Zum Hauptinhalt springen

Zuhören als Individuum und als Gesellschaft: Internationaler Kongress in Mainz

Pin It

44. Jahrestagung der International Listening Association findet vom 26.
bis 29. Juli 2023 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz statt

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt werden sich
vier Tage lang bei einem internationalen Kongress an der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz (JGU) mit dem Thema Zuhören beschäftigen.
„Zuhören kann der Schlüssel zur Lösung von vielen aktuellen
Herausforderungen sein und gleichzeitig ein unglaubliches kreatives
Potenzial erschließen“, teilt Raquel Ark, Präsidentin der International
Listening Association (ILA), dazu mit. In Kooperation mit der Abteilung
Psychologie in den Bildungswissenschaften der JGU veranstaltet die ILA
ihre 44. Konferenz vom 26. bis 29. Juli 2023 in Mainz. Dazu werden über 70
Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet, außer Forschenden aus
verschiedenen Disziplinen auch Personen aus der Wirtschaft und dem
Gesundheitswesen sowie Coaches und Studierende. „Wir freuen uns sehr, die
Jahrestagung der ILA an unserer Universität auszurichten, und wollen ganz
im Geiste Gutenbergs Grenzen überschreiten und die Begeisterung für das
Zuhören teilen“, sagt Prof. Dr. Margarete Imhof, Leiterin der Abteilung
Psychologie in den Bildungswissenschaften am Psychologischen Institut der
JGU und ILA-Vorstandsmitglied. Seit über zehn Jahren ist sie Herausgeberin
der Fachzeitschrift International Journal of Listening und betreut
regelmäßig Forschungsprojekte mit Studierenden der JGU, die sich mit dem
Zuhören in sämtlichen Schulfächern beschäftigen. Der ILA-Kongress steht
2023 unter dem Motto „Discovering the Impact of Listening to Every Voice”.

Zuhören beeinflusst Gesellschaft in vielerlei Hinsicht

Zuhören beeinflusst die Menschheit auf vielen verschiedenen Ebenen der
Wirtschaft, Bildung, Kultur und internationalen Beziehungen, wie auch auf
der rein persönlichen Ebene. Während das Interesse an Forschung über das
Zuhören weiter wächst, zeigen vorliegende Studien bereits, welche Vorteile
damit verbunden sind. Demnach stärkt Zuhören das Gefühl von Sicherheit,
das Vertrauen und die Beziehung zu anderen, ermöglicht kreativere
Lösungen, effektivere Entscheidungen und bessere Leistungen und trägt
insgesamt zum Wohlbefinden bei – Effekte, die nicht nur auf der
individuellen Ebene wichtig sind, sondern auch in gesellschaftlicher und
wirtschaftlicher Hinsicht. „Wenn Vorgesetzte einer Mitarbeiterin oder
einem Mitarbeiter zuhören, kann das ihre Arbeitszufriedenheit enorm
steigern, auch im Vergleich zu anderen Faktoren", sagt Raquel Ark über
einen Aspekt der Forschungsergebnisse.

Allerdings ist Zuhören nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. „In
unserer Gesellschaft haben viele Menschen den Eindruck, dass ihnen nicht
richtig zugehört wird“, bemerkt Franziska Cremer vom Organisationsstab der
JGU. „Denn Zuhören erfordert Aufmerksamkeit und muss erst gelernt werden.“
Ein Anliegen der International Listening Association ist es vor diesem
Hintergrund auch, mehr Kurse und Programme zum Zuhören unter die Menschen
zu bringen. Zuhören erfordert tägliche Übung und kann nicht durch Lesen
erworben werden, sondern nur durch regelmäßiges Training. Andererseits
sollten sich auch die Sprecherinnen und Sprecher so ausdrücken, dass es
für ihr Gegenüber interessant ist zuzuhören.

Öffentliche Vorträge am Donnerstag und Freitag an der JGU

Die ILA wurde 1979 in den USA gegründet, um die Erforschung, Entwicklung
und Unterrichtung des Zuhörens zu fördern. Bei dem ILA-Kongress 2023
werden sich Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft und der Praxis
aus verschiedenen Gebieten wie der Psychologie, der
Kommunikationsforschung, Pädagogik, Linguistik, Medizin, Soziologie und
Wirtschaft in Vorträgen und Diskussionsrunden dazu austauschen. Nicht
zuletzt spielen die Fragen nach Diversität und Inklusion in unserer
Gesellschaft im Kontext des Zuhörens eine wichtige Rolle während der
Tagung. Das Thema „Discovering the Impact of Listening to Every Voice”
greift daher die Frage auf, welchen Einfluss es hat, wenn wir als
Individuum und als Gesellschaft jeder Stimme auf der Welt Gehör schenken.

Die Öffentlichkeit ist herzlich zu zwei Vorträgen eingeladen: Die Autorin
Theresa M. Caldwell wird am Donnerstag, 27. Juli von 14:00 bis 14:45 Uhr
einen Vortrag mit dem Titel „Can a Sistah Get Some Ear Time? How My
Listening Journey Fuels My Resilience“ halten. Am Freitag, 28. Juli um
14:15 Uhr spricht Inga Thao My Bui, Klimaaktivistin und wissenschaftliche
Mitarbeiterin am Internationalen Studien- und Sprachenkolleg der JGU, über
„Listen for climate justice! - Empowering all voices for a just and
sustainable world“. Hierfür ist keine Anmeldung erforderlich.

Anmeldungen zu den weiteren Veranstaltungen der Tagung sind noch möglich.
Einen Link zur Anmeldung finden Interessenten unter https://2023-ila-
convention.uni-mainz.de/. Die Konferenzsprache ist Englisch. Das
detaillierte Programm ist unter https://2023-ila-convention.uni-
mainz.de/program/ zu finden.

Bildmaterial:
https://download.uni-
mainz.de/presse/02_psychologie_bildungs_ila_konferenz.png
ILA-Jahrestagung vom 26. bis 29. Juli in Mainz unter dem Motto
„Discovering the Impact of Listening to Every Voice”
Abb./©: International Listening Association (ILA)

Weitere Links:
https://2023-ila-convention.uni-mainz.de/ - 44th International Listening
Association Convention „Discovering the Impact of Listening to Every
Voice” an der JGU
https://listen.org/ - Homepage der International Listening Association
(ILA)
https://bildungswissenschaften.psychologie.sowi.uni-mainz.de/ - Abteilung
Psychologie in den Bildungswissenschaften an der JGU