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Zahnkorrektur per transparenter Zahnschiene: Wie funktioniert ein Aligner?

Zahnkorrektur Symbolbild von Andrey Propov Clipdealer
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Zahnkorrektur Symbolbild von Andrey Propov Clipdealer
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Ein Aligner unterscheidet sich insofern von festen und losen Zahnspangen mit Draht, als er eben ohne diesen auskommt. Dementsprechend wird er alternativ als Zahnschiene oder durchsichtige Zahnspange bezeichnet. Durch die Form des für den Aligner verwendeten Materials wird aber ebenfalls Druck auf die Zähne ausgeübt, sodass sie sich etappenweise in andere Positionen verschieben lassen. Allerdings ist der Druck nicht so groß wie bei den Zahnspangenarten aus Draht. Deshalb eignet er sich eher für Korrekturen in kleinerem Umfang. Dafür hat er aber auch den Vorteil, dass er kaum zu sehen ist und sich im Gegensatz zu festen Zahnspangen herausnehmen lässt.

 

In welchen Fällen kann eine transparente Zahnschiene angewendet werden?

Wer sich mithilfe eines Aligners die Zähne gerade machen lassen möchte, sollte im Vorfeld abklären, wie gravierend die Zahnfehlstellungen sind. Im Mittelpunkt sollten dabei leichtere bis mittelschwere Korrekturen stehen, die in die Bereiche der kieferorthopädischen Indikationsgruppen 1 und 2, zuweilen auch noch 3 fallen. Überdies sollten sich keine Milchzähne mehr im Gebiss befinden und die bleibenden Zähne bereits weitgehend bis vollständig in ihren Endpositionen stehen. Daher eignet sich ein Aligner am besten für Erwachsene, die ihre Zähne richten lassen wollen. Grundsätzlich entscheidet jedoch immer eine Einzelfallprüfung darüber, ob eine durchsichtige Zahnspange für die gewünschte und/oder benötigte Zahnkorrektur infrage kommt. Es darf also in keinem Fall auf ein Vorgespräch und eine Voruntersuchung bei einem fachlich kompetenten Zahnarzt verzichtet werden.

 

Wie funktioniert die Aligner-Therapie?

Das Korrigieren von Fehlstellungen der Zähne mittels Zahnschienen erfolgt in mehreren Etappen.

  1. Zuerst erfolgen das angesprochene Vorgespräch und die Zahnuntersuchung.

 

  1. Danach wird ein Gebissabdruck erstellt oder ein Scan des Gebisses vorgenommen. Dies dient als Grundlage für die Anfertigung der benötigten Zahnschienen mithilfe von Computertechnologien und dem 3D-Druck.

 

  1. Für jeden Behandlungsschritt wird jeweils eine Schiene gedruckt und dem Kunden bei Bedarf zugeschickt. Dabei wird jede einzelne von ihnen zehn bis 14 Tage getragen. Anschließend wird ein Foto zur Kontrolle gemacht, in der zur Therapie gehörenden App hochgeladen und vom behandelnden Experten geprüft. Alternativ kann die Kontrolle aber auch beim zuständigen Zahnarzt vor Ort erfolgen.

 

  1. Je nachdem, wie das Ergebnis der Prüfung ausfällt, wird entweder direkt die nächste Schiene verschickt und getragen oder eine Korrektur vorgenommen. Der Clou an der Zahnkorrektur per Aligner? Alle idealerweise erfolgenden Behandlungsschritte lassen sich bereits im Vorfeld einsehen.

 

  1. Nach Abschluss der Therapie (im Schnitt 10 bis 50 Schienen) wird ein Retainer eingesetzt, der die Zähne dauerhaft an der gewünschten Position hält.

 

Was muss man im Hinblick auf die Anwendung und die Kosten wissen?

Für eine potenziell erfolgreiche Therapie sollte die Zahnschiene 22 Stunden oder länger pro Tag getragen werden. Ausnahmen davon sollten lediglich die Essenszeiten und das Sporttraining darstellen, da es sich beim Aligner nicht um eine Zahnschiene handelt, die dem Schutz des Gebisses dient. Dafür gestaltet sich die Zahnpflege durch die Herausnehmbarkeit der durchsichtigen Zahnspange als sehr unkompliziert. Und auch beim Sprechen und Schlucken dürfte es aufgrund der Konstruktion eigentlich keine Einschränkungen geben.

Allerdings muss man sich hinsichtlich der Kosten darauf einstellen, diese komplett oder zumindest größtenteils selbst tragen zu müssen. Eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen erfolgt in der Regel nicht. Das liegt daran, dass diese die Aligner-Behandlung als ästhetische Korrektur werten, die fast nie in das Leistungsangebot fällt. Und auch ansonsten müsste ein Nachweis der medizinischen Notwendigkeit erbracht werden, der nicht immer allen Zahnkorrekturen per transparenter Zahnspange nach den Grundsätzen der kieferorthopädischen Indikationsgruppen zugrunde liegt. Bis jetzt nicht davon gesprochen, dass die gesetzlichen Krankenkassen kieferorthopädische Behandlungen von Erwachsenen häufig per se nicht tragen. Bei privaten Krankenkassen und Zusatzversicherungen kann dies jedoch anders aussehen. Folglich kann sich eine Einzelfall-Abklärung lohnen. In jedem Fall sollte diese aber vor Antritt der Therapie erfolgen, da die Kosten rückwirkend meist nicht erstattet werden.