Stark-Watzinger: „Auch Forschungspolitik braucht mehr Herz“
Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger beim Besuch der
Deutschen Herzstiftung: Forschung ein „entscheidender Treiber“ für bessere
medizinische Versorgung herzkranker Menschen / Unabhängige Institutionen
wie Herzstiftung „wichtige Säulen“ für Deutschlands Forschung
(Frankfurt a. M., 24. Juli 2023) Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind noch
immer die häufigste Todesursache in Deutschland. Mit über 340.000
Verstorbenen im Jahr 2021 sind sie die Ursache für ein Drittel (33 %)
aller Sterbefälle. Neben der Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit
durch Prävention sind Früherkennung und Therapie weitere wichtige
Maßnahmen, kardiovaskuläre Erkrankungen zurückzudrängen. Welche Rolle
spielt aktuell und in Zukunft die Forschung, wenn es darum geht, die
Krankheitslast und Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in
Deutschland einzudämmen und die Versorgung Millionen herzkranker
Patientinnen und Patienten zu verbessern? Und wie kann die Deutsche
Herzstiftung als Forschungsförderinstitution die Politik in Wissenschaft
und Forschung im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterstützen?
Über diese und viele weitere Fragen tauschte sich die
Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger MdB (FDP) beim Besuch
der Deutschen Herzstiftung in der Frankfurter Geschäftsstelle mit der
Vorsitzenden des Kuratoriums Silke Lautenschläger, Staatsministerin a. D.,
und dem Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Thomas Voigtländer aus.
„Exzellente, patientennahe Forschung ist ein entscheidender Treiber für
eine bessere medizinische Versorgung herzkranker Menschen“, erklärte
Bundesforschungsministerin Stark-Watzinger bei ihrem Besuch. Dazu brauche
es Impulsgeber auch aus nicht-staatlichen Organisationen wie zum Beispiel
die Herzstiftung. „Die kontinuierliche Weiterentwicklung medizinischer
Verfahren in Diagnose, Therapie und Nachsorge ermöglicht es, Herz-
Kreislauf-Erkrankungen frühzeitiger zu erkennen und bestmöglich zu
behandeln – und letztlich auch nachhaltig zu verhindern“, so Stark-
Watzinger.
Enger Austausch mit der Politik für bessere Versorgung von Herzpatienten
Als größte Patientenorganisation auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-
Erkrankungen mit über 100.000 Mitgliedern ist die Deutsche Herzstiftung
Anlaufstelle Nummer eins für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
sowie deren Angehörige. Mit der von ihr 1988 gegründeten Deutschen
Stiftung für Herzforschung ist sie zudem wichtige Förderinstanz auf diesem
Gebiet: Allein im Jahr 2022 stellte sie ein Fördervolumen von 5,17
Millionen Euro zur Verfügung. „Für die Deutsche Herzstiftung ist der
Besuch der Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger eine große
Ehre“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Herzstiftung, Prof. Dr. Thomas
Voigtländer, zur Begrüßung der Bundesministerin. „Verbesserungen für die
Versorgungssituation von herzkranken Menschen sind notwendig. Dafür treten
wir als Patientenorganisation und Forschungsinstitution in engen Austausch
mit der Politik und bieten an, unter anderem bei Fragen zur Förderung von
Grundlagen- und klinischer Forschung in der Herzmedizin zur Verfügung zu
stehen. Das Gleiche gilt auch bei Bildungsthemen wie Laienreanimation oder
Prävention an Schulen.“
Stärkung nationaler Herz-Kreislauf-Initiative
Für ein gemeinsames strategisches Vorgehen im Bündnis steht die Nationale
Herz-Allianz (NHA) mit dem Ziel, Herz-Kreislauf-Erkrankungen mehr in den
Fokus der Wahrnehmung der Bevölkerung und der strategischen Planungen der
Politik zu bringen. „Wir machen uns in diesem Bündnis für mehr Vernetzung
auf nationaler und europäischer Ebene stark und für konzertierte, weil so
wirksamere Aktivitäten zur Eindämmung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen“,
betonte Gastgeberin Silke Lautenschläger, Kuratoriumsvorsitzende der
Deutschen Herzstiftung, bei der Vorstellung der NHA. Enormen Bedarf für
eine nationale Herz-Strategie sehe man, so Lautenschläger, angesichts der
hohen Krankheitslast durch Herzkrankheiten mit über 1,5 Millionen
Krankenhauseinweisungen pro Jahr, in der Früherkennung und Prävention.
Potenziale sehe man u. a. in der personalisierten Präventionsmedizin etwa
mit Hilfe digitaler Technologie wie Künstlicher Intelligenz (KI) und in
der Stärkung der kardiovaskulären Forschung.
Unabhängige Patientenorganisationen wie die Deutsche Herzstiftung seien
für eine Stärkung der Patientenorientierung und als Stimme der
Herzpatienten in einer solchen nationalen Herz-Kreislauf-Initiative
unverzichtbar, so Stark-Watzinger. Zudem seien sie als Förderinstanzen in
der Herz-Kreislauf-Forschung in Deutschland „wichtige Säulen“.
Abschließend plädierte die Bundesforschungsministerin für einen noch
stärkeren Fokus in der Politik auf das Zentralorgan Herz: „Auch
Forschungspolitik braucht mehr Herz.“
(Wi)
Bettina-Stark-Watzinger MdB (FDP) ist Bundesministerin für Bildung und
Forschung und bereits seit 2017 für die FDP im Bundestag. Außerdem ist sie
die FDP-Landesvorsitzende in Hessen. Sie war zudem lange Jahre in
Wissenschaftseinrichtungen tätig
Prof. Dr. Thomas Voigtländer ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Herzstiftung. Der Kardiologe und Intensivmediziner ist am
Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) in Frankfurt am Main tätig
und Ärztlicher Direktor des Agaplesion Bethanien-Krankenhauses in
Frankfurt.
Silke Lautenschläger, Staatsministerin a. D., ist Vorsitzende des
Kuratoriums der Deutschen Herzstiftung. Von 2001 bis 2010 war sie
Hessische Ministerin – zunächst für Gesundheit und Soziales, später für
Umwelt und Verbraucherschutz. Außerdem war sie lange Jahre als Vorstand
einer privaten Krankenversicherung im In- und Ausland tätig
