Nikotinsalze in E-Liquids – was hat es damit auf sich?
Nikotinsalze verbreiten sich zunehmend in der Szene der Dampfer. Sowohl für Liebhaber von E-Zigaretten als auch von E-Shishas könnte die innovative Technologie eine ernsthafte Alternative darstellen. Was hat es mit diesem Trend auf sich, wo liegt der Mehrwert und welche Zielgruppen können sich von Nikotinsalz-Liquids angesprochen fühlen? Wir gehen der Sache auf den Grund.
Wer hat die Nikotinsalze erfunden?
Nikotinsalze wurden als Basis für E-Liquids für E-Zigaretten von der Firma Pax Labs im Jahre 2014 entwickelt. Heute lassen sie sich ebenfalls für E-Shisha Liquids nutzen. Den Lorbeerkranz erwarb sich bei der Erfindung Adam Bowen. Das entsprechende Produkt, das unter dem Namen Juul unter die Leute gebracht wurde, motivierte den Hersteller für elektronische Tabakprodukte zur Umbenennung, sodass das Unternehmen seitdem unter dem Label Juul Pax firmiert.
Den chemischen Prozess kurz erklärt
Die Beimengung des von der Tabakpflanze extrahierten Nikotins mit Benzoesäure bewirkt, dass sich das Nervengift mit ihren Salzen und Estern bindet, die der Chemiker als Benzoate bezeichnet. Dadurch entsteht eine gewisse Neutralisierungsfunktion, in deren Folge die verflüssigten Salzkristalle weniger reaktionsfreudig werden. Auf diese Weise kann Nikotin zur Erzeugung des gewünschten gasförmigen Aggregatzustandes unter wesentlich geringeren Temperaturen erhitzt werden und es lässt sich sanfter und leichter inhalieren.
Die Veränderung des vormals alkalischen pH-Werts, der durch den chemischen Prozess in einen annähernd neutralen Bereich zwischen 7 und 8 überführt wird, verstärkt diesen Effekt, da er für den Konsumenten bekömmlicher ist. Die Schleimhäute werden weniger gereizt, das typische Halskratzen, das bei Rauchern als Throat-Hit bekannt ist, wird vermieden und der Hustenreiz seltener ausgelöst.
Die Veränderungen durch Nikotinsalze beim Inhalieren von E-Liquids
Die verbesserte Bekömmlichkeit ist nur ein Teil der Medaille. Der andere Teil besteht darin, dass es dem Hersteller durch diesen Prozess möglich ist, dem E-Liquid wesentlich größere Nikotinmengen beizumischen, die vom Dampfer aufgenommen werden können. Die erste Juul von Pax Labs kam bei ihrer Premiere auf spektakuläre 60 mg/ml, was zu einem entsprechenden Medienecho beitrug.
Konsumenten werden einen verzögerten Wirkungseintritt feststellen; dafür hält die Wirkung länger an. Da die Salze den Nikotingeschmack nicht zur Geltung kommen lassen, soll das Geschmackserlebnis der Aromen vollmundiger sein.
Was ist beim Konsum zu beachten?
Vor allem Anfänger sollten sich der Gefahr der Überdosierung von Nikotin bewusst sein, was durch schnelles Ziehen aufgrund der wesentlich höheren Nikotinmengen von E-Liquids auf Basis von Nikotinsalzen schnell geschehen kann. Für Sub-Ohm-Dampfer eignet sich die innovative Technologie deshalb nicht.
Zum Gefahrenpotenzial dieser Variante gehört die Beigabe der Benzoesäure, die potenziell krebserregend ist. Dies stellte auch die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) fest und mahnte weitere Untersuchungen an, ob die kanzerogene Gefahr Dampfer von E-Zigaretten und E-Shishas betrifft.
Wer wird von Nikotinsalzen angesprochen?
Die Zielgruppe für Nikotinsalze liegt klar auf der Hand. Es sind ehemalige Raucher, die zwar von der Zigarette loskommen, den Suchtstoff Nikotin aber weiter konsumieren möchten. Für sie steht die Tatsache im Vordergrund, dass E-Zigaretten und E-Liquids aufgrund des Erhitzungsprozesses unterhalb der Verbrennungsschwelle nachweislich weitaus weniger krebsgefährdend sind als herkömmliche Tabakwaren.
Wegweisend war in dieser Hinsicht die Studie der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England, die in diesem Vergleich die Krebsgefahr um 99,5 Prozent reduziert sah und die allgemeinen Gesundheitsrisiken immerhin um 95 Prozent.
Der möglicherweise gesundheitsgefährdende Effekt durch die Nutzung von Benzoesäure steht dem auch unter gesundheitlichen Gesichtspunkten bestehenden Mehrwert der geringeren Belastung der Atemwege gegenüber. Abschließend sollten sich Dampfer bewusst sein, dass sie durch einen Umstieg von der Zigarette auf Vaporizer – ob auf Basis von Nikotinsalzen oder nicht – ihre Sucht lediglich auf ein Substitutionsgut verlagern.
