Zum Hauptinhalt springen

Vortrag: Welterbe jenseits der Konvention

Pin It

Die Musikwissenschaftlerin Christiane Wiesenfeldt spricht in der Ruperto
Carola Ringvorlesung über Beethovens Neunte Sinfonie

Um „Welterbe jenseits der Konvention“ geht es in der nächsten
Veranstaltung der Ruperto Carola Ringvorlesung. Am Beispiel Ludwig van
Beethovens Neunter Sinfonie geht Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt vom
Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Heidelberg der Frage nach
Sinn und Logik der UNESCO-Welterbe-Listen nach. Ihr Vortrag ist Teil der
Ringvorlesung mit dem Titel „Immaterielles Kulturerbe – eine
Zukunftsressource?“, zu der die Universität Heidelberg in diesem
Sommersemester einlädt. Hintergrund der Reihe bildet das vor 20 Jahren
geschlossene Übereinkommen, mit dem sich die UNESCO für den Kulturerbe-
Schutz einsetzt. Die Veranstaltung mit Prof. Wiesenfeldt findet am
Mittwoch, 5. Juli 2023, in der Aula der Alten Universität statt und
beginnt um 18.15 Uhr.

Kaum ein Gegenstand ist nach den Worten der Referentin derart gut
geeignet, Sinn und Logik der UNESCO-Welterbe-Listen zu hinterfragen, wie
Ludwig van Beethovens Welthit der Neunten Sinfonie. Das Werk hatte schon
zu seiner Entstehungszeit in den 1820er Jahren großes
Irritationspotential, löste angeblich eine Krise der Sinfonik im 19.
Jahrhundert aus und brachte später Künstler wie Johannes Brahms an den
Rand des kompositorischen Wahnsinns, so Prof. Wiesenfeldt. 2001 nahm die
UNESCO Beethovens Sinfonie in das Register des „Memory of the
World“-Programms auf – und zwar das Autograph der Sinfonie, also den auf
Papier notierten Notentext. Der Frage, was damit eigentlich verzeichnet
wurde und was die Aufnahme des Autographs über die UNESCO und unseren
Musikbegriff aussagt, wird die Referentin in ihrem Vortrag nachgehen.
Christiane Wiesenfeldt ist Professorin am Musikwissenschaftlichen Seminar
der Universität Heidelberg. Sie forscht unter anderem zur Musikgeschichte
als Rezeptionsgeschichte, musikalischen Romantik- und Heimat-Konzepten
sowie zu Phänomenen wie dem Werkbegriff und der Selbstreflexion in der
Musik.

Die Ruperto Carola Ringvorlesung ist Teil eines Konzepts von Fokusthemen.
Damit will die Universität Heidelberg zweimal jährlich gesellschaftlich
relevante Forschungsfragen in unterschiedlichen Formaten an die breite
Öffentlichkeit herantragen. In der Ringvorlesung „Immaterielles Erbe –
eine Zukunftsressource?“ zum Fokusthema ANFANG & ENDE sprechen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen disziplinären
Perspektiven über die Bedeutung des Kulturerbe-Schutzes in Gegenwart und
Zukunft. Anliegen der Reihe ist es, diese Frage in übergreifender Weise
ebenso wie in Bezug auf konkrete ausgewählte Kulturtraditionen zu
diskutieren und dabei mit Partnern aus der Praxis sowie mit interessierten
Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Dem Vortrag von Prof. Wiesenfeldt folgt am 12. Juli eine abschließende
Diskussionsrunde, mit der die Ruperto Carola Ringvorlesung im
Sommersemester 2023 endet. Die Veranstaltung, die zentrale Fragestellungen
der Ringvorlesung aufgreifen wird, findet in der Aula der Alten
Universität statt und beginnt um 18.15 Uhr. Aufzeichnungen der Vorträge
sind zu einem späteren Zeitpunkt abrufbar auf heiONLINE, dem zentralen
Portal der Universität Heidelberg mit Vorträgen, Diskussionsrunden und
Veranstaltungen in digitalen Formaten.