Braunschweig: Pilotanlage für die zirkuläre Batterieproduktion eröffnet
Am 6. November 2023 wurde das CircularLab eröffnet
- Untersucht wird hier, wie Li-Ionen-Batterien recycelt und eine
Kreislaufproduktion umgesetzt werden kann
Der deutschlandweite Aufbau der Elektromobilität, aber auch die
Energiewende setzen neue leistungsstarke, kostengünstige und
umweltschonende Batteriezellen voraus. Damit Lithium-Ionen-Batterien
nachhaltig sind, müssen Produktionsausschuss und End-of-Life-Batterien
recycelt und die Materialien in einem geschlossenen Materialkreislauf
gehalten werden. Wie dies technisch umgesetzt werden kann und aus diesen
Materialien neue Zellen hergestellt werden können, ist das Ziel der
Forschung am CircularLab.
Die Forscherinnen und Forscher am CircularLab der BLB wollen vor allem
einen geschlossenen Kreislauf von Batteriematerialien erreichen und damit
Nachhaltigkeit sowie Unabhängigkeit von kritischen Rohstoffen
sicherstellen. Wesentliche Ziele sind eine ressourcenschonende Elektroden-
und Zellproduktion sowie ein effizientes Recycling. Dazu werden bestehende
Produktionsprozesse zur Elektrodenfertigung, wie bspw.
Trocknungstechnologien, im Pilotmaßstab, also in industrienahen
Größenordnungen, untersucht und optimiert.
Das Forschungszentrum BLB bildet mit seinen jetzt drei
Forschungseinrichtungen ProductionLab, CircularLab und DiagnosisLab einen
Großteil des Lebenszyklus und der zirkulären Produktion von Lithium-Ionen-
Batterien einschließlich der Charakterisierung in den unterschiedlichen
Lebensphasen ab: von der Materialsynthese und -funktionalisierung, über
die Elektroden-, Zell-, Modul- und Systementwicklung und -produktion, bis
zum Recycling von Produktionsausschuss und gealterter Batteriesysteme und
der Rückführung der Wertstoffe in den Kreislauf.
„Forscher der BLB haben in den letzten Jahren in zahlreichen öffentlich
geförderten Forschungsprojekten an zentraler Position mitgewirkt und auch
die Leitung von deutschlandweiten Kompetenzclustern übertragen bekommen.
Die von uns ausgebildeten Ingenieurinnen und Ingenieure treiben nicht nur
die BLB-Forschungsprojekte voran, die mit etwa 10 Mio. Euro pro Jahr
gefördert werden, sondern nach Promotion oder Master auch den Aufbau der
deutschen Batterieindustrie“, sagt Prof. Arno Kwade, Sprecher der BLB.
"Mit der Battery LabFactory hat sich Braunschweig zu einem Zentrum für
Forschung an Energiespeichern mit nationaler und internationaler
Strahlkraft entwickelt. Die heutige Eröffnung des CircularLab der BLB
bedeutet für uns einen neuen Meilenstein in dem Ausbau unserer
Infrastruktur und unserer Forschung, die einen maßgeblichen Beitrag zur
Energiewende, aber auch zur Stärkung der Wirtschaftskraft unserer Region
leisten“, so Prof. Peter Hecker, Vizepräsident für Forschung und
Wissenschaftlichen Nachwuchs der TU Braunschweig.
„Im Umfeld der TU Braunschweig werden Forschungspotenziale effektiv
gebündelt. Mit der Battery LabFactory setzt die Wissenschaftsregion ein
weiteres klares Zeichen in Sachen zukunftsorientierter Forschung“, sagt
Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs „Zu den Themen
Elektromobilität und Batterien gibt es dringenden Forschungsbedarf. Die
Arbeit der Battery LabFactory zielt darauf ab, unser Bedürfnis nach
Mobilität nachhaltig zu decken, damit unsere Beweglichkeit nicht zu Lasten
der Umwelt geht.“
Die Zellfertigung nimmt eine Schlüsselfunktion in der Wertschöpfungskette
der E-Mobilität ein – so macht die Batterie etwa 80 Prozent der Kosten des
Antriebsstrangs aus. Ziel der Bundesregierung ist es dementsprechend, eine
Massenfertigung von neuen Batteriezellen in Deutschland zu etablieren.
Außer in der Elektromobilität werden Batterien auch im Bereich der
stationären Energiespeicherung eine wichtige Rolle spielen.
Über die BLB
Die BLB ist eine der wesentlichen Forschungseinrichtungen für die
Batterieforschung in Deutschland. Von Mitgliedern der BLB werden zwei
Kompetenzcluster des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie
ein europäisches Netzwerk der Pilotlinien zur Lithium-Batterieproduktion
geleitet. Zudem arbeitet die BLB auch außerhalb Europas mit Partnern in
Australien, Japan, Singapur, Taiwan und USA zusammen.
Projektdaten CircularLab
Der Spatenstich für den Bau des CicularLab fand im Oktober 2021 statt,
erste Anlagen wurde im Herbst 2022 installiert, offiziell wird die
Leichtbauhalle am 6. November 2023 eröffnet. Insgesamt stehen rund 1250
Quadratmeter Hauptnutzfläche zur Verfügung. Drei Millionen Euro sind über
ein EFRE-Projekt des Landes Niedersachsen mit Mitteln der Europäischen
Union und über Eigenmittel der TU Braunschweig in das Gebäude investiert
worden. Weitere zehn Millionen Euro sind von Bund und Land für die
Beschaffung der Anlagentechnik und analytischen Ausstattung des
CircularLab eingeworben worden. Bauherr und Investor ist die TU
Braunschweig.
