Altersmedizin-Kongress in Frankfurt: „Das neueste Wissen kompakt und konzentriert auf den Punkt zusammengestellt“
Der Countdown läuft: Bis zum Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für
Geriatrie (DGG) in Frankfurt am Main sind es nur noch wenige Wochen. Unter
dem Motto „Geriatrie = E³ – Evidenz, Empirie und Empathie“ findet der
Kongress vom 14. bis 16. September auf dem Campus Westend der Goethe-
Universität Frankfurt statt. Erwartet werden etwa 650 Teilnehmende.
Das Team rund um Kongresspräsident Professor Markus Gosch, Chefarzt der
Klinik für Innere Medizin 2 mit dem Schwerpunkt Geriatrie am Klinikum
Nürnberg der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Nürnberg,
fokussiert sich gerade auf die letzten Vorbereitungen: „Wir stellen eine
Präsenzveranstaltung auf die Beine, für die sich der Weg in die
Mainmetropole lohnt“, sagt Gosch. Im Interview verrät er, welche
spannenden Neuerungen es im Kongressprogramm gibt, wo die besonderen
Herausforderungen bei der Kongressorganisation liegen und auf welche
Veranstaltung er persönlich sich ganz besonders freut.
Herr Professor Gosch, was ist anders beim diesjährigen Geriatrie-Kongress
in Frankfurt?
Schon die gesamte Vorbereitungszeit war anders als sonst. Denn nicht ich
alleine habe mich in meiner Funktion als Kongresspräsident um das
wissenschaftliche Programm gekümmert, sondern es war ein achtköpfiges Team
involviert. Damit ist es uns gelungen, die gesamte Bandbreite geriatrisch
relevanter Themen im Programm abzubilden. Ich freue mich also, dass wir in
diesem Jahr das ohnehin breite Spektrum der Geriatrie noch wesentlich
differenzierter in unserem Programm abbilden können. Es spricht
Nachwuchswissenschaftler genauso an wie erfahrene Geriaterinnen und
Geriater.
Nun lüften Sie gerne das Geheimnis: Wen konnten Sie für die Keynote-
Vorträge gewinnen?
Fangen wir gerne mit der Lokalmatadorin an: Ich bin sehr glücklich, dass
wir Professorin Maria Vehreschild vom Universitätsklinikum Frankfurt
gewinnen konnten. Sie wird über die Zusammenhänge von Mikrobiom und Altern
sprechen. Professor Clemens Becker, Leiter der Abteilung Digitale
Geriatrie an der Universitätsklinik Heidelberg, wird über Digitalisierung
und Technik in der Geriatrie sprechen und dabei Chancen und Risiken
beleuchten. Aus Dublin ist Professorin Rose Anne Kenny live zu Gast. Sie
wird uns ein Update zu kardiologischen Aspekten in der Altersmedizin geben
und dabei auf die orthostatische Hypotonie, die postprandialen Hypotonie
und die Synkopen-Abklärung eingehen. Professor Marshall McLullich aus dem
schottischen Edinburgh wird uns aktuelle Delir-Neuigkeiten zur
Pathophysiologie vorstellen.
Welche Impulse erwarten Sie sich von den Keynote-Vorträgen?
Das ist ja höchst individuell. Schön fände ich, wenn die Keynote-Vorträge
zu einer regen Diskussion unter den Teilnehmenden führen. Jeder sollte
sich für seine eigene Arbeit die wichtigsten Ideen herausziehen. Es sollte
aber auch jeder die Chance nutzen, um den Referentinnen und Referenten
direkt persönlich Fragen zu stellen.
Auf welche Programmpunkte freuen Sie sich am meisten?
Ich freue mich tatsächlich auf jeden einzelnen der vier Keynote-Vorträge.
Es ist absolut bereichernd, dass wir renommierte Referentinnen und
Referenten aus Deutschland, Irland und Schottland gewonnen haben. So
erhalten wir auch eine internationale Perspektive. Ich freue mich aber
auch auf den neuen Geri-Talk, bei dem wir einen hochgeschätzten und
erfahrenen Geriater ins kollegiale Kreuzverhör nehmen werden. Richtig gut
finde ich, dass auch unsere DGG-Nachwuchsgruppe Junge Geriatrie vor Ort
aktiv sein wird. Was nicht im Programm steht, worauf ich mich aber
trotzdem sehr freue: den persönlichen Austausch mit den Kongressbesuchern.
Ob alte Wegbegleiter oder neue Kontakte – das Netzwerken in den Pausen
oder am Abend ist ein essentieller Teil der Veranstaltung. Und ganz
ehrlich bin ich nach hunderten Videomeetings auch echt froh, den Menschen
in Präsenz zu begegnen.
Warum haben Sie und Ihr Team sich für das Kongress-Motto „Geriatrie = E³ –
Evidenz, Empirie und Empathie“ entschieden?
Wir wollen dadurch einerseits die Vielfältigkeit der Geriatrie zum
Ausdruck bringen. Andererseits wollen wir aber auch dafür sensibilisieren,
dass die verschiedenen Fragestellungen unseres beruflichen Alltags sehr
durch diese drei Begrifft geprägt sind: Das Ziel muss natürlich immer
sein, unser medizinisches Handeln und unsere Entscheidungen durch Evidenz
zu belegen. Trotzdem fehlt diese leider noch zu oft im klinischen Alltag,
sodass wir sie um die Empirie ergänzen müssen. Entscheidend getragen wird
der Behandlungserfolg durch die Empathie, die wir unseren alten und
betagten Patientinnen und Patienten, den Angehörigen und dem
interprofessionellen Team entgegenbringen.
Warum ist das für Teilnehmende wichtig?
Ich finde es wichtig, weil wir meiner Meinung nach vor genau diesem
Hintergrund zukünftige Fragestellungen unseres Faches diskutieren. Und
damit beginnen wir auch direkt beim Frankfurter Kongress. Wir als
Programm-Team wünschen uns, dass unser Veranstaltungsmotto bei den
Teilnehmenden nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch einen kleinen
Impuls für kommende Aufgaben gibt. Ob das dann unmittelbar Einfluss auf
die Behandlung älterer Patientinnen und Patienten hat, die eigene
Forschungsarbeit bereichert, neue wissenschaftliche Aktivitäten angegangen
werden oder das Engagement in einer Fachgesellschaft gestärkt wird, ist
sicher individuell verschieden. Wichtig ist, dass wir die Geriatrie
weiterentwickeln.
An dieser Weiterentwicklung sind auch die Arbeitsgruppen der DGG
beteiligt. Welche Rolle spielen deren Aktivitäten beim Kongress?
Der Kongress ist immer wieder die ideale Austauschplattform für alle, die
in den aktuell 24 Arbeitsgruppen unserer Fachgesellschaft aktiv sind. Hier
werden Ideen entwickelt, Ergebnisse des vergangenen Jahres präsentiert,
einige beteiligen sich auch direkt an Symposien. In diesem Jahr hält die
neue DGG-Arbeitsgruppe zur geriatrischen Rehabilitation beim Kongress ihr
Gründungstreffen ab. Wer spontan mitmachen will, kann einfach dazustoßen.
Aber auch andere Gruppen der DGG, die dem Status einer Arbeitsgruppe
gleichen, sind beim Kongress aktiv. So wächst beispielsweise die
Nachwuchsgruppe Junge Geriatrie immer weiter und wird sich in Frankfurt
austauschen. Auch Mitglieder des Wissenschaftsforums Geriatrie werden sich
treffen. Grundsätzlich gilt: Wer in der einen oder andren Gruppe der DGG
aktiv werden will, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, findet beim
Geriatrie-Kongress die passenden Ansprechpartner.
Das dreitägige Programm ist gut gefüllt. Warum lohnt sich die Reise zum
Kongress auch für Kurzentschlossene oder Kurzzeitteilnehmer?
Jeder Tag des Kongresses lohnt sich, darauf haben wir bei der Planung
natürlich geachtet. Wer beruflich stark eingebunden ist, aber zumindest
einen Besuchstag möglich machen kann, dem garantieren wir: Es wird sich
lohnen! Unser Kongress ist so wertvoll, weil es hier das neueste Wissen
wirklich kompakt und konzentriert auf den Punkt zusammengestellt gibt. Das
spart gegenüber dem Selbststudium viel Zeit. Das Programm ist sehr
vielfältig und überwiegend unmittelbar relevant für die Praxis. Es geht um
hochspannende Inhalte, die jeder in seinen Arbeitsalltag integrieren kann!
Das gilt für Pflegekräfte, Sozialarbeiter und natürlich für unsere
Hauptzielgruppe der Ärztinnen und Ärzte.
Jetzt anmelden:
Sämtliche Informationen zum Geriatrie-Kongress und zur Anmeldung gibt es
unter:
www.geriatrie-kongress.de
