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JLU Gießen und Nachhaltigkeit

Die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn bei der Veranstaltung zur Nachhaltigkeit im Botanischen Garten der JLU Gießen.  JLU / Katrina Friese
Die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn bei der Veranstaltung zur Nachhaltigkeit im Botanischen Garten der JLU Gießen. JLU / Katrina Friese
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Die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn bei der Veranstaltung zur Nachhaltigkeit im Botanischen Garten der JLU Gießen.  JLU / Katrina Friese
Die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn bei der Veranstaltung zur Nachhaltigkeit im Botanischen Garten der JLU Gießen. JLU / Katrina Friese

„Das große Ganze im Blick“: Die Justus-Liebig-Universität Gießen
präsentiert am 5. Juni im Botanischen Garten wichtige Entwicklungen im
Hinblick auf Nachhaltigkeit

Wenn wir die Lebensgrundlagen der Menschen langfristig sichern wollen, ist
ein zukunftsorientiertes und reflektiertes Handeln nötig. Dieses muss die
Begrenztheit natürlicher Ressourcen unseres Planeten anerkennen und die
Befriedigung der Bedürfnisse aller Menschen heute und in Zukunft im
Einklang mit der Umwelt ermöglichen. Die Justus-Liebig-Universität (JLU)
treibt ihre nachhaltige Transformation systematisch voran: Sie hat ein
Büro für Nachhaltigkeit (BfN) eingerichtet, die „Nachhaltigkeitsstrategie
JLU 2030“ entwickelt, mit dem Panel on Planetary Thinking das
disziplinübergreifende planetare Denken an der JLU verankert und diverse
wissenschaftliche wie auch betriebliche Projekte zum Thema Nachhaltigkeit
auf den Weg gebracht. Diese wegweisenden Entwicklungen wurden am 5. Juni
2023 im Beisein der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst,
Angela Dorn, im Palmenhaus des Botanischen Gartens präsentiert.

JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee hob in seiner Begrüßung die
Vorbildfunktion der Universität Gießen hervor: „Die JLU unterstützt die
nachhaltige Transformation der Gesellschaft aktiv mit ihren vielfältigen
Forschungs-, Lehr- und Transferaktivitäten. Als zukunftsorientierte
Institution hat die JLU vor allem auch den Anspruch, ihre eigene
nachhaltige Entwicklung voranzutreiben.“ Neben dem institutionellen
Handeln komme es auf die wissenschaftliche Reflexion an, erklärte der
Präsident. „Mit dem Panel on Planetary Thinking haben wir an der JLU einen
offenen Reflexionsraum geschaffen, in dem wir Zukunftsfragen diskutieren
und die Wechselwirkungen zwischen Planet und Mensch aus unterschiedlichen
Perspektiven beleuchten können.“

„Hochschulen spielen eine wichtige Rolle bei der gesamtgesellschaftlichen
Aufgabe Nachhaltigkeit: Als große Einrichtungen fallen ihre
Energieeinsparungen stark ins Gewicht; gleichzeitig bilden sie die
Fachkräfte von morgen aus, die die erforderlichen technischen,
wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Innovationen entwickeln und
erforschen“, so Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Beim Umstieg auf
erneuerbare Energien und der Steigerung der Energieeffizienz unterstützen
wir die Hochschulen tatkräftig – zum Beispiel mit einem Sonderprogramm
Photovoltaik sowie Modernisierung der technischen Gebäudeausrüstung und
der Erweiterung unseres COME-Hochschulprogramms zur Verbesserung der
Energieeffizienz und Sanierung von Gebäude und Technik. Die Justus-Liebig-
Universität Gießen nutzt diese Förderungen erfolgreich, um ihre Forschung
zur Nachhaltigkeit zu stärken, Interdisziplinarität zu fördern und den
Austausch mit der Politik und der Gesellschaft voranzubringen.“

Büro für Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsstrategie der JLU

Dr. Alexandra Jungert, Leiterin des Büros für Nachhaltigkeit, erläuterte:
„Das Büro für Nachhaltigkeit stößt als zentrale Koordinationsstelle
universitätsweit partizipative Prozesse und Projekte an, um die
nachhaltige Transformation der Universität voranzutreiben. Es bündelt und
kommuniziert die Nachhaltigkeitsaktivitäten der JLU, vernetzt interne und
externe Akteurinnen und Akteure und unterstützt Initiativen der
Studierenden und Beschäftigten.“ Darüber hinaus begleitet das Büro für
Nachhaltigkeit die Umsetzung der „Nachhaltigkeitsstrategie JLU 2030“, die
am 13. Dezember 2022 vom JLU-Präsidium – nach Befürwortung durch den Senat
– beschlossen wurde. Ausgehend von einem ganzheitlichen Ansatz definiert
die Strategie Ziele, Maßnahmen und Indikatoren für die Handlungsfelder:
Forschung, Studium und Lehre, Transfer, Betrieb inkl. Mobilität,
Individuelles Verhalten und Governance.

Neben der Stärkung von Nachhaltigkeitsbezügen im Forschungsprofil strebt
die JLU den Ausbau des Angebots an Studiengängen mit Nachhaltigkeitsbezug
und die Entwicklung eines interdisziplinären Kurs- und Zertifikatsangebots
an. Auch die administrativen Prozesse sollen im Sinne der Nachhaltigkeit
ausgestaltet werden. Zu den Zielen zählen beispielsweise ein nachhaltiges
Grünflächenmanagement und Maßnahmen zur Dekarbonisierung. Ersteres soll
durch das innovative Projekt „GreenJLU“ unterstützt werden, das unter
anderem eine genaue Kartierung der JLU-Grünflächen und eine Steigerung der
Biodiversität zum Ziel hat. Die Strategie wurde federführend von der von
Senat und Präsidium legitimierten und im Jahr 2021 eingerichteten
Gemeinsamen Kommission für Nachhaltigkeit in Zusammenarbeit mit den
einschlägigen Fachabteilungen und in Rücksprache mit den Fachbereichen und
universitären Gremien erarbeitet.

Panel on Planetary Thinking

Das Panel on Planetary Thinking ist ein Zusammenschluss von Forschenden
aus sozial-, kultur-, geistes-, lebens- und naturwissenschaftlicher
Disziplinen. Seit seiner Gründung im April 2020 werden hier
nachhaltigkeitsbezogene Fragestellungen zur Wechselwirkung von Erdsystem
und Gesellschaften, Biodiversität, Klima und globaler gesellschaftlicher
Ungleichheit behandelt. Im Rahmen von Kunstprojekten, Workshops,
interdisziplinären Kolloquien, Vorträgen und weiteren
öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungsformaten treibt das Panel einen
planetaren Denkstil in Forschung, Lehre und Öffentlichkeit voran. Dr.
Frederic Hanusch, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Panel on
Planetary Thinking, beschrieb Vision und Arbeit des Panels und stellte das
Planetary Scholars & Artists in Residence Program heraus. Die neuen
Stipendiatinnen und Stipendiaten des Panels stellten ihre Projekte vor,
vereint in diesem Jahr durch den Themenschwerpunkt „Planetary Spaces“.

Podiumsdiskussion: Transdisziplinärer Forschung den Weg bereiten

Wie kann transdisziplinärer Forschung der Weg bereitet werden? Diese
Leitfrage erörterten Prof. Dr. Katharina Lorenz, JLU-Vizepräsidentin für
Studium und Lehre, Prof. Dr. Claus Leggewie, Inhaber der Ludwig Börne-
Professur und wissenschaftlicher Direktor des Panel on Planetary Thinking,
und Prof. Dr. Peter Winker, zentraler Nachhaltigkeitsbeauftragte der JLU,
bei einer Podiumsdiskussion, die von Liza Bauer, stellvertretende
Geschäftsführerin des Panels, moderiert wurde. Es ging darum auszuloten,
wie die Interaktion von Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft unterstützt
werden kann, denn dieses Zusammenwirken bildet eine Grundvoraussetzung für
die nachhaltige Transformation.

Im Anschluss bestand die Möglichkeit zum Besuch einer Poster-Ausstellung
über Projekte zur nachhaltigen Transformation der JLU und
Forschungsprojekte mit Nachhaltigkeitsbezug. Außerdem konnte die
„Planetary Forest Waldskulptur“ betrachtet werden, die 2022 durch die
Fellows des Panels unweit des Palmenhauses im Botanischen Garten errichtet
wurde.

Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) fördert das
Büro für Nachhaltigkeit und das Panel on Planetary Thinking sowie die
Mehrheit der vorgestellten Projekte an der JLU.