Spaß ja, aber bitte gut geschützt
Tripper, Chlamydien, Syphilis – längst galten sie als fast vergessen. Doch die Zahl der Neuinfektionen steigt jährlich rasant. Die Vereinten Nationen versuchen nun sogar, die Zahlen bis 2030 stark zu reduzieren. Dabei können alle mithelfen.
Meldepflichtigen Geschlechtskrankheiten nehmen zu
Das Robert Koch-Institut veröffentlicht besorgniserregende Zahlen, denn die meldepflichtigen Geschlechtskrankheiten steigen Jahr für Jahr. Waren es 2002 nur ca. 1.900 Syphilis-Fälle wurden 2022 mehr als 5.700 verzeichnet. Ein noch deutlicherer Anstieg ist bei Hepatitis B zu erkennen. 2002 waren es 2.877 Fälle in Deutschland, 2022 über 15.900.
Viele der Betroffenen bemerken ihre Infektion erst gar nicht, denn viele Symptome zeigen sich verzögert. Bei Hepatitis dauert es ca. ein bis sechs Monate, bis leichte Symptome erkennbar sind. Manchmal treten gar keine Symptomatik auf. Doch wer das Virus in sich trägt und andere durch Körperflüssigkeiten damit infiziert, macht auch sie krank. Bleibt Hepatitis wie beispielsweise unentdeckt, kann es zu Schädigungen der Leber kommen.
Regelmäßige Tests bieten Gewissheit
Auch die Anzahl der Singles nimmt in Deutschland zu. Immer mehr sind bereit, ihr Bett nicht mit nur einem Partner zu teilen. Nach wie vor ist das Kondom zwar eines der meist verwendeten Verhütungsmittel, doch Geschlechtskrankheiten können sich schon durch wenige Körperflüssigkeiten und oralen Kontakt übertragen. Deshalb empfehlen Experten regelmäßige Testungen für alle, die gern mit wechselnden Sexualpartnern Spaß haben.
Wer keinen lokalen Mediziner aufsuchen möchte, kann sich auch mit einem STI Heimtest Gewissheit verschaffen. Die Tests ermitteln zielsicher, ob eine Geschlechtserkrankung vorliegt. Damit ist ein wichtiger Schritt für die Prävention und gegen die unkontrollierte Weiterverbreitung getan.
Viele Betroffene schämen sich, mit ihrer Vermutung und Angst zum Arzt zu gehen. Schließlich werden Syphilis, Tripper und Co. kaum medial oder sogar im Freundeskreis thematisiert. Durch das Stillschweigen wird das Risiko der Erkrankung ebenso verharmlost wie die Folgen für die (unwissentlich) angesteckten.
Um verantwortungsvoll und ohne schlechtes Gewissen Geschlechtsverkehr genießen zu können, sollte sich jeder mindestens einmal pro Jahr testen lassen. Spätestens, wenn sich Ausfluss, Juckreiz oder andere Hautveränderungen im Intimbereich zeigen, ist es Zeit für einen Test. Syphilis beispielsweise kann auch durch orale Befriedigung und Petting übertragen werden. Die Inkubationszeit liegt bei ca. 2-3 Wochen.
Auch Tripper wird nicht, wie häufig fälschlicherweise vermutet, über den direkten Sexualkontakt übertragen. Auch die Finger oder der Mund sind als Übertragungswege möglich. Wer sich mit Tripper infiziert hat, bemerkt dies häufig nach ca. 2-8 Tagen durch Brennen und Jucken. Mediziner empfehlen deshalb auch jedem einen Test, der mit seinem Sexualpartner künftig ohne Schutz durch ein Kondom schlafen möchte.
Die meisten sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten sind heilbar
Viele sexuell übertragbare Krankheiten lassen sich beim vorzeitigen Erkennen gut behandeln. Allerdings gibt es auch Krankheiten, bei denen dies nicht geht. HIV, Hepatitis und Herpes es gehören dazu. Hier werden die Symptome therapiert und das Ausbrechen der eigentlichen Krankheiten unterdrückt. Damit der voranschreitenden Schulmedizin gelingt das immer besser, vor allem bei HIV. Lag die Anzahl der Aidstoten 2015 noch bei 370, waren es 2018 nur noch 294, 2021 sogar nur 218. Ein Grund dafür ist die verbesserte Medikamentenversorgung, denn sie hilft dabei, das Ausbrechen des Virus zu verhindern.
