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Bergisches Hochwasserschutzsystem 4.0: NRW fördert Hochwasserwarnsystem im Bergischen Land mit 2,8 Mio Euro

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Drohendes Hochwasser entlang von Flüssen früher erkennen und so Leben
retten und Schäden vermeiden: Das ist das Ziel eines modernen
Hochwasserwarnsystems unter Einsatz Künstlicher Intelligenz, das derzeit
auf Initiative der regionalen Wirtschaft im Bergischen Land entwickelt
wird.

NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur übergab in dieser
Woche den Förderbewilligungsbescheid über insgesamt 2,8 Millionen Euro zu
dem Projekt an Prof. Dr.-Ing. Tobias Meisen vom Lehrstuhl für Technologien
und Management der Digitalen Transformation (TMDT) der Bergischen Uni
sowie an die weiteren Partner aus dem Projektkonsortium: Heinz Berger
Maschinenfabrik, Wupperverband, Bergische Struktur- und
Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Wuppertaler Stadtwerke und Bergische
Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Remscheid-Solingen.

Im Rahmen des neuen bergischen Gemeinschaftsprojekts soll eine Künstliche
Intelligenz (KI) entwickelt und trainiert werden, die die Vorhersage von
Wasserpegeln und Hochwassergefahren für die Region präziser als bisherige
Warnsysteme ermöglicht. „Das ‚Hochwasserschutzsystem 4.0‘ erkennt Gefahren
präziser als etablierte Warnsysteme und kann somit Alarm schlagen, wenn
Gewässer über die Ufer zu treten drohen“, so Dr. Andreas Groß,
Geschäftsführer der Berger Gruppe und Initiator des Projekts.

Ministerin Neubaur: „Der Klimawandel wird auch bei uns in Nordrhein-
Westfalen immer spürbarer und die Auswirkungen können wie bei der
Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021 dramatisch sein. Umso wichtiger sind
Warnsysteme, die verlässlich und frühzeitig drohende Hochwasserstände
erkennen und melden können. Das Projekt ‚Hochwasserschutzsystem 4.0‘ im
Bergischen Land zeigt, wie künstliche Intelligenz im Ernstfall dazu
beitragen kann, rechtzeitig notwendige Schutzmaßnahmen zu ergreifen und so
größere Schäden an Gebäuden und Infrastruktur zu vermeiden. Das schafft
langfristige Sicherheit für Unternehmen und stärkt die wichtigen
Industriestandorte in unseren Mittelgebirgsregionen.“

Das Warnsystem soll die datengetriebene Vorhersage von regionalen
Wasserpegeln und Hochwassergefahren unter Berücksichtigung der aktuellen
Wetterlage und sonstiger Umweltfaktoren ermöglichen. Mit digitalen
Sensoren werden dafür die Pegelstände an Gewässern, Rückhaltebecken und
Kanälen, die Niederschlagsmengen, der Unterwasserdruck, Luftfeuchtigkeit,
-druck und -temperatur sowie die Windrichtung und -stärke erfasst. In
diesen Daten soll die Künstliche Intelligenz Muster erkennen, die im
Zusammenhang mit einem Anstieg der Pegelstände stehen. Damit unterscheidet
sich das Projekt von klassischen Vorhersagen auf Basis von Modellen.
Informationen zu lokalen Wasserpegeln, Prognosen und Warnungen sollen
gefährdeten Unternehmen künftig in Echtzeit über eine Hochwasserschutz-App
bereitgestellt werden, die vom Wupperverband entwickelt wird.

Das Vorhaben „Hochwasserschutzsystem 4.0“ ist Teil der Initiative
„Flagships powered by KI.NRW“, der Kompetenzplattform des Landes für
Künstliche Intelligenz KI.NRW. Bei der Entwicklung der neuen Technologien
arbeiten die Projektteilnehmer*innen auch mit dem Landesamt für Natur,
Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) und weiteren
Regionen zusammen. „Das System wird nach einer erfolgreichen Einführung im
Bergischen Land allen Regionen in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung
gestellt“, so Stephan A. Vogelskamp, Geschäftsführer der Bergischen
Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft.