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Eminenzendämmerung“: Zum 50. Todestag Max Horkheimers

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Vortrag am 13. Juli in der UB Frankfurt behandelt das komplexe Verhältnis
zwischen Horkheimer und dem Institut für Sozialforschung.

FRANKFURT. Max Horkheimer (1895-1973) ist zusammen mit Theodor W. Adorno
berühmt geworden als Vater und Vordenker der "Kritischen Theorie der
Frankfurter Schule". Anlässlich des 50. Todestags von Max Horkheimer
referiert der Horkheimer-Biograph Magnus Klaue am 13. Juli in der
Universitätsbibliothek Frankfurt über die Zeit, als der international
renommierte Philosoph sich vom Institut für Sozialforschung geistig und
räumlich entfernte.

Magnus Klaue geht in seinem Vortrag auf das komplexe Verhältnis zwischen
Horkheimer und dem von ihm seit 1930 geleiteten Institut für
Sozialforschung ein. Gilt Theodor W. Adorno bis heute als theoretischer
Kopf des Instituts für Sozialforschung (IfS), wird Max Horkheimer zwar
zugebilligt, dass er das IfS ökonomisch und organisatorisch
zusammengehalten habe, die Rolle des Vordenkers aber wird ihm
vorenthalten. Denn Horkheimer zog sich seit den frühen sechziger Jahren
nicht nur aus dem universitären Betrieb zurück, um in Montagnola in der
Schweiz das historische Erbe der Kritischen Theorie zu bewahren, das er
durch die institutionalisierte Soziologie bedroht sah. Seitdem hatte er
mit dem, was Frankfurter Schule heißt, wenig zu tun. Und wenn doch, dann
eher als Gegenspieler. Der Vortrag wird darstellen, weshalb Horkheimer
sich seit dem Ende der Adenauer-Ära von der Frankfurter Schule und dem IfS
als deren institutioneller Form entfernt hat und warum man Adorno und
Horkheimer nicht immer in Personalunion nennen sollte.

„Eminenzendämmerung“ – Vortrag von Magnus Klaue
Donnerstag, 13. Juli 2023, 18:30 Uhr
Schopenhauer-Studio der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main
Bockenheimer Landstr. 134-138, 60325 Frankfurt am Main

Eine Anmeldung für den Vortrag ist nicht nötig. Die Zahl der Sitzplätze
ist begrenzt.

Im Archiv der Universitätsbibliothek befindet sich der Nachlass von Max
Horkheimers mit über 300.000 Seiten (Briefe, Werkmanuskripte,
Arbeitsmaterialien, Tonträger und zahlreiche Fotos). Es werden einige
Archivstücke zu Horkheimer im Vortragsraum präsentiert. Diese werden vom
11. bis 16. Juli 2023 im Schopenhauer-Studio zu sehen sein.
<https://www.ub.uni-frankfurt.de/archive/horkheimer.html>

Magnus Klaue hat Germanistik, Philosophie, Theater- und Filmwissenschaften
studiert und an der Freien Universität Berlin über Else Lasker-Schüler
promoviert. Zwischen 2015 und 2020 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter
am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur in Leipzig. Er
schreibt regelmäßig für Zeitungen und Zeitschriften, u.a. für die „Welt“,
die „Frankfurter Allgemeine Zeitung und den „Schweizer Monat“. Derzeit
arbeitet er an einer Studie über Max Horkheimer.