Spargelschalen für Kunststoffe: IfBB zeigt neuen Bioverbundwerkstoff auf der Agritechnica 2023
Wie können wir Reststoffe wie Spargelschalen für
Kunststoffe einsetzen statt sie ungenutzt zu entsorgen? Das zeigt das IfBB
der Hochschule Hannover auf der diesjährigen Agritechnica auf dem Stand
des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz in Halle 24, Stand D06. Die Agritechnica findet vom 12.
bis 18. November in Hannover statt.
Auf dem Weg zu einer kreislauforientierten Bioökonomie geraten bislang
ungenutzte Reststoffe immer mehr in den Fokus. Neben Ernterückständen bei
Kartoffel oder Zuckerrübe lassen sich auch Spargelschalen für biobasierte
Kunststoffe nutzen, insbesondere als Füllstoffe bspw. für
Bioverbundwerkstoffe. Hier ersetzen sie das bislang meist eingesetzte
Holz.
Bei einem Viertel der Spargelernte handelt es sich um Schalen und somit um
einen Reststoff, der bei der Rückführung auf das Feld zur Eutrophierung
beitragen kann. Um die technischen Voraussetzungen für die Verwendung der
Schalen zu schaffen, werden sie zuerst getrocknet, dann vermahlen und dem
Kunststoffverarbeitungsprozess beigefügt. So entsteht ein neuer
Bioverbundwerkstoff, der mittels der gängigen
Kunststoffverarbeitungsverfahr
weiterverarbeitet werden kann.
Auf diese Weise werden die Spargelschalen insbesondere für das
Marktsegment der Wood-Plastic-Composites (WPC) nutzbar gemacht, um im
Baugewerbe (bspw. für Bodenbeläge, Terrassendielen, Verkleidungen und
Zäune) und in der Automobilindustrie einsetzbar zu sein. So wie
Niedersachsen bundesweit führend im Spargelanbau ist, ist Deutschland
zugleich führender WPC-Produzent in Europa.
Die regionale Kreislaufwirtschaft und der Innovationsstandort Deutschland
werden mit diesem Ansatz gezielt gefördert. Durch den Einsatz biogener
Reststoffe können neue Absatzwege entstehen, Absatzmärkte vergrößert, CO2
durch die Schonung fossiler Ressourcen eingespart, der Holzmarkt und die
Wälder beim Einsatz als Substitut holzbasierter Füllstoffe entlastet,
Kosten gespart, Abfälle vermieden und die gesellschaftliche Akzeptanz von
Biowerkstoffen nachhaltig gesteigert werden. Entstanden ist die
Projektidee gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen,
Bezirksstelle Hannover. Das Projekt SpaPlast wird gefördert vom
Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz aus Mitteln des Maßnahmenpaketes Stadt.Land.ZUKUNFT.
