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BISp setzt Forschungsschwerpunkt „Frauen und Mädchen im Leistungssport“

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Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) hat mit
der Netzwerkveranstaltung „FeMaLe – Frauen und Mädchen im Leistungssport“
den Startpunkt für weitere Maßnahmen zu einem aktuellen und wichtigen
Thema gesetzt: der Geschlechtergerechtigkeit und Gleichbehandlung von
Frauen im Sport. Die zweitägige Auftaktveranstaltung (30./31. Mai) fand im
Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln statt und ist Teil der BISp-
Gesamtstrategie „Frauen im Sport“.

Vor Ort waren rund 50 Expertinnen und Experten, darunter mit Fußballerin
Tabea Kemme und Ruderin Kathrin Boron zwei Olympiasiegerinnen. Beide haben
bis zum Ende ihrer erfolgreichen aktiven Zeit intensive Erfahrungen im
internationalen Leistungssport gesammelt. Weitere Gäste waren u.a.
Vertreterinnen und Vertreter des Bundesministeriums des Innern und für
Heimat (BMI), der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention
(DGSP), der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs), des
Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sowie von Athleten Deutschland.
Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch und das Ziel, neue Impulse
zu geben.

BISp-Gesamtstrategie „Frauen im Sport“
Was steckt hinter „FeMaLe – Frauen und Mädchen im Leistungssport“? Die
Thematik „Frauen im Sport“ gewinnt in der öffentlichen Debatte an
Bedeutung und Aufmerksamkeit. Gleichwohl bleibt das Potenzial von Frauen
im Leistungssport und in der Wissenschaft in vielen Bereichen ungenutzt.
Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft hat sich daher „Frauen im Sport“
als Schwerpunkt gesetzt. Die dazugehörige Gesamt-Strategie wurde im Rahmen
der Netzwerkveranstaltung vorgestellt, diskutiert und weiter ausgeführt.
„Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit von Frauen und Männern
sind im Sport wie auch in der Wissenschaft nicht gegeben“, sagte BISp-
Direktorin Andrea Schumacher in Ihrer Begrüßungsrede. „Das Ungleichgewicht
zeigt sich u.a. in der öffentlichen Wahrnehmung, den strukturellen
Rahmenbedingungen, den Fördermöglichkeiten und auch in der Forschung. Das
BISp will das Bewusstsein für die Belange von Frauen und Mädchen im
Leistungssport schärfen und mit Forschungsprojekten gezielt zur Aufhebung
der geschlechtsspezifischen Forschungslücken beitragen.“

BISp-Schwerpunktsetzung in der Antragsforschung 2024
Frauen sind nicht nur in der Wissenschaft generell, sondern beispielsweise
auch in der Datenerhebung deutlich unterrepräsentiert, so dass es zum
sogenannten Gender Data Gap, der Geschlechter-Datenlücke und einer
Diskrepanz in wissenschaftlichen Studien kommt. Denn Ergebnisse, die
vorwiegend mit einer männlichen Stichprobe erzielt wurden, sind nicht
uneingeschränkt auf Frauen zu übertragen.
Das BISp hat sich daher zum Ziel gesetzt, über verschiedene Maßnahmen und
Aktivitäten Frauen im sportwissenschaftlichen Wissenschaftsbetrieb
sichtbarer zu machen und dazu beizutragen, die Genderlücke zum Nutzen für
Frauen und Mädchen im Breiten-, Nachwuchs- und Leistungssport zu
schließen.
Zu den ersten bereits abgestimmten Maßnahmen zählt die Schwerpunktsetzung
„Frauen und Mädchen im Leistungssport (FeMaLe)“ in der Antragsforschung
2024. Damit möchte das BISp auch Forschungsnehmerinnen und
Forschungsnehmer des Bundesinstituts darin bestärken, den Spezifika von
und für weibliche(n) Akteure(n) im Leistungssport vermehrt Aufmerksamkeit
zu schenken.

Podiumsgespräch mit Tabea Kemme und Kathrin Boron
Auf dem Podiumsgespräch der Netzwerkveranstaltung beschrieben Tabea Kemme
und Kathrin Boron persönlich und eindrücklich die weibliche Sicht von
Spitzensportlerinnen. Dabei forderte Ta-bea Kemme u.a. ein
„vertrauensbasiertes Training, das nicht nur auf Kontrolle basiert“ und
die Ath-letinnen mehr mitnimmt. „Frauen trainieren oft nicht, sie werden
trainiert“, betonte sie. Als Profifußballerin in England habe sie erlebt,
dass es auch anders geht.

Das BISp und die Teilnehmenden zogen ein positives Fazit der
Netzwerkveranstaltung. Das Ziel sei erreicht worden: Anstöße und
Inspirationen für nächste Schritte erhalten und geben, um
geschlechtsspezifische Aspekte und Veranstaltungen zum Thema „Frauen und
Mädchen im Leistungssport“ mehr zu berücksichtigen. Weitere Maßnahmen und
Prozesse befinden sich bereits in der Vorbereitung und werden folgen. Mehr
Informationen finden sich hier:
https://www.bisp.de/DE/Forschungsschwerpunkte/FeMaLe/female_node.html