Uniklinikum nimmt neuen Kinder-MRT in Betrieb
In der Kinderradiologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
geht am 1. Juni ein neuer Magnetresonanztomograph (MRT) in Gegenwart von
Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow und dem Klinikumsvorstand
in Betrieb. Das neue im Universitäts-Kinder-Frauenzent
Gerät liefert bessere Bilder und verkürzt gleichzeitig die
Untersuchungszeit für die Kinder und Jugendlichen. Mit dem MRT werden vor
allem Patientinnen und Patienten im Alter von wenigen Tagen bis zu 18
Jahren untersucht. Hauptsächlich geht es dabei um die Diagnosen von
Tumoren und Entwicklungsstörungen. Einer der ersten Patienten im neuen MRT
ist Til. Der Zwölfjährige erkrankte an einem Hirntumor.
Die Diagnose bekommt Til, als er neun Jahre alt ist. Bis auf ständiges
morgendliches Erbrechen hat der Junge keine Symptome. Nach einer MRT-
Untersuchung ist die Diagnose schnell klar: Til hat einen Hirntumor,
bösartig und aggressiv. Ins Dresdner Uniklinikum überwiesen, wird Til der
Tumor in einer OP entfernt und anschließend mit Protonen bestrahlt.
Seitdem checkt ihn das Team der Kinderradiologie alle drei Monate im MRT –
nicht nur seinen Kopf, sondern auch seinen Rücken, um sicher zu gehen,
dass sich keine Metastasen gebildet haben. Bislang dauerte die MRT-
Untersuchung von Kopf und Rücken gut eine Stunde. Im neuen MRT können die
Aufnahmen nun schneller gemacht werden. „Die engmaschige Kontrolle im MRT
beruhigt mich“, sagt Tils Mutter Elisa Krause. „Irgendwann stand für uns
fest, dass wir Tils Krebs besiegen.“ Heute gehe es ihrem Sohn gut, neue
Krebszellen haben sich nicht gebildet, was ein gutes Zeichen ist. Der
regelmäßige Check im MRT wird Til allerdings weiterhin begleiten. Dass die
Untersuchung nun noch schneller abläuft und genauere Bilder liefert, freut
Elisa Krause und Til.
„Mit dem Einsatz dieser neuen Technik zeigt sich unser Anspruch,
Patientinnen und Patienten auf höchstem Niveau zu versorgen und das mit
der Forschung zu verknüpfen“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer
Vorstand des Dresdner Uniklinikums. „Die Erfahrungen aus dem fast
20-jährigen Einsatz des Geräts in der Kinderradiologie geben uns recht,
wie sinnvoll der Einsatz von moderner und den Organismus besonders
schonender Technik ist.“ Deshalb sei eine stete Investition in die
Infrastruktur und Ausstattung des Universitätsklinikums Dresden sehr
wichtig. „Es ist gut, den Freistaat an unserer Seite zu wissen, der uns
bei der Anschaffung moderner Untersuchungsgeräte unterstützt.“ Die Kosten
für das neue Großgerät in Höhe von 1,9 Millionen Euro trägt der Freistaat
Sachsen.
Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow sagt: „Der technische Fortschritt
in der Medizintechnik bedeutet fast immer auch einen Qualitätsgewinn für
die Behandlung von Patientinnen und Patienten. Neue Geräte wie dieser MRT
machen eine Untersuchung besser verträglich oder verkürzen die
Behandlungsdauer. Für die Universitätsmedizin steht so ein Gerät aber
zugleich immer auch für einen Fortschritt in Lehre und Forschung.
Angehende Medizinerinnen und Mediziner werden daran ausgebildet und neue
Funktionen des MRT ermöglichen neue Forschungsansätze. Der Anspruch ist:
Mit Hilfe von modernster Ausstattung Spitzenforschung und Spitzenmedizin
für alle Betroffenen, und hier sogar die Jüngsten in unserer Gesellschaft,
zu ermöglichen.“
Neuer MRT in kindgerechter Umgebung
Der neue Magnetresonanztomograph löst das bisherige Gerät nach 17 Jahren
ab. Das Team der Kinderradiologie untersucht damit täglich Kinder und
Jugendliche: Frühgeborene im Alter von wenigen Tagen und einem Gewicht um
die 500 Gramm werden hier genauso gecheckt, wie übergewichtige Jugendliche
im Alter bis zu 18 Jahren. Dabei geht es vor allem um die Diagnostik von
Tumorerkrankungen und Entwicklungsstörungen wie Fehlbildungen am Schädel
oder der Wirbelsäule. Untersucht werden mithilfe des MRT zudem
Auffälligkeiten am zentralen Nervensystem, aber auch Notfälle aus der
Kinderklinik und Kinderchirurgie. „Die große Bandbreite an
unterschiedlichen Erkrankungen sowie bei Alter und Gewicht der
Patientinnen und Patienten erfordert ebenso wie das Handling der sehr
verschiedenen Untersuchungsmethoden eine breite Expertise aller
Kolleginnen und Kollegen im Team“, sagt Dr. Gabriele Hahn, für die
Kinderradiologie verantwortliche Oberärztin des Instituts für
diagnostische und interventionelle Radiologie.
Dabei ist es besonders vorteilhaft, dass sich der MRT direkt in der
Kinderklinik befindet – so werden kurze Wege zwischen Station und
Untersuchungsräumen gewährleistet. Zudem ist hier Personal tätig, das auf
die besonderen Bedürfnisse der meist jungen Patientinnen und Patienten
spezialisiert ist. Um vor allem den jüngeren Kindern die Untersuchung so
angenehm wie möglich zu machen und die Angst davor zu nehmen, wurden das
neue MRT, der Untersuchungsraum sowie der Wartebereich mit kindgerechten
Bildern und Elementen gestaltet.
Neben der Patientenversorgung widmet sich das Team der Kinderradiologie
auch der Forschung. In den vergangenen Jahren hat es besonders bei der
Qualität der erstellten Bilder erhebliche Fortschritte gegeben. Auch dank
der im neuen Gerät integrierten Künstlichen Intelligenz (KI) entstehen
Bilder, die den Medizinerinnen und Medizinern ein noch genaueres Bild vom
Körper der Patientinnen und Patienten geben. Weiterhin beschäftigt sich
das Team mit neuen Medikamenten sowie Kontrastmitteln, um die
Verträglichkeit der Untersuchung weiter zu optimieren. „Der MRT der
neuesten Generation gibt uns die Möglichkeit, die Patientenversorgung auf
höchstem Niveau fortzuführen und zeitgleich weiter in Sachen Bildgebung
und Verträglichkeit der Untersuchung zu forschen“, sagt Prof. Ralf-
Thorsten Hoffmann, Direktor am Institut für diagnostische und
interventionelle Radiologie.
