DIVI-Intensivregister: Täglicher Lagebericht zur Situation auf den Intensivstationen ist nicht mehr notwendig
Tagtäglich hat seit dem 26. März 2020 das Robert Koch-Institut (RKI) um
die Mittagszeit den Tagesreport mit den wichtigsten Zahlen aus dem DIVI-
Intensivregister veröffentlicht. Diese PDF-Datei fasste Zahlen zu neu
aufgenommenen Patienten, belegten Betten durch COVID-19-Patienten sowie
freien Bettenkapazitäten auf den Intensivstationen in Deutschland
zusammen. Referenziert wurde er in allen Medien und weiteren
Lageberichten. Mit derzeit 85 COVID-19-Patienten auf deutschen
Intensivstationen erfordert die Situation nun keine tägliche
Berichterstattung mehr. So stellt das RKI am Donnerstag – nach 1.203 Tagen
– den Tagesreport ein.
„Die Einstellung des Tagesreports heißt aber nicht, dass das DIVI-
Intensivregister eingestellt wird“, betont Prof. Christian Karagiannidis,
neben Prof. Steffen Weber-Carstens medizinisch-wissenschaftlicher Leiter
des DIVI-Intensivregisters. Die Informationen sind weiterhin auf der
Website des Registers unter www.intensivregister.de zu finden. Auch
veröffentlicht das RKI die Zahlen über die zentrale Plattform Github.
DIVI-Intensivregister wird elementarer Baustein in der
Ressourcenallokation schwerkranker Patienten bleiben
Weiterhin stehen die Intensivstationen in ganz Deutschland per Verordnung
in der Pflicht, ihre betreibbaren Intensivbetten bis 12 Uhr täglich zu
melden. „Das DIVI-Intensivregister hat uns in der Pandemie erstmals einen
Überblick über die Versorgungssituation in der Intensivmedizin in ganz
Deutschland verschafft", erklärt Karagiannidis. „Davon profitieren wir
auch noch heute.“
Register für Patientensteuerung in Zukunft essenziell
In Zukunft wird das Register sogar noch wichtiger werden. Im Rahmen des
demografischen Wandels und der zunehmenden Personalkrise in den
Krankenhäusern rechnet die DIVI in den kommenden Jahren nochmals mit einer
Reduktion der Kapazitäten um 20 bis 30 Prozent. „Im internationalen
Vergleich ist dies zwar immer noch gut, allerdings erfordert es eine
optimale Patientensteuerung. Und dafür ist das Intensivregister absolut
essenziell“, sagt Prof. Steffen Weber-Carstens.
„Die nächsten wichtigen Schritte sind jetzt eine Automatisierung der
Datenausleitung! Daran wird bereits gearbeitet und wir freuen uns darauf,
dies technisch gemeinsam mit den meldenden Krankenhäusern in ihre
bestehenden Systeme zu implementieren.“
So geht der Dank der DIVI an die täglich Meldenden auf den
Intensivstationen: „Die disziplinierte Meldung und genaue Erfassung der
Daten ist die Grundlage aller vergangenen und zukünftigen Maßnahmen!“
