Zum Hauptinhalt springen

Coburgs Alte Kühlhalle: Daneben entsteht jetzt ein Neubau für KI-Forschung

Beim Spatenstich buddeln gemeinsam Ulrich Delles, Hochschulkanzler Dr. Matthias J. Kaiser, Heidrun Piwernetz, Dominik Sauerteig, MdB Jonas Geissler, Prof. Dr. Stefan Gast, Prof. Dr. Jens Grubert.  Natalie Schalk  Hochschule Coburg
Beim Spatenstich buddeln gemeinsam Ulrich Delles, Hochschulkanzler Dr. Matthias J. Kaiser, Heidrun Piwernetz, Dominik Sauerteig, MdB Jonas Geissler, Prof. Dr. Stefan Gast, Prof. Dr. Jens Grubert. Natalie Schalk Hochschule Coburg
Pin It
Beim Spatenstich buddeln gemeinsam Ulrich Delles, Hochschulkanzler Dr. Matthias J. Kaiser, Heidrun Piwernetz, Dominik Sauerteig, MdB Jonas Geissler, Prof. Dr. Stefan Gast, Prof. Dr. Jens Grubert.  Natalie Schalk  Hochschule Coburg
Beim Spatenstich buddeln gemeinsam Ulrich Delles, Hochschulkanzler Dr. Matthias J. Kaiser, Heidrun Piwernetz, Dominik Sauerteig, MdB Jonas Geissler, Prof. Dr. Stefan Gast, Prof. Dr. Jens Grubert. Natalie Schalk Hochschule Coburg

Coburg bekommt ein besonderes KI-Zentrum – der Freistaat Bayern errichtet
hier ein Gebäude für das CRAI: In diesem Center for Responsible Artificial
Intelligence wird es um verantwortungsvolle künstliche Intelligenz (KI)
gehen. Und das schon sehr bald. Nach dem Spatenstich am Donnerstag wird
der Modulbau auf dem ehemaligen Schlachthof- und Güterbahnhofs-Areal
schnell umgesetzt. Bereits im 2. Quartal 2024 soll das Forschungsinstitut
der Hochschule Coburg einziehen.

Im Rahmen der Hightech Agenda Bayern und der Hightech Agenda Plus wird der
HTAplus Modulbau für das CRAI der Hochschule Coburg errichtet. Der
Freistaat investiert über vier Millionen Euro. „Dafür sind wir sehr
dankbar“, betonte Hochschulpräsident Prof. Dr. Stefan Gast beim
Spatenstich am Donnerstag.

Anwendungsorientiert, innovativ und verantwortungsvoll

Das R im CRAI macht den Unterschied: Es steht für „responsible“, also für
verantwortungsvolle künstliche Intelligenz. KI ist an der Hochschule in
vielen Bereichen Thema und dabei geht es immer auch um die
gesellschaftlichen Auswirkungen. „Ziel der Forschung ist,
Anwendungsfragestellungen aufzugreifen und mit innovativen Methoden der KI
zu bearbeiten“, erklärte Gast. Dem Weltwirtschaftsforum zufolge werden
sich ein Viertel aller Arbeitsplätze durch KI verändern, wie Gast
ausführte. Ob in der Lehre, in der Forschung oder im Transfer: Die KI-
Aktivitäten der Hochschule tragen dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit der
Unternehmen im Innovationsdreieck Coburg – Kronach – Lichtenfels zu
sichern.

Gute Nachbarschaft

Für die Vernetzung mit der Region ist auch die Nachbarschaft auf dem
ehemaligen Schlachthof- und Güterbahnhofs-Areal ideal: mit CREAPOLIS und
Zukunft.Coburg.Digital in der Alten Kühlhalle und der HUK-COBURG, die
nebenan ihre InnoVilla hat. Gast berichtete von der guten und engen
Zusammenarbeit mit der Wifög, der Stadt Coburg und dem Staatlichem Bauamt
Bamberg, die ermöglichen, dass hier etwas Bedeutendes entsteht: „Das neue
Gebäude ist auch ein Meilenstein für die Wandlung der ehemaligen
Industriebrache hin zu einem Science- und Culture Hub.“

Mit Blick auf die Fertigstellung der Kulturstätte Globe malte Coburgs
Oberbürgermeister Dominik Sauerteig eine Vision des CRAI als Eingang zu
einem Quartier der Zukunft aus. „Ein lang ersehnter Traum geht heute mit
einem ersten Baustein in Erfüllung.“ Sauerteig freute sich: „Die
Hochschule rückt näher an die Innenstadt.“

Zahlen, Daten, Fakten

Im April oder Mai kommenden Jahres soll das Gebäude fertig sein. Die
Projektleitung liegt beim Staatlichen Bauamt Bamberg. Bauamtsleiter Ulrich
Delles stellte Details vor: Die Baukosten betragen 4,1 Mio. Euro, die
Nutzfläche beträgt 650 Quadratmeter. Bauherr ist das Bayerische
Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Der Entwurf für das Gebäude
entstand in einem Kooperationsprojekt der Hochschule Coburg und des
Bauamtes. In der Projektgruppe engagierten sich Jürgen Ziegelhöfer und
Ralf Kürschner vom Staatlichen Bauamt sowie seitens der Hochschule Susanna
Buchwald, Leiterin der Abteilung Technik und Bauen, Prof. Dr. Holger
Falter, Dekan der Fakultät Design und Prodekan Prof. Dr. Rainer Hirth. Die
Planungen sehen ein optionales drittes Geschoss vor, sodass der Modulbau
bei Bedarf einfach erweitert werden kann.

Regierungspräsidentin: „Vorzeigehochschule"

Heidrun Piwernetz, Regierungspräsidentin von Oberfranken, stellte fest,
dass nicht nur das Thema KI zukunftsweisend ist, sondern auch der Bau
selbst, der aus nachhaltigen Materialien und mit einer Photovoltaik-
Fassade errichtet wird. „Hier wird ein Bauwerk realisiert, das den Ruf der
Hochschule Coburg als Vorzeige-Hochschule festigt: ein nächster wichtiger
Schritt zur Stärkung des Wissenschaftsstandortes Coburg.“

Das neue Gebäude dient den Forschungsaktivitäten der Hochschule Coburg auf
dem Gebiet künstlicher Intelligenz, die im neuen Institut Center for
Responsible Artificial Intelligence (CRAI) gebündelt werden. Zu KI
geforscht wird an der Hochschule unter anderem bereits in den Feldern
Sprachverarbeitung, multimodale virtuelle Realität und Cyber-Security oder
auch zum autonomen Fahren. Im Projekt Shuttle Modell Region Oberfranken 2
wird beispielsweise erforscht, wie autonome Fahrzeuge auch unter
schlechten Wetterverhältnissen sicher fahren können. Ein weiteres Beispiel
ist das Projekt GENESIS. Hier wird daran gearbeitet, KI-gestützt unter
anderem die Erkennung von Einbrüchen in Unternehmensnetze besser zu
erkennen und geeignet zu reagieren. Neu ist das Projekt Kick-PV im Bereich
Photovoltaik, bei dem es darum geht, mit Hilfe von KI die Erzeugung von
Strom aus erneuerbarer Energie zu optimieren.

Labore und Raum für Austausch

Im CRAI wird es mehrere Labore geben. Geplant sind unter anderem: ein
Labor für Natural Language Processing, inklusive neuronaler
Sprachmodellierung, die in letzter Zeit aufgrund OpenAIs „ChatGPT“ einer
breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, ein Labor für Data Stream Mining,
ein Labor für KI-gestützte Qualitätssicherung, ein Labor für KI-gestützte
multimodale Mensch-Maschine-Interaktion und ein Labor für erklärbare und
verantwortungsvolle KI im Versicherungsbereich. In den Laboren werden
sowohl Gruppen von Studierenden als auch wissenschaftliche Mitarbeitende
arbeiten können.

Die Professoren Prof. Dr. Jens Grubert, Prof. Dr. Dieter Landes und Prof.
Dr. Jochen Leidner - bisher an verschiedenen Orten der Hochschule tätig –
werden kommendes Jahr mit ihren insgesamt etwa 20 wissenschaftlichen
Mitarbeiter:innen ins CRAI ziehen und gemeinsame Forschungsprojekte
voranbringen – auch mit weiteren Kolleg:innen aus anderen Disziplinen wie
beispielsweise Prof. Dr. Mirko Kraft, der sich an der Fakultät
Wirtschaftswissenschaften intensiv mit Potenzialen der KI für die
Versicherungswirtschaft und allgemein mit Chancen und Risiken von KI
beschäftigt. Auch (internationale) Gastwissenschaftler:innen und
Studierende mit Abschlussarbeiten im Bereich KI sollen im CRAI temporär
arbeiten können. Hochschulpräsident Gast freut sich darauf: „Es
erleichtert den Austausch mit regionalen, nationalen und internationalen
Institutionen als Partner in der KI-Forschung.“

Podcast

Arbeitsplätze, Sicherheit und insgesamt Chancen und Risiken der
Technologie: Einen brandneuen Podcast der Hochschule Coburg zum Thema „KI
– Freund oder Feind“ gibt es jetzt auf den gängigen Kanälen:

Spotify: https://open.spotify.com/episode/773QTruz3WGNMf2vZxYjPk

Apple: https://podcasts.apple.com/us/podcast/ki-freund-oder-
feind/id1698319018?i=1000621639105

Amazon: https://music.amazon.de/podcasts/90443041-3fff-439a-b81f-
3a2d3fb4a9c6/episodes/2eb010da-19f8-43d3-8e53-2e5987328072/inside-coburg-
ki-freund-oder-feind