Deutsche Leberstiftung fragt zum 24. Deutschen Lebertag: „Kennen Sie Ihre Leberwerte?
Von Benjamin Franklin, Staatsmann und einer der Gründerväter
der Vereinigten Staaten, ist folgendes Zitat überliefert: „Eine
Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen.“ Wie sich diese
Feststellung auch bei der Lebergesundheit bewahrheitet, erklärt die
Deutsche Leberstiftung anlässlich des 24. Deutschen Lebertages am 20.
November 2023, der das Motto „Kennen Sie Ihre Leberwerte?“ trägt. Wer die
Leberwerte im Blut feststellen lässt, kann wichtige Hinweise auf die
Gesundheit dieses lebenswichtigen Organs erhalten und gegebenenfalls eine
klare Diagnose und eine entsprechende Behandlung bekommen.
Erhöhte Leberwerte können erste Anzeichen für eine Lebererkrankung sein,
die oft keine Beschwerden verursacht. „Die Leber spielt eine zentrale
Rolle in unserem Körper, da sie eine Vielzahl lebenswichtiger Funktionen
erfüllt. Leider werden Lebererkrankungen oft zu spät erkannt, was die
Behandlung erschwert. Deswegen ist es gut und wichtig, dass der
diesjährige Deutsche Lebertag den Fokus auf die Kenntnis der eigenen
Leberwerte legt. Viele Lebererkrankungen sind im frühen Stadium
hervorragend zu behandeln oder lassen sich durch Änderung des Lebensstils
gut beeinflussen. Doch außer bei akuter Hepatitis gibt es kaum Symptome,
die bereits im Frühstadium auf Leberschäden hinweisen. Häufig fühlen sich
die Patienten nur allgemein abgeschlagen und verspüren Müdigkeit. Eine
frühe Diagnose ist daher sehr wichtig“, erklärt Prof. Dr. Michael P.
Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, und erläutert
einige wichtige Leberwerte: „Störungen der Leberzellen sowie der
Leberleistung, die auf eine Erkrankung hinweisen, kann man in der Regel
gut an verschiedenen Leberwerten im Blut erkennen. Zu den wichtigsten
gemessenen Leberenzymen zählen: GPT – Glutamat-Pyruvat-Transaminase, GOT –
Glutamat-Oxalacetat-Transamina
Dabei ist die Veränderung nur eines Wertes wenig aussagekräftig. Sind
jedoch mehrere Werte verändert, kann dies auf einen Leberschaden hindeuten
und sollte von einem Facharzt interpretiert werden.“
Die Kontrolle der Leberwerte ist in der Regel nicht in einer
Routineuntersuchung enthalten. Es gibt jedoch bestimmte
Risikokonstellationen, bei denen die Leberwerte geprüft werden sollten,
wie beispielsweise Diabetes mellitus, Übergewicht oder übermäßiger
Alkoholkonsum. Seit der Umstrukturierung des Präventionsprogramms
„Gesundheitsuntersuchung“ für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren, das bis
März 2019 unter dem Namen „Check-up 35“ geführt wurde, wird seit Oktober
2021 auch das einmalige Screening auf Hepatitis B und C angeboten. Damit
sollen bislang unentdeckte Infektionen mit den Hepatitisviren B und C
erkannt und betroffenen Menschen soll eine möglichst frühzeitige
Behandlung angeboten werden. Aktuelle Daten, die auf dem Kongress
„Viszeralmedizin“ der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie,
Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) im September 2023
präsentiert wurden, zeigen erste Erfolge: Die Hepatitis B- und Hepatitis
C-Meldungen sind deutlich angestiegen. Die Anstiege zeigen sich
entsprechend der Altersklassifizierung des Programms in erster Linie bei
Menschen im mittleren und höherem Erwachsenenalter.
Unentdeckt und deswegen auch unbehandelt können viele Lebererkrankungen zu
einer Leberzirrhose (Vernarbung der Leber) und zum Leberzellkrebs (HCC)
führen. Diese Spätfolgen gehen mit schweren Komplikationen einher und sind
oft nur schwer zu behandeln.
„Es gibt aktuell vielversprechende neue Entwicklungen im Bereich der
Erforschung von Lebererkrankungen. In einer europäischen Studie, an der
auch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) beteiligt ist, wurde ein
Index entwickelt, um das Risiko für eine Zirrhose oder eine andere schwere
Lebererkrankung vorherzubestimmen. Dieser neu entwickelte LiverRisk Score
errechnet sich aus Alter, Geschlecht und sechs Standardwerten wie
Blutzucker, Cholesterin, Anzahl der Blutplättchen und Leberwerten. Auch
Komplikationsrisiken wie beispielsweise Leberzellkrebs lassen sich mit dem
Index abschätzen. Anhand des individuellen Risikoprofils können gezielt
Präventionsmaßnahmen wie Bewegung und gesunde Ernährung empfohlen werden,
die dazu beitragen, dass die Entwicklung einer Zirrhose und
Krankenhausaufenthalte verhindert werden“, betont Prof. Manns und ergänzt:
„Der neue LiverRisk Score erweitert das Wissen über die Prävention von
schweren Lebererkrankungen und kann dazu beitragen, die Lebenserwartung
der Betroffenen zu erhöhen.“
Die Deutsche Leberstiftung bietet eine Kurzbroschüre zum Thema „Leber und
Leberwerte“ an. Bestellmöglichkeiten und Download auf der Serviceseite
unter https://www.deutsche-leberstif
Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung, Forschungsvernetzung und wissenschaftliche Projekte
zu verbessern. Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung
die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher
erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet
außerdem Information und Beratung in medizinischen Fragen. Auf der Website
finden Sie umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für Betroffene,
Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter: https://www
.deutsche-leberstiftung.de.
UNSERE BUCHEMPFEHLUNGEN
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Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien, 4. erweitere und
aktualisierte Auflage September 2021, im Buchhandel erhältlich: ISBN
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