Achtsamkeitswandern: auf dem Weg zu neuen Ideen für den Naturpark Haßberge
Der Verein Haßberge Tourismus arbeitet mit dem Studiengang Integrative
Gesundheitsförderung der Hochschule Coburg zusammen. Ziel ist, vorhandene
Wanderwege durch innovative und gesundheitsförderliche Aspekte zu
erweitern. Das Besondere: Erstmalig wird ein Kriterienkatalog für diese
Art von Gesundheitswanderwegen definiert.
Der Naturpark Haßberge punktet bei Urlauberinnen und Urlaubern mit
zahlreichen touristischen Angeboten und einer beeindruckenden Natur. „Man
läuft durch Wälder, entlang von Feldern und über Streuobstwiesen. Es gibt
sehr idyllische Aussichtspunkte, Burgen, historische Gebäude – es wird
nicht langweilig“ sagt Lena Bach. Sie studiert im sechsten Semester des
Bachelorstudiengangs Integrative Gesundheitsförderung (IGF) an der
Hochschule Coburg und war im Sommersemester Mitglied der Projektgruppe,
die sich mit den Wanderwegen im Naturpark beschäftigt hat. Seit Anfang des
Jahres wird das Wanderkonzept vom Verein Haßberge Tourismus in
Zusammenarbeit mit dem Verein Naturpark Haßberge überarbeitet. Es geht
darum, die Region mit innovativen Ansätzen für Urlauberinnen und Urlauber,
für Einwohnerinnen und Einwohner noch attraktiver zu gestalten. So kam die
Kooperation mit der Hochschule Coburg zustande: Prof. Dr. Pamela Heise und
Lehrbeauftragter Rudolf Scholze leiteten das Studienprojekt im
Schwerpunktmodul „Tourismus, Freizeit und Gesundheit“: Dabei erarbeiteten
sieben IGF-Studierende einen Kriterienkatalog für gesundheitsförderliche
Wanderwege im Naturpark Haßberge.
Welche Kriterien sind für einen gesundheitsfördernden Wanderweg
entscheidend?
Gesundheitswanderwege existieren vielerorts, aber bisher gibt es -
beispielsweise durch den Deutschen Wanderverband - keine
Qualitätsstandards für eine gesundheitsfördernde Konzipierung solcher
Wege. Um einen Kriterienkatalog zu entwickeln, analysierten die
Studierenden zunächst die aktuelle Situation, sprachen dann mit
Expertinnen und Experten sowie mit Vertreterinnen und Vertretern des
Naturparks Haßberge und des Vereins Haßberge Tourismus. „Studien zeigen
die positive Wirkung auf Körper und Psyche beim Gesundheitswandern“,
erklärt Susanne Volkheimer, Geschäftsführerin von Haßberge Tourismus. „Es
galt, Kriterien für gesundheitsfördernde Wanderwege zu entwickeln, um das
körperliche und psychische Wohlbefinden während einer Wanderung zu
verbessern. Weil uns mit der Hochschule Coburg bereits eine langjährige
Zusammenarbeit verbindet, lag es nahe, dazu mit dem Studiengang IGF ein
gemeinsames Projekt umzusetzen.“
Meditation und Bewegung, Begegnung und Naturschönheit
Die von den Studierenden vorgeschlagene Integration von Achtsamkeits- und
Meditationsübungen entsprechen dem Thema Gesundheitswandern auf ideale
Weise. Dabei harmonieren die Ideen der Studierenden auch perfekt mit der
Natur in dieser schönen Region: Dazu gehören die Inszenierung besonderer
Blickachsen, Angebote zum Waldbaden, Atemübungsstationen, ein
Sinnesparcours oder Balance- und Kraftübungsorte in der Natur.
Einwohnerinnen und Einwohner genau wie Tourist:innen können künftig von
Orten der Achtsamkeit, Begegnung, vom Kraftschöpfen und der Ruhe die
profitieren. Lukas Bandorf, Geschäftsführer des Vereins Naturpark
Haßberge, sagt: „Die Vorschläge der Studierenden passen sehr gut in unsere
abwechslungsreiche Natur- und Kulturlandschaft.“ Auf dieser Basis werde
nun daran weitergearbeitet, mit einem gesundheitsbezogenen
„Achtsamkeitswandern“ ein qualitatives Alleinstellungsmerkmal für die
Natur- und Wanderregion Haßberge zu entwickeln.
Lernziel: Entwicklung von gesundheitstouristischen Unternehmensideen
Prof. Dr. Pamela Heise lehrt an der Fakultät Angewandte
Naturwissenschaften und Gesundheit der Hochschule Coburg und erklärt,
warum solche Projekte für die berufliche Qualifikation der Studierenden
wichtig sind: „An der konkreten Projektidee lernen sie, ihre IGF-
Kompetenzen fachbezogen anzuwenden und zukunftsfähige
gesundheitstouristische Unternehmensideen zu entwickeln – und zwar
fachlich-inhaltlich wie auch wirtschaftlich.“ Den Studierenden gefiel es,
etwas auszuarbeiten, „das wirklich umsetzbar ist, Spaß macht und einen
Mehrwert für alle, für Jung und Alt, bieten kann“, wie Studentin Lena Bach
berichtet. Sie erzählt von einem Wanderweg, den sie im Naturpark selbst
gegangen sind: „Dafür haben wir Stationen mit Übungen zur Beweglichkeit
und auch Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen erarbeitet.“ Die Natur und
allgemein die Ruhe im Wald sei inspirierend gewesen. „Wir konnten uns den
Gesundheitswanderweg schon richtig konkret vorstellen.“
