Zwei Millionen Euro LOEWE-Mittel zum Ausbau der Züchtungsforschung in Geisenheim
Die Hochschule Geisenheim erhält ihre erste LOEWE-Start-Professur. Sie
geht an Prof. Dr. Kai Voss-Fels, Professur für Rebenzüchtung, der den
Züchtungsbereich durch Einführung neuster Züchtungsmethoden ausbauen und
auf andere Sonderkulturen ausweiten wird. Die Sach- und
Personalausstattung der Professur wird mit Mitteln aus dem
Forschungsprogramm LOEWE des Landes Hessen in Höhe von knapp zwei
Millionen Euro über einen Zeitraum von sechs Jahren gefördert.
„Prof. Dr. Voss-Fels arbeitet in einem hoch aktuellen Themenfeld. Moderne
Züchtungsmethoden helfen, Rebsorten und -klone, aber auch jene von Obst,
Gemüse und anderen Sonderkulturen zu selektieren und züchten, die den
Herausforderungen des Klimawandels gewachsen sind und umweltfreundlicher
angebaut werden können, getreu dem Leitbild der Hochschule Geisenheim
`Kultur der Nachhaltigkeit‘“, erklärt Wissenschaftsministerin Angela Dorn.
„Auch der Erhalt der genetischen Vielfalt zum Beispiel traditioneller
Rebsorten ist eine wichtige Aufgabe. Ich bin sehr froh, dass die
Hochschule Geisenheim Prof. Dr. Voss-Fels nach Geisenheim holen konnte und
ihm mit Unterstützung der LOEWE-Förderung hervorragende Arbeitsbedingungen
bieten kann. Das zeigt erneut: Die LOEWE-Professuren helfen, die
Wissenschaft in Hessen voranzubringen.“
„Das ist eine große Freude für uns und eine riesige Anerkennung für Prof.
Dr. Voss-Fels“, sagte Hochschulpräsident Prof. Dr. Hans Reiner Schultz,
„und diese Entscheidung wird die Entwicklung der inhaltlich verbundenen
Branchen nachhaltig positiv beeinflussen.“
„Durch die Herausforderungen, die der Klimawandel für die Landwirtschaft
mit sich bringt, kommt der Züchtung neuer verbesserter Sorten von
Sonderkulturen eine immens hohe Bedeutung zu. Die große Unterstützung der
Hochschule Geisenheim, sowie des Landes Hessen durch das LOEWE-
Förderprogramm ermöglicht es uns nun, neuste Züchtungsmethoden am Standort
Geisenheim zu etablieren. Dies bietet nicht nur das große Potential, die
züchterische Verbesserung von Reben deutlich schneller und effizienter
gestalten, als es mit klassischen Verfahren im Geisenheimer Institut für
Rebenzüchtung bislang möglich war. Durch den Aufbau zusätzlicher neuer
Forschungsinfrastruktur haben wir nun auch die Möglichkeit, weitere
wichtige Arten z. B. aus Obst- und Gartenbau in den Fokus unserer
Züchtungsforschung zu nehmen“, so Prof. Dr. Voss-Fels.
Zu seiner Person:
Prof. Dr. Kai Peter Voss-Fels wurde 2016 an der Justus-Liebig-Universität
Gießen (JLU) promoviert und arbeitete dann an der University of Queensland
in Australien, einer der weltweit führenden Einrichtungen für
Züchtungsforschung. Hier wurde er 2021 zum Honorary Associate Professor
ernannt. Prof. Dr. Voss-Fels ist Projektleiter „Quantitative Genetik“ im
neuen, von der Deutschen Forschungsgesellschaft DFG geförderten
internationalen Graduiertenkolleg „Accelerating Crop Genetic Gain“. Dabei
erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Federführung der
JLU in Kooperation mit der University of Queensland, der Hochschule
Geisenheim sowie des Julius-Kühn-Institutes in Quedlinburg, wie sich die
Produktivität von Nutzpflanzen im umweltverträglich steigern lässt – vor
dem Hintergrund der Effekte des Klimawandels, einer wachsenden
Weltbevölkerung und schrumpfenden landwirtschaftlichen Nutzflächen.
LOEWE-Start-Professuren richten sich an exzellente Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler in einem frühen Stadium ihrer Karriere, die mit einer
Ausstattung von bis zu zwei Millionen Euro für den Zeitraum von sechs
Jahren für den Wissenschaftsstandort Hessen gewonnen oder hier gehalten
werden.
Mehr zu LOEWE: https://wissenschaft.hessen.de
loewe
Mehr zur Geisenheimer Rebenzüchtung: https://www.hs-
geisenheim.de/rebenzuechtung/
