12. International Summer School for Sustainable Development
Problembasiertes Erfahrungslernen mit Forschungs- und Beratungsanspruch
Mit Beteiligung der Hochschule Kaiserslautern fand im Juni dieses Jahres
bereits zum zwölften Mal die International Summer School for Sustainable
Development (ISSD) statt, die jedes Jahr Studierende,
Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus allen Teilen der Welt in der
griechischen Gemeinde Epidaurus zusammenbringt. Die Gemeinde ist einer der
historisch bedeutendsten Orte Griechenlands, mit einem Amphitheater und
einem Heiligtum (Heilstätten und Tempel) des Asklepios aus dem vierten
Jahrhundert v. Chr., welche seit 1988 zum UNSECO-Weltkulturerbe gehören.
Von herausragender nationaler und internationaler Bedeutung ist das im Ort
jährlich stattfindende „Athens Epidaurus Festival“, einem der wichtigsten
Kultur- und Kunstveranstaltungen des Landes.
Die ISSD wurde von Prof. Dr. Sebastian Kaiser-Jovy vom Campus Künzelsau
der Reinhold Würth-Hochschule Heilbronn entwickelt und wird seit nunmehr
zwei Jahren in Kooperation mit Prof. Dr. Timo Becker vom Fachbereich
Betriebswirtschaft der Hochschule Kaiserslautern organisiert und
durchgeführt. Sie bietet den teilnehmenden Studierenden eine
internationale und multidisziplinäre Plattform für problembasiertes
Erfahrungslernen und wurde als solche im vergangenen Jahr für den
Lehrpreis „Hochschulbildung für eine nachhaltige Entwicklung“ des
Heidelberger Zentrums Bildung für nachhaltige Entwicklung der
Pädagogischen Hochschule Heidelberg nominiert.
Im Zentrum dieser multidimensionalen Lernerfahrung steht regelmäßig eine
sehr diverse Gruppe von Studierenden. In diesem Jahr kamen die
Teilnehmenden nicht nur aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands,
sondern aus Indien, Vietnam, Iran, Österreich, Pakistan, Nigeria und
Italien. Dies bedeutet nicht nur, dass die ISSD in englischer Sprache
durchgeführt wird, sondern auch, dass die Studierenden ihre
interkulturellen Kompetenzen anwenden und trainieren können. Durch die
Zusammenarbeit der beiden Hochschulen Heilbronn und Kaiserslautern hat
sich die Reichweite der Veranstaltung bedeutend erhöht. In den vergangenen
12 Jahren nahmen insgesamt bereits über 500 Studierende teil.
Jedes Jahr kooperiert die International Summer School mit wechselnden
nationalen und internationalen Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft.
Diese bringen Projekte ein, die von den Studierenden bearbeitet werden. In
diesem Jahr war der Projektpartner das Unternehmen Team Kinetic aus dem
britischen Manchester. Team Kinetic betreibt eine der weltweit größten
Online-Plattformen zum Management von Ehrenamtlichen Mitarbeitern bei
Großveranstaltungen. Dort sind mehr als 185.000 Volunteers registriert,
die zusammen bereits 1,3 Millionen Stunden an ehrenamtlicher Arbeit
geleistet haben. Die Projektaufgabe für die Teilnehmer*innen bestand
darin, einen Business-Case für ein Veranstaltungs-Angebot, am Beispiel
einer Sport-Großveranstaltung, dem Athens Marathon, und einer Kultur-
Großveranstaltung, der Europäischen Kulturhauptstadt Elefsina, zu
entwickeln. Neben Fragen von Rekrutierung, Training, Einsatz, Anerkennung,
Kostenkalkulation und Nutzen wurden auch die sozio-ökonomischen und sozio-
kulturellen Auswirkungen berücksichtigt. Zudem wurde dem Bürgermeister von
Epidauros, Tasos Chronis, in diesem Jahr ein Legacy Report zur Regional
Entwicklung übergeben, der die Ergebnisse der letzten Jahre zusammenfasst.
Als Lehrveranstaltung wird die International Summer School nicht nur von
den Organisatoren als Lehrkräfte begleitet. Jedes Jahr finden sich weitere
Unterstützer*innen mit herausragenden beruflichen Profilen, die durch
Impulsvorträge und die Betreuung der Gruppenarbeiten sowohl Fach- als auch
Methodenwissen einbringen. In diesem Jahr waren dies:
• Prof. Stella Leivadi, PhD., The American College of Greece /
Deree, Athen
• Prof. Bill Baltzopoulos PhD FBASES, Liverpool John Moores
University
• Prof. Keith Hunter PhD., University of San Francisco
• Chris Martin, Team Kinetic UK, Manchester
• Chris Ward, Buchautor und Unternehmer, London/Epidaurus
• Prof. Dr. Gernot Wolfram, Hochschule Macromedia, Berlin
Die besondere Lernerfahrung der Studierenden besteht nicht zuletzt darin,
dass sie die Ergebnisse ihrer Arbeit, einschließlich konkrete
Handlungsempfehlungen, gegen Ende der Summer School als Beratungsleistung
den beteiligten Projektpartnern präsentieren und zur Diskussion stellen.
Auf diese Weise ist der Anspruch hochschulischer Bildung im Sinne eines
Theorie-Praxis Transfers in idealer Weise umgesetzt. Darüber hinaus findet
eine Rückkopplung in die akademische Gemeinschaft statt, da die Ergebnisse
und das theoretischen Rahmenkonzept der ISSD regelmäßig Gegenstand von
internationalen Publikationen und Konferenzbeiträgen war und auch künftig
sein wird.
