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Mangel und Überfluss. Zur Verteilung von Knappheit im 21. Jahrhundert

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Podiumsdiskussion im Rahmen des Jahresthemas „Mehr oder Weniger“

Donnerstag, 13. Juli 2023, 18.00 Uhr

Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Gartensaal & Online (via
Zoom)
Goethestraße 31, 45128 Essen

Dass mehr und mehr Menschen im ökologischen Haushalt der Erde über ihre
Verhältnisse leben, ist nicht erst seit gestern bekannt. Bereits 1972 wies
der Club of Rome medienwirksam auf die Grenzen eines Wachstums hin, das
auf nicht-erneuerbaren Energiequellen beruht und darüber hinaus kaum
absehbare Folgeschäden nach sich zieht: Umweltverschmutzung, Artensterben
und Klimakrise.

Immer öfter werden Stimmen laut, die für eine Selbstbeschränkung
menschlicher Bedürfnisse im Dienste des planetaren Gleichgewichtes
plädieren. Doch was macht die Aussicht auf Mangel mit modernen
Massengesellschaften, in denen sich mit dem Versprechen von wachsendem
Wohlstand lange Zeit selbst tiefe soziale Risse kitten ließen? An
Vorschlägen, wie die Verteilung der Knappheit zukünftig organisiert werden
soll, herrscht kein Mangel. Das Wort von der Rationierung knapper
Ressourcen macht nicht nur in akademischen Kreisen die Runde, sondern ist
auch aus dem Munde politischer Entscheidungsträger wieder zu vernehmen.

Doch verabschiedet man mit der Abkehr vom Überfluss nicht auch das moderne
Projekt individueller Autonomie, das dem Menschen umso höhere
Freiheitsgrade zusicherte, je entschlossener er die Fesseln der Natur
abstreifte? Verbirgt sich im Gewand der Nachhaltigkeit eine Form der
Kasteiung, die anderen Beschränkungen auferlegt, um sich selbst moralisch
zu überhöhen? Ebenso fraglich ist, wie den Ländern des globalen Südens die
Außerbetriebnahme einer Wachstumslokomotive zu vermitteln wäre, deren
Ankunft sich weite Teile der Bevölkerung sehnlichst erhoffen. Dieser
herausfordernden Gemengelage geht eine Podiumsdiskussion am KWI aus
historischer, ökonomischer und politischer Perspektive auf den Grund.

DISKUTANT*INNEN

ANNA ECHTERHÖLTER ist Professorin für Geschichte der Neuzeit und
Wissenschaftsgeschichte an der Universität Wien.

RALF FÜCKS ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Berliner
Thinktanks Zentrum Liberale Moderne.

LISA HERZOG ist Professorin am Centre for Philosophy, Politics and
Economics der Universität Groningen.

MATTHIAS SCHMELZER ist Soziologe an der Friedrich-Schiller-Universität
Jena.

MODERATION
Danilo Scholz, KWI

TEILNAHME
Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich in Präsenz im KWI
oder via Zoom unter dem auf dieser Seite aufgeführten Link:
https://www.kulturwissenschaften.de/en/veranstaltung/mangel-und-
ueberfluss/

VERANSTALTER
Eine Veranstaltung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) im
Rahmen des Jahresthemas „Mehr oder Weniger“

Über das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI):
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist ein
interdisziplinäres Forschungskolleg für Geistes- und Kulturwissenschaften
in der Tradition internationaler Institutes for Advanced Study. Als
interuniversitäres Kolleg der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen
Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen arbeitet das
Institut mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern seiner
Trägerhochschulen und mit weiteren Partnern in NRW und im In- und Ausland
zusammen. Innerhalb des Ruhrgebiets bietet das KWI einen Ort, an dem die
Erträge ambitionierter kulturwissenschaftlicher Forschung auch mit
Interessierten aus der Stadt und der Region geteilt und diskutiert werden.
Derzeit stehen folgende Forschungsschwerpunkte im Mittelpunkt:
Kulturwissenschaftliche Wissenschaftsforschung, Kultur- und
Literatursoziologie, Wissenschaftskommunikation, Visual Literacy sowie ein
„Lehr-Labor“. Fortgesetzt werden außerdem die Projekte im
Forschungsbereich Kommunikationskultur sowie Einzelprojekte.
www.kulturwissenschaften.de