Großrechner der Goethe-Uni mit hervorragender Platzierung im Green-IT- Ranking
n wesentlichen Teilen erneuerter Großrechner „Goethe NHR“ im Konsortium
Nationales Hochleistungsrechnen Süd-West ist einer der zwei
ressourcenschonendsten in Deutschlands und weltweit auf Platz 9
Die Goethe-Universität stärkt ihre besonders energieeffiziente
Großrechenpower im Rahmen des Konsortiums Süd-West des nationalen
Hochleistungsrechnens (NHR). Laut den erschienenen offiziellen Ranglisten
erreicht der „Goethe NHR“ Platz 2 unter den energieeffizientesten
Großrechnern Deutschlands sowie Platz 6 der schnellsten. Auch im
weltweiten Vergleich „Green 500“ mischt der Großrechner ganz vorne mit:
Hier erreicht er dank seiner herausragenden Recheneffizienz Platz 9.
Bemerkenswert ist dieser Erfolg vor allem angesichts des im Vergleich zu
anderen Großrechnern deutlich geringeren investiven Volumens; und: am
Erfolg beteiligt sind auch Studierende und Doktorand*innen, die in der
Arbeitsgruppe mitarbeiten.
Seit Oktober 2021 ist die Goethe-Universität auf Vorschlag der Gemeinsamen
Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern Mitglied des Konsortiums NHR
Süd-West, dem auch die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), die
Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau sowie
die Universität des Saarlandes angehören. Das Land Hessen hat die von
Prof. Dr. Lindenstruth entwickelte Technologie für energiesparende
Hochleistungsrechner in der Vergangenheit unter anderem mit einer Million
Euro aus dem Innovationsfonds sowie 850.000 Euro aus dem
Forschungsförderungsprogramm LOEWE unterstützt.
„Unsere Universität gewinnt mit dem aktualisierten „Goethe NHR“ eine
deutlich stärkere Position im Rahmen des NHR-Verbundes“, sagte Prof. Dr.
Volker Lindenstruth, der an der Goethe-Universität die Arbeitsgruppe
„Architektur von Hochleistungsrechnern“ leitet. Volker Lindenstruth ist
einer der bundesweit angesehensten Experten für die Optimierung und
Energieeffizienz von Großrechnern. Von ihm konzipierte Rechner belegen in
den vergangenen 10 Jahren in den halbjährlich veröffentlichten nationalen
und Weltranglisten der energieeffizientesten Superrechner oft vordere
Plätze.
„Durch das Upgrade des früheren Goethe-HLR Rechners zum deutlich
leistungsstärkeren Goethe-NHR eröffnen wir im Rahmen des NHR-SW
Konsortiums unseren wissenschaftlichen Nutzern bundesweit neue
Möglichkeiten für ihre Forschung. Dass es uns hierbei gelungen ist, einen
der energieeffizientesten HPC-Rechner Deutschlands zu bauen, ist gerade im
Hinblick auf die notwendige Transformation zu nachhaltigen Systemen und in
Anbetracht der hohen Energiekosten ein besonderes Highlight“, sagte Prof.
Dr. Thorsten Kollegger, Professor für Green IT an der Goethe-Universität
und Leiter des Center for Scientific Computing, welches die HPC-Systeme
der Goethe-Universität betreibt.
Universitätspräsident Prof. Dr. Enrico Schleiff, gratulierte Volker
Lindenstruth und Thorsten Kollegger zu ihrem Erfolg bei der nachhaltigen
Optimierung von Großrechnern: „Die Goethe-Universität ist dank der
hervorragenden Arbeit dieser Arbeitsgruppe ein Vorreiter im Bereich Grüner
Großrechner in Deutschland und darüber hinaus. Es ist bemerkenswert, wie
es Volker Lindenstruth und seinem Team immer wieder gelingt, mit den von
ihnen konstruierten Rechnern nationale und internationale
Spitzenpositionen zu erreichen. Bei der Bereitstellung möglichst
effizienter und nachhaltig produzierter Rechenleistung für die Forschung
ist die Goethe-Universität im Rahmen des NHR-Konsortiums in Deutschland
sehr gut aufgestellt. Von diesem einzigartigen Knowhow profitieren auch
unsere Partner im NHR-Rechnerverbund. Schön, dass auch Studierende und
Nachwuchsforschende am Erfolg beteiligt sind – Beleg für hervorragende
wissenschaftliche Nachwuchsarbeit der Arbeitsgruppe.“
Der von ihm und seinem Team jetzt in wesentlichen Teilen erneuerte
Großrechner „Goethe NHR“, der im Industriepark Frankfurt-Hoechst steht,
basiert auf der bereits bewährten, jedoch entscheidend weiterentwickelten
Technologie einer intelligenten Vernetzung und Einzeloptimierung von 880
AMD MI210 Grafikkarten. Damit können Großrechner besonders preisgünstig,
leistungsstark und zugleich energieeffizient gebaut werden.
Daten und Fakten
Rechenleistung: 9,087 PFlop/s mit 105 Knoten bei 195,24 kW
Recheneffizienz: 46,5 GigaFlops/W (Fließkommaoperationen pro Watt
Rechenleistung in der Sekunde)
Deutschlandweiter Verbund des Nationalen Hochleistungsrechnens
Leistungsfähige Supercomputer gewinnen in Wissenschaft und Forschung immer
mehr an Bedeutung. Angesichts zunehmend komplexer und umfangreicher Daten
sind Forschende in verschiedensten Disziplinen stärker denn je auf
Hochleistungsrechner angewiesen. Immer mehr Forschungsfragen, etwa in der
Medizin, Physik oder Chemie, lassen sich heute nur noch mit großen
Rechenkapazitäten und intelligenten Anwendungen beantworten. Bund und
Länder haben deshalb 2018 die Gründung eines deutschlandweiten Verbunds
des Nationalen Hochleistungsrechnens beschlossen, um bestehende Stärken
von Hochleistungsrechenzentren in einem nationalen Verbund zu bündeln und
weiter auszubauen. Mit der Gründung eines koordinierten Verbunds wurde auf
die steigende Nachfrage nach Hochleistungsrechnern reagiert, indem
Forschende an den Hochschulen unabhängig von ihren jeweiligen Standorten
deutschlandweit und bedarfsgerecht auf die für ihre Forschung benötigten
Rechenkapazitäten zugreifen können.
Mit dem Nationalen Hochleistungsrechnen werden zudem die fachlichen und
methodischen Stärken von Hochleistungsrechenzentren weiterentwickelt und
besser aufeinander abgestimmt. Gleichzeitig sollen durch Schulungen und
Fortbildungen an den neun NHR-Zentren mehr Forschende an das
Hochleistungsrechnen herangeführt werden, die Kompetenzen der
Anwenderinnen und Anwender von Hochleistungsrechensystemen gestärkt und
Nachwuchskräfte gefördert werden, um das Potenzial von
Hochleistungsrechnern voll auszuschöpfen und Deutschland als Forschungs-
und Innovationsstandort zu stärken. Für das Nationale Hochleistungsrechnen
stehen über den Förderzeitraum von 10 Jahren insgesamt 625 Millionen Euro
zur Verfügung.
