförmig und temporär gespeicherte
Forschungsdaten systematisch für die Wissenschaft erschließen und
zugänglich machen. Nach den FAIR-Prinzipien (findable, accessible,
interoperable, reusable) sollen Forschungsdaten nachhaltig auffindbar,
zugänglich, verknüpfbar und wiederverwendbar sein.

Das vom Institut für Europäische Geschichte Mainz geleitete Konsortium
„4Memory“ hat am 1. März 2023 seine Arbeit aufgenommen. Es wird getragen
von deutschlandweit elf Institutionen aus den Bereichen Wissenschaft,
Forschungsinfrastruktur sowie Museen und Archive. Sie werden von mehr als
70 Einrichtungen aus der gesamten Breite der historischen Forschung
unterstützt.