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Brand in der Ost-West-Friedenskirche: Studentin erarbeitet digitale Dokumentation

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Ein virtueller 360-Grad-Rundgang soll auch nach der vollständigen
Zerstörung die Möglichkeit bieten, die Kirche und ihre Geschichte zu
erkunden

Die Ost-West-Friedenskirche in München ist in der Nacht auf Sonntag, 11.
Juni 2023, abgebrannt. Kurz zuvor hat Muriel Kitazume, Studentin an der
Universität Bamberg, im Rahmen einer Forschungsarbeit die Kirche mit
moderner Laserscantechnologie sowie 360-Grad-Fotografien dokumentiert. Aus
den Daten soll ein virtueller Rundgang entstehen, der die Ost-West-
Friedenskirche auch nach dem Brand noch erlebbar macht.

Studentin sammelt Daten zu Ost-West-Friedenskirche

Der russische Eremit Timofej Prochorow begann 1952 aus den Trümmern des 2.
Weltkrieges am Rande der Stadt München die Ost-West-Friedenskirche zu
erbauen. Er legte zudem einen Garten an, gefolgt von zwei Wohngebäuden und
einer Kapelle. All das errichtete der damals 70-Jährige ohne
Baugenehmigung auf dem Boden des ehemaligen Fluggeländes des
Oberwiesenfelds, auf dem sich seit 1972 auch der Münchner Olympiapark
befindet. Im Rahmen einer Forschungsarbeit des Studiengangs Digitale
Denkmaltechnologien der Otto-Friedrich-Universität Bamberg hat die
Studentin Muriel Kitazume im Frühjahr 2023 begonnen, die Ereignisse rund
um den einstigen Schwarzbau auf dem heutigen Olympiagelände
zusammenzutragen. „Die Bauten auf dem Areal von Väterchen Timofej, wie er
in München genannt wird, überdauerten zahlreiche Auseinandersetzungen mit
dem Bayerischen Freistaat und trotzten den Absichten und Plänen rund um
die Neugestaltung des Geländes für die Olympischen Spiele 1972“, erläutert
die Studentin. Die Ost-West-Friedenskirche sei dank des Einsatzes vieler
Bürgerinnen und Bürger bestehen geblieben und zu einem festen Bestandteil
der Stadt, ihrer Geschichte und des Lebens vieler Münchnerinnen und
Münchner geworden.

Moderne Laserscantechnologie dokumentiert geschichtsträchtigen Ort

Muriel Kitazume hat im Zuge ihrer Arbeit unter der Betreuung von Prof. Dr.
Mona Hess, Inhaberin des Lehrstuhls für Digitale Denkmaltechnologien, mit
moderner 3D-Laserscantechnologie diesen geschichtsträchtigen Ort
dokumentiert und hochgenaue Messdaten der Kirche erzeugt. Ziel ihrer
laufenden Arbeit ist es, aus den Daten ein 3D-Modell der Ost-West-
Friedenskirche zu erstellen, das zusammen mit 360-Grad-Fotografien sowie
historischen Bilddokumenten und Zeitungsartikeln zu einem virtuellen
Rundgang zusammengefasst werden sollen, der den Ort und seine Geschichte
digital erfahrbar macht. Der Rundgang soll in etwa einem Jahr zur
Verfügung stehen. Darüber hinaus entstehen aus dem 3D-Laserscan
architektonische Pläne und Schnitte. „Das ist ein absoluter Glücksfall“,
meint Mona Hess. „Als Abschlussarbeit geplant, gewinnt die Dokumentation
nach dem Brand der Ost-West-Friedenskirche rund 70 Jahre nach ihrer
Errichtung an großer Bedeutung.“ Mit ihr sei nicht nur ein virtueller
Rundgang möglich, der das Gebäude unmittelbar vor dem Brand wieder
sichtbar machen kann. Die Dokumentation könne auch in Zukunft ein
wichtiges Dokument darstellen, das online der Öffentlichkeit erhalten
bleibt.