Austausch zwischen dem Landtagsabgeordneten Michael Joukov und ukrainischen Lehrenden an der Hochschule Heilbronn
Eine intensive digitale Trainingswoche für ukrainische Dozentinnen an
der Hochschule
Heilbronn geht zu Ende.
• Zum Abschluss tauschen sich die Ukrainerinnen mit dem MdL der Grünen
Fraktion Michael
Joukov aus.
• Die Dozentinnen sind sich einig: Die Lage in der Ukraine stellt nicht
nur die Hochschulen vor
enorme Herausforderungen.
Heilbronn, Juni 2023. Emotional und sehr intensiv: Eine Trainingswoche zur
digitalen Lehre für acht Dozentinnen aus Kyiv und Kharkiv an der
Hochschule Heilbronn (HHN) findet ihren Abschluss. Die Anreise aus dem
Kriegsgebiet war dabei alles andere als leicht – zum Teil waren die
Ukrainerinnen fast zwei Tage mit Bus und Bahn nach Heilbronn unterwegs. Im
Rahmen des DAAD-Projekts „HHN-DITO II“ im Förderprogramm „Ukraine Digital“
konnten sie sich eine Woche lang zu digitalen Lehrformaten informieren,
sich mit HHN-Professor*innen austauschen und in den Medienlaboren ihre
Lehrmaterialien als Videos und Podcasts aufzeichnen.
Zum Abschluss ihres Aufenthalts hatten die ukrainischen Dozentinnen die
Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch mit Micheal Joukov –
Landtagsabgeordneter der Grünen und Sprecher für studentische Belange und
akademischen Nachwuchs.
Im Austausch mit dem Politiker, der die Lehrenden einen Vormittag
begleitete, betonen die ukrainischen Dozentinnen, wie wichtig die
Unterstützung Deutschlands für die Ukraine sei. Dabei schildern sie die
Herausforderungen, mit denen die Menschen in der Ukraine seit Kriegsbeginn
konfrontiert sind. Die Stadt Kharkiv in der Ost-Ukraine, unweit der
russischen Grenze, liegt in unmittelbarer Nähe der Front. Durch den Krieg
seien alle Universitätsgebäude beschädigt und die gesamte Infrastruktur
stark in Mitleidenschaft gezogen worden.
Auch in der Hauptstadt Kyiv bestimmt der Krieg das tägliche Leben: den
gesamten Mai über sei jede Nacht Luftalarm gewesen. Der Unterricht an den
Hochschulen des Landes kann nur online stattfinden. Die Studierenden, die
zum Teil in der gesamten Ukraine oder auch in anderen Ländern Europas
verstreut sind, haben die Dozentinnen oftmals noch nie in Präsenz gesehen.
Michael Joukov betont die Solidarität mit der Ukraine und die Wichtigkeit
der bilateralen Zusammenarbeit zwischen deutschen und ukrainischen
Hochschulen. Das von der HHN initiierte Projekt hält er dabei für
wegweisend. Er erklärt zudem die geschaffenen Möglichkeiten für
ukrainische Studierende, ihr Studium gebührenfrei an den Hochschulen
Baden-Württembergs fortzuführen. Gerade hochqualifizierte Fachkräfte und
Knowhow seien die Zukunft der Ukraine. „Dass mitten in einem mehr denn je
mörderischen Krieg aktiv an den Grundladen für die wissenschaftliche
Kooperation nach Kriegsende gearbeitet wird, hat mich überaus beeindruckt.
Diese Kooperation gilt es seitens des Landes zu ermöglichen!“, kommentiert
Joukov.
Große Zufriedenheit nach Aufenthalt an der HHN
Trotz der massiven Herausforderungen, denen sich die ukrainischen
Lehrenden im Alltag ausgesetzt sehen, unterstreichen sie die
Sinnhaftigkeit von Weiterbildungen. Die Integration in die europäische
Hochschullandschaft wird als klares Ziel formuliert. Der Aufenthalt an der
HHN habe ihnen demnach weitere Impulse für die digitale Lehre gegeben und
ihnen außerdem ermöglicht, wichtige Kontakte zu Professor*innen zu
knüpfen. Da viele ukrainische Studierende zum Teil ihr Studium auf einem
Smartphone absolvieren müssen, bieten die in den HHN-Medienlaboren
erstellten, professionellen Video- und Podcast-Aufnahmen, eine deutliche
Erleichterung bei der Vermittlung des Lehrstoffs. Und die Dozentinnen sind
sich einig: Endlich wieder Studierende auf dem Campus zu sehen und ein
lebendiges Hochschulleben wie an der HHN zu spüren – nach fast drei Jahren
Distanzlehre durch die Corona-Pandemie und den anhaltenden Krieg – sei
einfach unbeschreiblich schön.
Die Hoffnung liegt in der Zukunft
Mit vielen neuen Eindrücken reisen die Professorinnen nun zurück in die
Ukraine. Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges paart sich mit dem
festen Willen, der jungen Generation – trotz der aktuellen Lage – die
bestmögliche Ausbildung zu gewähren. Denn die jungen Menschen seien die
Zukunft des Landes. Die HHN möchte dabei weiter unterstützen. Man ist sich
sicher – die Trainingswoche war nur der Anfang für weitere vielfältige
Kooperationen zwischen Heilbronn und ihren Partnerhochschulen in der
Ukraine.
Das Projekt „HHN-DITO II“ im Förderprogramm „Ukraine Digital“ wird vom
DAAD aus Zuwendungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
(BMBF) finanziert.
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Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik
Mit rund 8.000 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn (HHN) eine der
größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg.
Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt in den Bereichen Technik, Wirtschaft und
Informatik. An ihren vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim,
Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die HHN mehr als 60
zukunftsorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge an, darunter auch
berufsbegleitende Angebote. Die HHN bietet daneben noch weitere
Studienmodelle an und pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der
Region. Sie ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis sehr gut vernetzt.
Das hauseigene Gründungszentrum unterstützt Studierende sowie Forschende
zudem beim Lebensziel Unternehmertum.
