Netzwerke Frühe Hilfen bundesweit etabliert
Nahezu alle Kommunen mit einem Jugendamt in Deutschland haben im Jahr 2020
das Angebot der Familienhebamme oder der Familien-Gesundheits- und
Kinderkrankenpflegenden vorgehalten. Die Gesundheitsfachkräfte suchen
Familien auf und kümmern sich mit ihnen um die gesunde Entwicklung und
Versorgung von deren Baby oder Kleinkind. Das ist eines der zentralen
Ergebnisse der Kommunalbefragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen
(NZFH), Die Befragung verdeutlicht darüber hinaus den weiteren
Entwicklungsbedarf in den Frühen Hilfen: So stellten der Mangel an
Fachkräften, aber auch fehlende finanzielle Mittel das größte Hindernis
für den weiteren Ausbau des Angebots dar.
In 97 Prozent der Kommunen in Deutschland mit einem Jugendamt war 2020 das
Angebot der Familienhebamme oder der Familien-Gesundheits- und
Kinderkrankenpflegenden vorhanden. Die Gesundheitsfachkräfte suchen
Familien auf und kümmern sich mit ihnen um die gesunde Entwicklung und
Versorgung von deren Baby oder Kleinkind. Damit hat sich die
flächendeckende Ausweitung dieses Angebots seit 2013 fortgesetzt. Das ist
eines der zentralen Ergebnisse der Kommunalbefragung des Nationalen
Zentrums Frühe Hilfen (NZFH), an der sich bundesweit nahezu alle Kommunen
mit einem Jugendamt beteiligt haben.
Prof. Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA): „Auch in der Zeit nach der Pandemie
bleiben Unterstützungsangebote vor allem für Familien in schwierigen
Lebenslagen wichtig. Daher freue ich mich über die Verbreitung der Frühen
Hilfen in den Kommunen. Das gut ausgebaute Angebot kommt so immer mehr
Familien bundesweit zu gute.“
Prof. Dr. Sabine Walper, Direktorin des Deutschen Jugendinstituts e. V.
(DJI): „Die Kommunalbefragung des NZFH ist ein wichtiges Instrument für
Bund, Länder und Kommunen, um das Erreichen von Entwicklungszielen sowie
den Bedarf an Weiterentwicklung zu erkennen. Auf dieser Grundlage lassen
sich weitere Schritte für die Zukunft der Frühen Hilfen ableiten.“
Die Kommunalbefragungen des NZFH sind seit 2013 wiederholte,
standardisierte Vollbefragungen von Kommunen zum Stand des Auf- und
Ausbaus der Frühen Hilfen in Deutschland. Die aktuellen Daten zeigen, dass
in über 80 Prozent der Kommunen die Corona-Pandemie einen starken Einfluss
auf die Frühen Hilfen hatte. Aufsuchende Angebote mussten während der
Pandemie reduziert werden und in knapp 60 Prozent der Kommunen fielen
Angebote weg, in die Familien vor der Pandemie vermittelt werden konnten.
Gleichzeitig wurden in den meisten Kommunen neue Wege gefunden, um
Familien zu erreichen und zu beraten.
In der Langzeitbeobachtung zeigt sich eine flächendeckende Sicherung und
Ausweitung der zentralen Angebote der Frühen Hilfen: In 97 Prozent der
Kommunen sind in der Regel kostenfreie Eltern-Kind-Gruppen zu finden. 75
Prozent der Kommunen bieten zudem offene Sprechstunden für Eltern an.
Der Einsatz der Gesundheitsfachkräfte ist inzwischen weit verbreiteter
Standard. Hierbei ist der Einsatz von Familien-Gesundheits- und
Kinderkrankenpflegenden mittlerweile ebenso weit verbreitet wie der von
Familienhebammen.
Ein positiver Trend zeichnet sich auch bei den Netzwerken Frühe Hilfen ab:
Im Jahr 2020 gab es in Deutschland 939 Netzwerke Frühe Hilfen. Nur drei
befragte Kommunen hatten kein Netzwerk. Die Zahl der
Netzwerkkoordinierenden ist zwischen 2013 und 2020 um 25 Prozent auf 1.008
Personen gestiegen. Rund Dreiviertel der Personen sind mindestens zwei
Jahre in dieser Funktion tätig.
Die Befragung des NZFH verdeutlicht darüber hinaus den weiteren
Entwicklungsbedarf in den Frühen Hilfen. So stellten der Mangel an
Fachkräften, aber auch fehlende finanzielle Mittel das größte Hindernis
für den weiteren Ausbau des Angebots dar. Bei der Netzwerkkoordination
Frühe Hilfen gaben mit 38 Prozent über ein Drittel der befragten Kommunen
an, dass das Personalvolumen der Netzwerkkoordinierungsstellen nicht
ausreicht. Gleichzeitig fehlten in über der Hälfte der befragten Kommunen
Gesundheitsfachkräfte für eine bedarfsgerechte Versorgung.
Für die NZFH-Kommunalbefragung wurden im Frühjahr 2021 zum Stichtag
31.12.2020 insgesamt 570 Kommunen online befragt. Die Informationen und
Ergebnisse zur Kommunalbefragung stehen unter:
https://www.fruehehilfen.de/fo
nzfh/implementierungsforschung
ausgewaehlte-ergebnisse/
Nationales Zentrum Frühe Hilfen
Träger des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) ist die Bundeszentrale
für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit dem Deutschen
Jugendinstitut e. V. (DJI). Das NZFH wird gefördert vom Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Es unterstützt seit
2007 die Fachpraxis dabei, familiäre Belastungen und Ressourcen frühzeitig
zu erkennen, qualitätsgesicherte bedarfsgerechte Angebote bereitzustellen
und die Vernetzung der unterschiedlichen Berufsgruppen zu fördern.
